Zwei Abschiede und zwei Starts
Dieses Jahr hat es für Raumfahrtenthusiasten echt in sich, zwei Abschiede müssen wir nehmen und zwei neue hoch interessante Missionen wurden in diesem Jahr gestartet. Zuerst einmal wird die DAWN-Mission der NASA in diesem Jahr ihr Ende finden, die 2007 gestartet wurde und zwei der größten Objekte im inneren Asteroidengürtel genauer untersuchte. Die Erkenntnisse dieser Mission zu dem Asteroiden Vesta und dem Zwergplaneten Ceres waren schon von keinen schlechten Eltern. Wer hätte vor dieser Mission gedacht das es auf dem steinigen Asteroiden Vesta so viele unterschiedliche Oberflächenformen geben könnte und auf Ceres sogar der Nachweis eines Kyrovulkan gelang, also das war schon eine Klasse für sich. Das zweite Programm das in diesem Jahr sein vorläufiges Ende finden wird betrifft das 2009 gestartete Weltraumteleskop Kepler, dem Exoplanetenjäger der NASA und des California Instituts of Technology (CALTECH). Immerhin gelang diesem Programm der Nachweis von 3.826 bestätigten Planeten die um andere Sonnen kreisen die aus 75.162.687 aufgenommenen Lichtkurven herausgefiltert wurden. Ungefähr 4.717 vermutete Planeten harren noch auf ihre Bestätigung. Echt beeindruckende Zahlen, aber ob es so bleibt wird erst von dem Nachfolgeprogramm dem James Webb Weltraumteleskop bestätigt werden oder vielleicht auch nicht. Man merkt das ich da leichte Zweifel habe? Sicherlich, aber nicht an der Anzahl sondern eher an den Eigenschaften die an die Beobachtungen manchmal geknüpft werden. Man kann zwar aus den Beobachtungen auf die Masse der Objekte schließen und damit bestimmen ob es sich um Gasplanten oder um Gesteinsköper handelt, aber ob auf diesen Objekten flüssiges Wasser oder eine Atmosphäre entstanden ist bestimmt nicht.
Aber wie dem auch sei, sowohl DAWN wie auch Kepler geht einfach der Treibstoff aus, so das die Satelliten stillgelegt werden müssen. Bei Kepler erfolgte die erste längere Schlafphase vor ihrer Stilllegung am 23. Oktober und bei DAWN wird es auch nicht mehr lange dauern. Immerhin hatte die Sonde im September von den 271 Litern des mitgeführten Xenon`s bereits 261 Liter verbraucht. Ein Spritsparmodell der Sonderklasse, wenn man bedenkt das DAWN eine Entfernung von 6,9 Mrd. km mit so wenig Treibstoff in 11 Jahren zurückgelegt hat, war der Antrieb der Sonde DAWN eine kleine technologische Revolution. Was sich 1968 in der Star Trek Folge "Spocks Gehirn" für die meisten Menschen noch wie pure Science Fiction anhörte, als Chefingenieur Scott erklärte: "Die haben einen Ionenantrieb, von denen können wir noch was lernen" wurde 39 Jahre später beim Start von DAWN Realität: ein funktionierender reaktiver Ionen Antrieb. Schon aus diesem Grunde ist die Sonde DAWN ein Meilenstein gewesen, aber jetzt heißt es Abschied nehmen. Mit den 10 Litern Xenon könnte DAWN noch eine Weile auskommen, aber das für die täglich benötigten Manövriertriebwerke zur Lagekontrolle der Sondebenötigte Hydrazin ist aufgebraucht. Die Sonde wird wohl auf eine stabile Umlaufbahn um Ceres für die nächsten 20 Jahre gebracht und dann abgeschaltet.
Entwicklung der Sonnenaktivität in 22 Jahren der SOHO Mission von ESA und NASA Quelle: SOHO Solar and Heliosheric Observatory
Im August wurde die wohl interessanteste Sonde in diesem Jahr gestartet, die Parker Solar Probe. Wie der Name schon sagt, es geht Richtung Sonne und einen Rekord hat sie bereits am 29. Oktober 2018 aufgestellt. Sie Sonde erreichte an diesem Tag eine Geschwindigkeit von 60,6 km pro Sekunde oder 3636 km pro Minute oder 218.160 Kilometer pro Stunde. Was für ein Speed, damit ist die Sonde das schnellste von Menschenhand gebaute Objekt, beschleunigt weiter und nähert sich der Sonnenoberfläche. Das erste Perihelion erreicht sie bereits am 5. November, also Morgen, dann beträgt die Distanz zur Sonnenoberfläche noch 24.847.200 Kilometer, ein weiterer Rekord und sie dann eine Geschwindigkeit von 343.112 km/h erreicht haben, aber ob es denn geklappt hat wird man erst einige Tage später wissen. Es besteht zu diesem Zeitpunkt kein Funkkontakt zur Sonde, die Bordcomputer übernehmen für mehrere Tage die Regie. Der Hitzeschild wird beim first Encounter bereits bis auf 438°C aufgeheizt, schon aus diesem Grund bin ich gespannt ob das Thermal Protection System der Sonde funktioniert und sie die erste Annäherung geschafft hat. Aber die nächsten 24 weiteren Perihelions werden wohl noch spannender. Bis zum Jahr 2024 soll sich die Sonde bis auf ca. 6,16 Mio. Kilometern der Sonnenoberfläche annähern, bei einer Umgebungstemperatur von 1.370°C, und eventuell lüftet die Parker Solar Probe einige Geheimnisse, wie z. B. warum die Sonnenoberfläche eine Temperatur von ca. 5.500°K hat, aber die Sonnenatmosphäre sich auf mehrere Mio. Grad Kelvin aufheizt. Ein kleines aber feines Mysterium, mal ganz ehrlich gesagt von der Dynamik innerhalb der Sonnenatmosphäre unseres Zentralgestirns wissen wir im Verhältnis gesehen recht wenig und darum ist diese Mission so wichtig. Ich sehe die Parker Solar Probe auch als Ergänzung zu der SOHO Mission von ESA und NASA, die immerhin im Dezember 2017 ihr 22 jähriges Jubiläum feiern konnte und uns einiges über das Weltraumwetter verraten konnte.
künstlerische Darstellung des ersten Perihelion der Parker Solar Probe am 5. November 2018 Quelle: NASA/Johns Hopkins APL/Steve Gribben
Das erste Bild von BepiColombo`s ausgefahrenen Solarpanels Quelle: ESA/BepiColombo/MTM – CC BY-SA 3.0 IGO
Die nächste hochinteressante Mission in das innere Sonnensystem wurde von der ESA und der japanischen Weltraumagentur JAXA gestartet, die Sonde Bepi Columbo und ihre Reise zum Merkur. Auch zu diesem Planeten wissen wir recht wenig, die größte Frage ist wohl warum hat der Merkur trotz seiner eher geringen Größe ein extrem starkes Magnetfeld. Die Planeten Venus und Mars haben bekanntlich nahezu keines, was einige Fragen zur Planetenentstehung aufwirft. Aber zuvor müssen wir wohl ganze sieben Jahre warten, denn beim Merkur wird sie erst am 5. Dezember 2025 eintreffen und rund ein Jahr dort arbeiten. Naja ein paar Jahre müssen wir noch warten, aber ich denke dann wird es heftig.
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The epic adventures of BepiColombo - Part 1: to the launch pad!
Meet Bepi, Mio and MTM, three new space explorers about to start an extraordinary journey to Mercury, a planet of extremes and mysteries.Find out how these bold spacecraft have been preparing for ...




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