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Rund um den Golf von Aden

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Der Krieg im Jemen spitzt sich anscheinend immer mehr zu. Es gibt immer mehr Berichte das die Kämpfe an der Westküste des Lande sich intensivieren. Ziel der Operation entlang der Westküste ist anscheinend die Einnahme des Hafens von Al-Hudaida, dem größten Umschlagplatz für humanitäre Hilfsgüter. Sollte der Hafen von der Yemini National Resistance und den Streitkräften der Vereinigten Arabischen Emirate eingenommen werden bliebe nur noch der Hafen von Salif um Hilfsgüter in den Norden des Landes zu bringen. Zur Zeit leben im Government Al-Hudaida rund 3,32 Mio. Personen, davon sind seit dem 1. Dezember 2017 rund 70.000 vor den Kämpfen bereits geflohen, rund 15 % der Bevölkerung stehen unter Verdacht mit Cholera infiziert zu sein und rund 2,7 Mio. Personen benötigen humanitäre Hilfe. Interessant ist in diesem Zusammenhang das anscheinend eine militärische Lösung des Konfliktes angestrebt wird. Eine Verhandlungslösung scheint für keine der Konfliktparteien eine Option zu sein, dabei ist die humanitäre Lage im Jemen eine Katastrophe.

Im Jemen insgesamt sind zur Zeit immer noch 22,2 Mio. Personen auf humanitäre Hilfe angewiesen, das Risiko einer Hungersnot besteht in 107 von 333 Distrikten des Landes. Insgesamt sind seit April 2015 offiziell 9.559 Menschen durch den jemenitischen Bürgerkrieg umgekommen und 55.616 Personen wurden verwundet, wobei die Dunkelziffer weit höher liegen dürfte.  

Aber das ist nur die halbe Wahrheit, im Mai zogen gleich zwei Zyklone über den Golf von Aden. Dabei traf der Zyklon Mekunu am 23. Mai die Insel Sokotra und ging am 26. Mai in der Grenzregion zum Oman an Land. Auf der Insel fiel innerhalb von 24 Stunden mehr als 480 mm Niederschlag, so das der Notstand ausgerufen wurde.

In der Woche zuvor zog der Zyklon Sagar über den Golf von Aden, er ging an der Küste von Somaliland an Land, brachte aber der Südküste des Jemens heftige Regenfälle und zumindest ein Mensch starb. Im Norden Somalias hinterließ Sagar jedoch eine Spur der Verwüstung, insgesamt sind rund 168.000 Personen in mehreren Distrikten des Landes durch die Auswirkungen des Tropensturms betroffen. Die Zerstörungen durch Sagar betreffen vor allem die Infrastruktur des Nordens, so sind 39 Schulen und eine bislang unbekannte Anzahl von Gesundheitseinrichtungen zerstört worden. Die Gefahr der Ausbreitung von Malaria, Cholera und Durchfallerkrankungen in den nördlichen Regionen des Landes schätzt die OCHA als relativ hoch ein. Insgesamt sind Landesweit seit Dezember 2017 rund 4.300 Fälle von Cholera bekannt geworden, von den starben 28 Personen.

Mit dazu beigetragen haben dürfte die heftigen Regenfälle Ende März bis Ende Mai, diese beendeten die Dürresituation schlagartig und das mit erheblichen Folgen. Die beiden größten Flüsse des Landes traten über die Ufer und geschätzte 30.000 Hektar an kultivierten Ackerböden wurden zerstört. Rund 700.000 Personen sind von den Überflutungen direkt betroffen, von denen rund 300.000 auf dringende humanitäre Hilfe bis mindestens September angewiesen sein werden. Das seit Anfang Juni die Situation langsam entspannt dürfte aber noch kein Grund zur Entwarnung sein. Die Regenmengen von März bis Anfang Juni lagen weit über dem Durchschnitt der Jahre 1979-2017, aber ob die humanitäre Lage sich mittelfristig entspannt?

Dahinter bleibt wohl ein Fragezeichen. Im ebenfalls Bürgerkriegsgeplagten Somalia gehen die Kämpfe trotz der schlechten humanitären Lage der Bevölkerung unvermittelt weiter. Am 8. Juni starb bei einer Selbstmordattake auch ein US-Soldat. Die USA haben in Somalia rund 500 Soldaten stationiert, die die Truppen der African Union Mission in Somalia ausbilden und unterstützen. Die African Union Mission in Somalia teilte darauf hin mit das die Operationen zur Bekämpfung der Al-Shabab-Milizen ausgeweitet werden sollen. Die Al-Shabab-Miliz und andere bewaffnete militante Gruppierungen operieren auch zunehmend auch im Norden des Landes. So stellte der Präsident von Puntland eine Zunahme von terroristischen Attacken fest. Also keine guten Aussichten auf Frieden im Lande. Mal sehen wie es dort weitergeht. 

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