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Vulkan Bogoslof, ein recht interessantes Studienobjekt

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Interessantes Bild aufgenommen am 5. Juni von Landsat 8, es zeigt das Zusammenwirken von Lava, Ozean und Vulkan, rechts unten im Bild die Insel mit ihrer Lagune in Lava fließt und in der das Ozeanwasser erhitzt wird und angereichert mit Sedimenten im Ozean verdriftet Quelle: AVO/ Dave Schneider

Interessantes Bild aufgenommen am 5. Juni von Landsat 8, es zeigt das Zusammenwirken von Lava, Ozean und Vulkan, rechts unten im Bild die Insel mit ihrer Lagune in Lava fließt und in der das Ozeanwasser erhitzt wird und angereichert mit Sedimenten im Ozean verdriftet Quelle: AVO/ Dave Schneider

Der Vulkan Bogoslof auf den Aleuten ist weiterhin aktiv, von Mitte März bis Mitte Mai legte der Vulkan eine kleine Ruhepause ein. Im Grunde genommen kein wirklich ungewöhnliches Verhalten. Die letzte größere Eruption erfolgte am 13. März und bis zum 16. Mai schlief der Vulkan. Am 16. Mai erwachte der Vulkan für eine siebzigminütige Aktivitätsphase, bei der er der Insel eine neue Form gab. Die ausgeworfene Aschewolke erreichte eine Höhe von ca. 11.000 Metern und an der nördliche Küstenlinie entstand eine ca. 550 Meter weite Lagune, schon erstaunlich wie der Vulkan die Insel neugestaltet.

Dieser Aktivität folgte eine weitere am 28. Mai, bei der der Vulkan für 50 Minuten aktiv wurde. Bei dieser Eruption stieß er eine Aschewolke aus, die bis auf eine Höhe von 12.000 Metern aufstieg. Schwefeldioxid-Emissionen des Vulkans wurden über der Hudson-Bay gemessen. Am 1. Juni erfolgte eine zehn minütige Eruption die eine Aschewolke produzierte die bis auf 7.300 Metern aufstieg. Dem folgte das Auftauchen eines Lavadoms am 6. Juni, der bis zum 9 Juni einen Durchmesser von 160 Metern erreichte. Es war die erstmalige Beobachtung von Lava an der Oberfläche seit Beginn der Aktivitätsphase im Dezember 2016. Vermutungen das die Aktivität des Vulkans seinem Ende zusteuert wurde bereits am 10. Juni vom Vulkan eindeutig verneint. In einer zweistündigen Eruptionsphase produzierte er eine Aschewolke die bis auf 11.000 Meter aufstieg und der in Tagen zuvor entstandene Lavadom wurde bei dieser Eruption zerstört. Messgeräte auf den benachbarten Inseln nahmen Signale der seismischen Aktivität auf. Am 12. Juni ereigneten sich vier weitere 10 bis 30 minütige Eruptionen die Aschewolken bis auf eine Höhe von 8.000 Metern aufstiegen ließen und am 13. Juni ereignete sich eine kurze Eruption von sechs Minuten Länge, die aber nur auf Satellitenfotos identifiziert werden konnte. Interessant ist vor allem der Umstand das Lava nun direkt an die Oberfläche der Insel gelangt und nun mit dem Ozean auch interagiert, das bedeutet das der Bogoslof eine neue Aktivitätsstufe erreicht hat.

Bogoslof Island am 12 Juni 2017, gut erkennbar die Reste des am 10. Juni zerstörten Lavadoms in der Nähe der Uferlinie der Lagune Quelle AVO/Kim Angeli

Bogoslof Island am 12 Juni 2017, gut erkennbar die Reste des am 10. Juni zerstörten Lavadoms in der Nähe der Uferlinie der Lagune Quelle AVO/Kim Angeli

In der darauffolgenden Woche ruhte der Vulkan bis zum 23. Juni, als sich eine Eruption ereignete die eine Aschwolke bis auf 12.000 Meter aufstiegen ließ. Acht weitere kleinere Eruptionen ereigneten sich vom 26. bis 30. Juni die teilweise Aschewolken bis auf 9.000 Metern aufstiegen ließen und durch die vorherrschenden Wetterverhältnisse nach Nordwesten verdriftet worden. Interessant ist das die kleineren Eruptionen nur über die seismische Aktivität im Vulkan und über Infraschall-Detektoren in Atmosphäre und Wasser identifiziert werden konnten, wodurch nun wiederum die freigesetzte Energie recht genau bestimmt werden kann.

In der ersten Juliwoche erwachte der Vulkan gleich mehrfach, so am 2. Juli. An diesem Tag ließ der Vulkan um 12:48 AkST eine Aschewolke bis auf 12.000 Metern aufsteigen, die nach Südwesten verdriftet wurde. Der Luftraum über der Insel musste gesperrt werden. Zum amerikanische Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli war zweimal Aktiv, so gesehen sendete er seine Grüße zu den Feierlichkeiten. Die erste Eruption erfolgte 16:51 Uhr AkST und dauerte 13 Minuten, die Eruptionswolke stieg bis auf 8.500 Metern auf und wurde nach Südosten verdriftet. Die zweite erfolgte um 16:07 Uhr AkST und dauerte 11 Minuten, die Eruptionswolke stieg bis auf 12.000 Meter auf.

In der zweiten Juliwoche war der Bogoslof wiederum mehrfach aktiv, an zwei Tagen wurde der Luftraum im Umfeld der Insel gesperrt. Am 8. Juli begann seine Aktivität um 10:15 Uhr AkST und dauerte 16 Minuten. Die bei dieser Eruption ausgeworfene Eruptionswolke stieg bis auf 9.200 Metern auf. Die nächste längere Aktivität erfolgte in der Nacht vom 9. zum 10. Juli und dauerte rund drei Stunden. Am Nachmittag des 10 Juli erfolgten zwei weitere Eruptionen die eine Dauer von acht bzw. fünfzehn Minuten hatten. Seit diesem Ereignis zeigt der Vulkan eine stetige Unruhe die jederzeit zu einer erneuten Eruption führen kann. Vorhersagen kann man aber keine machen, die Vulkanologen haben keine Messinstrumente auf der Insel oder in der unmittelbaren Umgebung.

Spannend bleibt es, interessant ist auch das der Vulkanschlot nun dauerhaft über dem Wasserspiegel liegt und das Lava nun Überwasser austreten kann, was der Ausbildung einer stabileren Küstenlinie Vorschub leistet. Immerhin wuchs die Inselfläche von Dezember bis Juni auf über einem Quadratkilometer an, ob das so bleibt wird man erst in ein paar Monaten sehen. Aber eines steht auf jeden Fall fest, der Bogoslof ist zur Zeit einer der aktivsten Vulkane der Erde und das macht ihn zu einem interessanten Studienobjekt.

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