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Eisberg von Larsen C Eisschelf abgebrochen, was kommt als nächstes?

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Quelle: Yale Climate Connections

Gute Frage nächste Frage, in den Medien war lediglich die Nachricht das der größte jemals gesichtete Eisberg vom Larsen C Eisschelf abgebrochen ist vermeldet worden, mit ca. 5.800 km², einer Dicke von ca. 200 Metern und einer Masse von mehr als einer Billion Tonnen. Gigantische Dimensionen sind das, immerhin ist das die Fläche der doppelten Größe des Fürstentums Luxemburg, aber bedeutet dies nun das das Larsen C Schelfeis nun unwiederbringlich zusammenbricht? Ich würde sagen nein, ob dieses Szenario sich wirklich ereignet wird erst die Zukunft zeigen. Die Geschichte zeigte zwar das das Larsen A und B Eisfeld nach dem Abbruch großer Eismassen an ihrer Peripherie zu großen Teilen zusammenbrachen, aber Larsen A und B waren auch wesentlich kleiner. Immerhin reden wir bei Larsen C von einem Gebiet von 44.200 km² das nun schlagartig 12% kleiner geworden ist

Aber gehen wir einmal chronologisch vor, die Fläche der Schelfeise der antarktischen Halbinsel haben sich in den letzten 30 Jahren vor 2004 bereits um ca. 13.500 km² abgenommen. Beim Larsen A Schelfeis brach im Januar 1995 ein 1.600 km² großer Eisberg ab und dieses Eisgebiet ist nun fast vollständig verschwunden. Beim Wilkins Schelfeis brachen 1998, 2008, 2009 und 2013 größere Teile ab. Von der einstmals rund 16.000 km² großen Fläche waren 2009 noch immerhin 11.200 km² vorhanden, bevor weitere 1.800 km² abbrachen. Von einem Kollaps wie in der wissenschaftlichen Literatur zu lesen ist daher etwas übertrieben, aber Fakt ist auch diese großen Abbrüche bei Larsen A und dem Wilkins Schelfeis ereigneten sich in relativ warmen Perioden des antarktischen Sommers. Auch unterscheidet sich die Entstehungsgeschichte der Schelfeise. Während das Wilkins Schelfeis größtenteils aus Meereis entstand und wenig Nachschub aus landseitigen Gletschern erhielt, war bei dem Aufbau der Eismasse von Larsen A und B zu nahezu 90% aus landseitigen Zuflüssen bedingt.  

Von einem Kollaps kann man beim Larsen B Schelfeis sprechen. Dieses kollabierte zwischen Januar und April 2002, es brachen ca. 3.250 km² des Schelfeises ab und sendete einen Schwall von Eisbergen in die Weddelsee. Der Vorgang differierte stark von dem im Larsen C Gebiet von 2017, vor dem Zusammenbruch von Larsen B bildeten sich eine große Anzahl von Schmelzwasserseen und Gletschermühlen auf dem Larsen B Schelfeis was dazu führte das der Zusammenhalt der Eismasse aufgelöst wurde, jedoch Küstennahe Gebiete blieben vorerst erhalten. Diese Reste des Larsen B Schelfeis werden aber wohl bis 2020 auch verschwunden sein. Das zeigt die Vorgänge im Schelfeis müssen näher untersucht werden, es gibt anscheinend verschiedene Möglichkeiten ein relativ großes Schelfeisgebiet zu destabilisieren. Ob sich Larsen C nun ebenfalls aufzulösen beginnt? Dahinter steht meines Erachtens noch ein kleines Fragezeichen, aber die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch.  

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