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Busch- und Waldbrandsaison in Nordamerika

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Aufnahme der Waldbrände in Kanada vom 18. Juli Quelle: NASA Earth Observatory

Aufnahme der Waldbrände in Kanada vom 18. Juli Quelle: NASA Earth Observatory

Die Busch-und Waldbrandsaison in der nördlichen Hemisphäre hat es schon in sich, aktuell brennen in British Columbia rund 168 Waldbrände die das Leben von 43.000 Personen beeinträchtigen. Aus diesem Grunde sah sich die Regierung der kanadischen Provinz gezwungen 39 Gemeinden zu evakuieren, betroffen sind rund 24.000 Personen, und den Ausnahmezustand bis zum 4. August in diesen Gebieten zu verlängern. Ein Grund das sich die Feuer in British Columbia so großflächig ausbreiten können ist der enorme Totholzbestand in den kanadischen Rocky Mountains. Grund für diesen ist der Befall der Bergkieferwälder durch den Bergkiefernkäfers, 2012 soll eine Fläche von 170.000 km² betroffen gewesen sein, der den Bestand derart schädigte das sich der Totholzbestand in 2019 auf ca. 900 Mio. Kubikmeter summieren wird. Ein anderer Grund dürfte die Dürreschäden der Jahre 2009 und 2015 sein, aber auch in diesem Jahr zeigt die Karte der British Columbia Drough Information in den mittleren Rocky Mountains eine Trockenperiode an. Beide Faktoren zusammen tragen wohl nicht ganz unerheblich zu dem Entstehen der Großfeuer in diesem Jahr bei, die am 7. Juli durch Blitzschlag ausgelöst wurden, wodurch gleichzeitig nahezu ca. 100 Brände entstanden.    

Im US-Bundesstaat Kalifornien wüten derzeitig wohl elf größere Feuer, Namen wie Wittier Fire, Garza Fire, Detwiler Fire oder das Park Fire jagen den Bewohnern der betroffenen Countys einen gehörigen Schrecken ein, denn es sind zerstörerische Flächenbrände die zu Evakuierungen größerer Ortschaften führen. Ein anderes Problem das dazu führt das sich die Brände in Kalifornien so großflächig sich ausbreiten können ist ähnlich gelagert wie in British Columbia. Der Totholzbestand in Kalifornien ist seit 2010 stark angewachsen, seit 2010 sollen mehr als 100 Mio. Bäume abgestorben sein. Besonders die Dürreperiode 2011-17 setzte wohl den Waldbeständen stärker zu, bekannt ist hierzu das die Resistenz gegenüber Trockenperioden bei verschiedenen Hartholzgewächsen unterschiedlich ausgeprägt ist. Untersuchungen in Deutschland ergaben das Fichtenarten wohl stärker betroffen sind als zum Beispiel Kiefern oder Eichen. Ein Umstand ist das der Zuwachs in Trockenperioden geringer und das die Bäume ihren Laub- und Nadelbestand verringern und wegen Wassermangels die Vegetationsperiode vorzeitig beenden. Bei mehrjährigen Trockenperioden wie der 2011-17 sterben die Bäume aus Wassermangel dann einfach ab. Ein anderes Phänomen bei diesen Großfeuern ist das die Brände ihre eignen Wettersysteme produzieren und das erstaunliche ist, die Wissenschaft hat dieses bislang recht wenig erforscht. Diese durch Großfeuer erzeugten Wettersysteme produzieren Pyrocumulus oder Rauchwolken von denen zumindest bekannt ist das sie die Niederschlagsbildung zumindest verzögern, wenn nicht gar komplett unterdrücken können. Interessant hierzu ist das die Großfeuer Aufwinde produzieren die bis in die obere Atmosphäre reichen können und damit zumindest die regionalen Luftzirkulationen beeinflussen.

Erstaunlich fand ich dieses Jahr ebenso das das West Mims Fire an der Grenze der Bundesstaaten Florida und Georgia in Europa recht wenig Beachtung fand. Dieses Großfeuer brach am 6. April 2017 durch Blitzschlag aus und zerstörte bis Ende Mai mehr als 400 km² Waldfläche im Okefenokee National Wildlife Refuge, vorausgegangen war eine mehrmonatige Dürreperiode in der Region, bei mehr als 100 Flächenbrände allein in Florida entstanden. Naja könnte man meinen, aber die Korrelation zwischen Dürreperiode und Waldbrand ist nun in Zeiten des anthropogenen Klimawandels kaum mehr zu übersehen.     

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