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In der Trump-Ära werden die Fortschritte bei der Reduktion von Treibhausgasen regional vorangetrieben

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

In der Trump-Ära werden die Fortschritte bei der Reduktion von Treibhausgasen regional vorangetrieben

Das die Trump Administration kein Freund des Pariser Klimaschutzabkommens ist weis eigentlich jeder. Immerhin wird immer wieder berichtet das Donald Trump demnächst aus diesem Abkommen aussteigen könnte. Zur Bestätigung dieser These könnte man den Clean Power Plan der Obama Administration anführen den er einkassiert und eine neue Back to the Basics Agenda der EPA vorgestellt hat. Vorausgegangen war die Unterzeichnung der Energy Independence Executiv Order durch Donald Trump, in der auch unter anderen eine Rückkehr zur Kohleverstromung vorangetrieben werden soll, was natürlich die Frage aufwirft wie schaut es mit der Kohleindustrie aus und wird die USA als ganzes diesem Ansinnen unter dem Motto Back to the Routes folgen?

Eine wie ich meine interessante Frage, denn ein Präsident der Vereinigten Staaten hat zwar viel Macht, aber Politik wird bekanntlich auch in den Bundesstaaten gemacht. Immerhin ist bekannt das seit über einem Jahrzehnt die Kohleverstromung in den Staaten rückläufig ist. Lieferten im Jahre 2007 die amerikanischen Kohlekraftwerke noch 2 Mrd. Kilowattstunden, fiel dieser Wert bis 2016 auf 1,2 Mrd. Kilowattstunden, was immerhin noch knapp 30% der in die USA erzeugten elektrischen Energie bedeutet. Dieser Rückgang ist schon einmal das erste Anzeichen das auch in den USA ein Umdenken stattgefunden hat und die Investitionen in Kohlekraftwerke nahezu null sind. Immerhin haben die Kohlekraftwerke der USA ein Durchschnittsalter von 39 Jahren und 88% der derzeitig 271 aktiven Großkraftwerke wurden zwischen 1950 und 1990 gebaut. Die hälfte von ihnen verfeuert Steinkohle die jedoch einen höheren Schwefelanteil hat und zumeist in in West-Virginia, Kentucky und Pensylvania abgebaut wird. Die andere Hälfte verfeuert zumeist die sogenannte Fettkohle, die einen geringen Schwefelanteil hat und ca. 5% der Kraftwerke verfeuert Braunkohle. Die Kohlendioxid-Emissionen sind dabei wohl die höchsten gegenüber anderen Energieträgern. Bei der in den USA verwendeten Steinkohle liegt dieser Wert bei 2.236 kg/Tonne und dies ist nur einer der Gründe das die Kohleindustrie in den Staaten in der Kritik der Öffentlichkeit steht. Die anderen lieferte die Wissenschaft, immerhin sterben durch die Emissionen der Kraftwerke zwischen 4.200 und 11.000 Menschen einen frühzeitigen Tot, ca. 2.800 Amerikaner erkranken jedes Jahr neu an chronischer Bronchtis, ca. 130.000 Asthmaanfälle und ca. 3,2 Mio. Krankheitstage werden gezählt. In der Summe gehen der US-Volkswirtschaft rund 59 Mrd. US-Dollar jedes Jahr an Krankheitsfolgekosten in Folge der Emissionen der Energiewirtschaft verloren. Diese Fakten brachten der Kohle- und Energiewirtschaft ein sehr schlechtes Image ein, was in der Folge als War on Coal von den Propagandisten der Kohleindustrie bezeichnet wurde. Was meiner Meinung nach aber ein Mythos ist. Vielmehr resultierte der Rückgang der Kohleverstromung aus mehreren Initiativen, einerseits führte der Schiefergas-Boom dazu das die Kapazitäten von 252 Kohlekraftwerken durch Gaskraftwerke und erneuerbare Energien einfach ersetzt wurden, andererseits führten gesteigerte Auflagen der EPA dazu das Kohlekraftwerke zunehmend unwirtschaftlich wurden und nicht zuletzt der Kampf gegen den Klimawandel kam auch bei der Politik und den Energieversorgern der USA an. Um Kohlekraftwerke wieder attraktiver zu machen müsste die Trump Administration die Auflagen der EPA lockern oder ganz abschaffen. Dieses Ansinnen läuft aber in vielen Bundesstaaten gegen die Ziele der regionalen Politik zuwider.

In der Trump-Ära werden die Fortschritte bei der Reduktion von Treibhausgasen regional vorangetrieben

If Trump turns off the satellites, California will launch its own damn satellite

Kalifornischer Governeur Jerry Brown Dez. 2016

Nimmt man zum Beispiel Kalifornien, so will dieser Bundesstaat bis 2030 seine Treibhausgasemissionen um 40% senken. Anspruchsvoll wohlgemerkt, aber eine Initiative die es für Trump und seine Regierung es sehr schwer machen wird für die konventionellen Energieträger, wie eben Kohle, die Rahmenbedingungen in Kalifornien zu verwirklichen die sie nun einmal brauchen um eine Wiederbelebung einzuläuten. Auch wird in Kalifornien der Ruf nach einem Verbots des Hydraulic Frackturings immer lauter und auf dem Gebiet von sechs Countys wurde dieses Verbot bereits umgesetzt.

Im Bundesstaat Washington wurde letztes Jahr ein Ölterminalprojekt von der Gemeinde Vancouver abgelehnt. Die Gemeinden Hoquiam und Aberdeen änderten ihre Regularien zur Raumplanung, um den Plan zum Bau von Ölterminals zu verhindern und das gleiche passierte in Portland im Bundesstaat Oregon. Interessant ist auch die seit 2012 aktive Oststaateninitiative RGGI, kurz Reggie genannt. In dieser Initiative haben sich die Bundesstaaten Connecticut, Delaware, Maine, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New York, Rhode Island und Vermont zusammengetan, Ziel ist es die Treibhausgase um 2,5% pro Anno bis 2020 zu senken. Man darf auch nicht vergessen das der Zubau an erneuerbaren Energien in den USA im Jahre 2016 stolze 24 Gigawatt Leistung betrug. Allein die kleinen privaten Solaranlagen der Häuslebauer erzeugten im Juli 2016 eine Leistung von 2,1 Mrd. Kilowattstunden. Beeindruckende Zahlen die auch zeigen das der Ruf nach sauberer Energieerzeugung Common Sense ist und zwar Landesweit.  

Wenn man sich die Zahlen und Fakten in den USA so ansieht wird es Donald Trump und seine Regierung es sehr schwer haben sich durchzusetzen, selbst wenn er das Pariser Klimaschutzabkommen kündigen würde. Seine Back to the Basics Agenda wäre zwar ein Schlag, aber die vielen regionalen Initiativen in den USA werden sich langfristig durchsetzen.  

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