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Wie Klimaskeptiker doch wissenschaftliche Fakten verbiegen

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Am Anfang stand ein Artikel im Deutschlandfunk den ich heute gelesen habe, dessen Überschrift lautet "Der Klimawandel ist wissenschaftlicher Fakt". Es ist eigentlich die Zusammenfassung eines Interviews mit dem Klimaforscher Werner Krauß, in dessen Endkonsequenz behauptet wird das der Klimawandel in der Öffentlichkeit in Deutschland kaum kontrovers diskutiert werde. Dem würde ich persönlich nur bedingt zustimmen, denn die Öffentlichkeit besteht bekanntlich nicht nur aus den Meinungen der politischen, medialen, ökonomischen oder wissenschaftlichen Eliten. Bei denen ist der Klimawandel eigentlich ein wissenschaftlich gesicherter Fakt oder besser gesagt der anthropogene Klimawandel, also der vom Menschen weitestgehend verstärkte Klimawandel. Es gibt da aber auch noch die andere Seite der Öffentlichkeit, bei denen ist der anthropogene Klimawandel bei weitem noch nicht angekommen und auch erheblich bekämpft wird. Das gilt nicht für Parteien wie der AfD, bei der gilt anscheinend das Kohlendioxid in der Atmosphäre gleich mehr Dünger für die Pflanzen ist. Das Kohlendioxid ein Dünger für Pflanzen darstellt ist eigentlich unbestritten, nur gilt dieses Faktum auch nur bis zu einem gewissen Grade. Wie eigentlich jeder weis, zuviel des Guten ist des Gärtners Pflanze Tot. 

Das gleiche gilt wohl für die Webseite Die kalte Sonne, in der beständig behauptet wird das die Medien, Politik und Wissenschaft ein eher verzerrtes Bild vom anthropogenen Klimawandel entwerfen. Na gut das tun Medien und Politik auch, denn Journalisten und Zeitungsverlage sind auch von dem abhängig was ihnen die Auflage einbringt und zweitens in eine wissenschaftlich fundierte Tiefe einzudringen ist schwierig oder besser gesagt zeitaufwändig. Diese zeitaufwändige Recherche entfällt bei den meisten, so das sie meistens nur an der Oberfläche des Themas rumstochern können. Aber das kann man ihnen eigentlich auch gar nicht vorwerfen, diese Leistung können Medien auch gar nicht erbringen, sie können lediglich Informieren und was man aus der Information macht obliegt immer noch dem Leser, man kann ja schlecht verlangen das jeder nun Facharbeiten und Fachblätter liest. 

Die Kalte Sonne ist aber auch eine etwas schräge Plattform, immerhin handelt es sich dabei um eine Plattform bei der ein Buch vermarktet werden soll und dementsprechend gestaltet sich der Inhalt der Webseite. Um es kurz zu machen in dem Buch wird der Sonnenfleckenzyklus der Sonne zum maßgebenden Einflussfaktor für das Erdklima erhoben. In einem vorangegangenen Post hatte ich mich mit dem Thema schon einmal beschäftigt und als nicht stichhaltig beschrieben, aber ich halte die These für einen interessanten Ansatz. Was die Autoren eben auch als Klimaskeptiker entlarvt, ist die permanente Verneinung des menschlichen Einflusses auf die Entwicklung des Klimas der Erde. Was sie sich beim Artikel Wellennummer -5 und Ananasexpress beenden langjährige Dürre in Kalifornien gedacht haben weis ich zwar auch nicht, aber in keinem der von ihnen aufgeführten Artikel wird der anthropogene Klimawandel und sein Einfluss auf die Faktoren die zur Dürre in Kalifornien führte bestritten. Zum Beispiel die Formulierung ist doch etwas schräg: 

Die NASA gab hierzu eine eigene Meldung heraus und erklärte die Entwicklung mit einem atmosphärischen Fluss, dem “Ananas-Express”.

Die kalte Sonne

Zum einen beschreibt der NASA  Artikel lediglich die Entstehung der atmosphärischen Flüsse im Januar über dem östlichen Pazifik. Die Daten der Satellitenmessungen die gezeigt werden sind da unmissverständlich und was die kalte Sonne tunlichst vermeidet zu erwähnen ist das diese atmosphärischen Flüsse ca. 30 bis 50% zum Jahresniederschlag in Kalifornien und der gesamten Westküste der USA beitragen. Warum die Beiträge der atmosphärischen Flüsse zum Gesamtniederschlag über Kalifornien in den Jahren 2012-2016 so niedrig ausfielen das in dem Bundesstaat eine Dürreperiode anbrach beschreibt der Artikel nun wirklich nicht. Dafür macht der Autor wohl zu Recht das Phänomen der atmosphärischen Rossby-Wellen verantwortlich, ohne dazu den eigentlichen Hintergrund zu liefern. Nämlich in folgender Formulierung wird der Schuldige zwar identifiziert, aber was die Rossby-Wellen, in englischen Publikationen auch als Wavenumber five bezeichnet, nun mit der Dürre in Kalifornien zu tun haben verschweigt der Autor. 

wenn Die Zeit hier hochaktuelle Forschungsergebnisse erwähnt hätte, nach denen die kalifornische Dürreserie mit einem natürlichen Phänomen zusammenhängt, nämlich den atmosphärischen Wellen

Die Kalte Sonne

Klar ist bei den Rossby-Wellen handelt es sich um ein natürliches Phänomen in der Zirkulation der Luftmassen um den Globus. Nur ist dieses natürliche Phänomen ist wie jedes andere Klimaphänomen abhängig von der Gesamtkonstallation des Gesamtsystems, eben dem Klimasystem der Erde. Über Rossby-Wellen ist folgendes bekannt, ihre Funktionsweise ist abhängig von der Temperaturdifferenz zwischen den polaren und tropischen Regionen der Erde. Je geringer die Temperaturdifferenz umso geringer fallen die Wellenbewegungen der Rossbywellen aus und zum Teil stecken sie aus noch nicht geklärten Gründen in ihren Positionen fest, wodurch es auf einer Seite der Rossby Welle zu Regenarmut und auf der anderen Seite zu extremen Niederschlägen kommen kann. Im Grunde genommen stimmen der verlinkten Link des PIK in Potsdam mit dem verlinkten Artikel der Kalten Sonne in dieser Frage sogar überein. Selbst der nächste verlinkte Artikel des Autors kommt zu einem ähnlichen Schluss, denn: 

Instead, the researchers found that disturbances in atmospheric circulation, the large-scale movement of air, have the most effect on drought because they can affect factors that will cause it to rain more or less.

California Droughts Caused Mainly by Changes in Wind, Not Moisture

Denn übersetzt heißt das wohl: "In der Tat, die Wissenschaftler fanden das Störungen in der atmosphärischen Zirkulation, die großräumige Bewegung der Luftmassen, haben den größten Effekt auf Dürreperioden, denn selbstverständlich sind dies die auslösenden Faktoren das es mehr oder weniger regnet". Also hier wird die veränderte atmosphärische Zirkulation als einer der Hauptgründe für die Dürreperiode angeführt und eine Bestätigung der Grundthese des kalte Sonne Autors sieht wohl anders aus.

Was den letzten verlinkten Artikel betrifft beschreibt dieser das Missmanagement der Kalifornischen Wasserbehörde, welche zu einer Intensivierung der Folgen des Wassermangels während der Dürreperiode 2012-16 führte. Man muss sich manchmal schon stark wundern, denn dieser Artikel ist schon unterirdisch. Wahrscheinlich vertrauen die Autoren auf schlechte Englischkenntnisse ihrer Leser, aber grundlegend interpretieren sie die Ergebnisse noch nicht einmal sondern entlang ihrer Argumentationsschiene wird eine Behauptung nach der nächsten aufgestellt ohne das der Grund für diese überhaupt ersichtlich wird. Also ich wundere mich nur noch. 

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