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Verlieren wir das Great Barrier Reef?

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Die weltweiten Wassertemperaturen am 10. April Quelle: NOAA Coral Reef Watch

Die weltweiten Wassertemperaturen am 10. April Quelle: NOAA Coral Reef Watch

Nun ist es eingetreten, was Anfang März befürchtet wurde ist nun amtlich: am Great Barrier Reef ist eine erneute Korallenbleiche tatsächlich eingetreten. Damit ist es eine weitere große Korallenbleiche, seit der großen 2016, und erstmals eine die sich in einem darauffolgenden Jahr am Great Barrier Reef fortsetzt. Wie ich bereits im März schrieb besteht damit die Gefahr das 90% der Korallenbänke absterben können. Damit setzt sich das seit Mitte 2014 beobachtete weltweite Absterben der Korallen weiter fort, als Hauptverursacher wird in Australien die Globale Erwärmung angesehen. Ein Effekt der im Jahre 2016 von dem aufgetretenen El-Nino nochmals beschleunigt und weiter vorangetrieben wurde. Die derzeitige weltweite Korallenbleiche bricht gleich mehrere Rekorde, sie ist die dritte beobachtete ihrer Art, die längste und sie erfasste nahezu alle Regionen der tropischen Gewässer in denen Korallen wachsen.   

Während der Korallenbleiche 2016 lagen die Wassertemperaturen am Great Barrier Reef ca. 1 bis 1,5°Celsius über dem Mittelwert der Jahre 2002-2011, in der ersten vier Monaten diesen Jahres lagen sie teilweise nochmals darüber. Dieser Umstand war auch sehr gut beobachtbar als der tropische Zyklon Debbie über die Gewässer des Barriereriffes zog und sich kurz vor ihrem Landgang im Bundesstaat Queensland in den Küstengewässern erheblich intensivierte. Welche Zerstörungen und Schäden Debbie nun wiederum am Barriereriff hinterlassen hat ist derzeitig wohl noch unklar.  

Temperaturanomalien im Pazifik vom 12. März bis 10. April 2017, die Daten der NOAA zeigen eine geringfügige Abkühlung im Bereich des Great Barrier Reef Quelle: NOAA Coral Reef Watch

Temperaturanomalien im Pazifik vom 12. März bis 10. April 2017, die Daten der NOAA zeigen eine geringfügige Abkühlung im Bereich des Great Barrier Reef Quelle: NOAA Coral Reef Watch

Wie die in oben dargestellter Animation der NOAA entwickeln sich die Wassertemperaturen in der Region im Nordosten Australiens geringfügig rückläufig, das ist noch kein Grund zum aufatmen. Die Gründe für eine Korallenbleiche müssen nicht nur im Hitzestress liegen, sondern auch allgemein in der Wasserverschmutzung der Gewässer. In anderen Regionen des Pazifik sieht es dagegen recht düster aus, in einigen Regionen des Pazifik wird durch den Hitzestress eine erneute Korallenbleiche erwartet, so zum Beispiel im berühmten Korallendreieck. Aber auch in französisch Polynesien, Kiribati, Papua Neuguinea und einigen mehr. Die Warnungen sind wohl eindeutig, wir werden in diesen Jahr nicht das Great Barrier Reef verlieren, aber dafür unzählige andere Riffe in den Tropen. In Kiribati starben 2015/16 der Großteil der Korallenbänke ab. Das größte Korallenatoll der Erde Kiritimati verlor nahezu 80% seiner Korallenbänke und in den nächsten 9-12 Wochen wird der Hitzestress in der Region weitergehen. Meines Erachtens mehr als ein Warnschuss.    

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