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Der März hatte es in sich

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Die bodennahe Temperaturanomalie für Januar 2017 im Verhältnis zu den Durchschnittstemperaturen des Vergleichszeitraumes 1981-2010 Quelle: ECMWF, Copernicus Climate Change Service 2017

Die bodennahe Temperaturanomalie für Januar 2017 im Verhältnis zu den Durchschnittstemperaturen des Vergleichszeitraumes 1981-2010 Quelle: ECMWF, Copernicus Climate Change Service 2017

Der März 2017 war Global gesehen der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Er reiht sich damit gleich hinter dem März 2016 in die Historie des derzeitigen Klimawandels ein. Im März 2017 lag die globale Durchschnittstemperatur 0,69°Celsius über der Durchschnittstemperatur des Vergleichszeitraumes 1981 bis 2010 und lag damit nur 0,10°Celsius unter der Durchschnittstemperatur des März 2016. Beunruhigt bin ich derzeitig etwas über die Bedingungen in der Arktis und Antarktis. Wie ich bereits geschrieben habe lag erreichte die Ausdehnung des Meereises auf beiden Hemispheren im Februar/März ein erneutes Rekordminimum. Einer der Gründe dafür zeigt das obere Bild der Temperaturen im Januar 2017, wie jeder erkennen kann lagen diese in den arktischen Regionen weit über den Mittelwerten des Vergleichszeitraumes 1981-2010. Diesen März lagen die Temperaturen im hohen Norden Russlands bis zu 15°Celsius über denen des Vergleichszeitraumes. Der absolute Kontrast dazu bildete der hohe Norden in Nordamerika. In in weiten Teilen Alaskas lagen die Temperaturen weit unter dem Mittelwert und in Kanada war es generell kühler als im Durchschnitt, während der mittlere Westen und die westlichen USA eine ungewöhnliche Wärmeperiode erlebten. 

In Deutschland war dieser März sogar der wärmste März seit 1881, die Durchschnittstemperatur lag bei 7,2°Celsius und damit 2,9°Celsius über denen des Vergleichszeitraumes oder 3,2°Celsius über der Referenzperiode 1961-1990. In Thüringen lag das Mittel der Temperatur im März bei 6,9 °C und damit 4,1°Celsius über dem Mittelwert von 2,8 °Celsius der Referenzperiode 1961-1990. Damit wurde der alte Rekord aus dem Jahre 1938 knapp überboten. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf nahezu 55 l/m² und die Sonne schien über 135 Stunden. In Gera lag der Mittelwert für diesen März sogar bei 7,1°Celsius und damit schlappe 4,1°Celsius über der Referenzperiode 1961-1990. Es fielen erfreuliche 46,9 Liter Niederschlag und die Sonne schien sogar 143,6 Stunden. 

Weltweite Verteilung der bodennahen Temperaturanomalien im März 2017 Quelle: Copernicus Climate Change Service April 2017

Weltweite Verteilung der bodennahen Temperaturanomalien im März 2017 Quelle: Copernicus Climate Change Service April 2017

Nimmt man einmal das Wettergeschehen der ersten drei Monate in den USA, so summierten sich die Schäden durch Wetterextreme landesweit auf über fünf Milliarden US-Dollar. Vom 20. zum 22. Januar zogen mehrere Stürme über den Süden und Südosten der USA, es wurden dabei 79 bestätigte Tornadosichtungen gemeldet. Der gewaltigste war ein EF-3 Tornado der in South Georgia elf Personen tötete. Im Südwesten der USA beendeten die sich im Januar über dem Pazifik entwickelnden "Atmosphärischen Flüsse" vorerst die langjährige Dürreperiode in Kalifornien, allerdings mit dramatischen Folgen. Über Kalifornien entwickelten sich im Januar und Februar heftige Winterstürme die in der Sierra Nevada mit orkanartigen Winden auftraten. Diese brachten dem Flachland zum Teil heftige Überflutungen, Erdrutsche und im Bergland summierte sich der Schneehöhen. Bis Anfang Februar lief der Oroville-Stausee voll und der Damm drohte zu brechen, mit der Folge das über 100.000 Personen im Umkreis von Sacramento vorsorglich evakuiert werden mussten. Die Schneehöhen in der Sierra Nevada summierten sich bis Ende Februar auf über drei Meter und insgesamt lag der Niederschlag bei 184% über der normalen Niederschlagsmenge für die Wintermonate im Sunshine State. Allein diese beiden Events sorgten für Schäden im Wert von 2,1 Mrd. US-Dollar. Die anderen drei Großereignisse waren zwei Großereignisse im Süden und dem mittleren Westen der USA, bei denen ein massenhaftes Auftreten von Tornados gemeldet wurden, und der Wintersturm und Kälteeinbruch Mitte März über den Süden und Osten der USA. Absolut ungewöhnlich sind die ausgedehnten Waldbrände in den südlichen und mittleren Appalachen in den Wintermonaten Januar bis März gewesen. Laut der NOAA brannten bis März ca. 8.000 km² Waldfläche in dieser Region nieder, was einer Zunahme von 700% entspricht. Das alles hat schon etwas Geschmäckle wie der Schwabe sagen würde. Vor allem vor dem Hintergrund das die neue US-Administration unter Donald J. Trump den Clean Power Plan Obamas nun endgültig zu Grabe getragen hat und die alten Industrien fördern will. Man wird sehen wie es dort weiter gehen wird, aber wenn Trump die USA wie ein Unternehmen führen will, dann werden sich die Verlustabschreibungen durch Wetterextreme sicherlich sehr negativ in seiner Bilanz bemerkbar machen, dies nicht nur im sprich-wörtlichen Sinne.        

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