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Das Great Barrier Reef ist schon gestorben?

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Vergleich der Korallenbleiche von 2016 zu 2017 Quelle: Terry Hughes / ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies/ Great Barrier Reef Marine Park Authority

Vergleich der Korallenbleiche von 2016 zu 2017 Quelle: Terry Hughes / ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies/ Great Barrier Reef Marine Park Authority

Das könnte man meinen, wenn man die Nachrichten zur derzeitig auftretenden Korallenbleiche am Great Barrier Reef auf den deutschsprachigen Webseiten und Nachrichtenportalen liest. Immerhin behauptet Gallileo.TV Katastrophale Nachricht: Wir haben das Great Barrier Reef verloren, N-TV behauptete sogar im Dezember "Das Great Barrier Reef ist 2016 gestorben" , okay das war mehr die übernommene Polemik von Terry Hughes, aber am 10.04. schreiben sie Null Aussicht auf Erholung, der österreichische Standard schreibt am 13.04. Great Barrier Reef: Schnell noch hin bevor es zu spät ist, Ze.TT schreibt "Wer das Great Barrier Reef nie lebendig sah, schafft es womöglich nicht mehr" und weitere Newsflash zum Thema kann man hier lesen

Im Grunde genommen schreiben viele Autoren schon am Nachruf des Great Barrier Reefs, als ob es schon kurz vor seinem endgültigen Tot stehen würde. Nur beschreiben sie eine Wirklichkeit die es so nicht gibt. Auf oben gezeigter Karte des Arc Centre of Ecellence Studies zeigt eindeutig das die diesjährige Korallenbleiche auf den nördlichen Sektor des Great Barrier Reef marine Parks zur Zeit beschränkt ist. Das ist ein Grund zur Besorgnis, denn dieser Bereich war während der Korallenbleiche 2016 zu 67% geschädigt worden und war der am stärksten geschädigte Bereich. Es könnte gut sein das die diesjährige Bleiche diesem Bereich eine Mortalität von über 90% beschert, aber der südliche Sektor und der hohe Norden ist von der diesjährigen Bleiche nur im einem geringen Umfang betroffen. Im übrigen werden die Wassertemperaturen im Nordosten Australiens schon im April wieder normalisieren, die NOAA Coral Reef watch erwartet bis September keine weitere Korallenbleiche am Great Barrier Reef durch erhöhte Wassertemperaturen.

Vielmehr wird eine Bleiche die Korallen im Korallendreieck in den nächsten Monaten treffen, also in den Gewässern von Indonesien, Philippinen und Papua Neuguinea. Ebenso besteht eine 60% Wahrscheinlichkeit das eine große Korallenbleiche die Inseln und Korallenriffe im zentralen pazifischen Raum treffen könnte. Wie ich bereits schrieb war der Inselstaat Kiribati 2016 besonders stark von der Korallenbleiche betroffen und 2017 setzte sich die Korallenbleiche dort ungehindert fort. Abhängig sind diese Prognosen auch davon ob sich ein erneuter El Nino in diesem Jahr im westlichen Pazifik entwickelt oder nicht. Die Anzeichen gibt es, immerhin könnten die Wetterextreme in Peru, Equador und Kolumbien darauf hindeuten das sich ein El Nino entwickelt, aber die Wissenschaftler der NOAA gehen von einer eher El-Nino neutralen Situation bis zum Sommer aus, allerdings schließen sie nicht aus das sich ein El-Nino im Herbst entwickeln könnte. Wenn das zutrifft wäre das der dritte El-Nino in Folge. Man wird sehen ob die Prognosen auch zutreffen werden, aber wie gesagt das das Great Barrier Reef sterben wird steht wohl noch in den Sternen geschrieben, aber Astrologie war noch nie mein Steckenpferd.     

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