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Das Desaster der Deep Water Horizon

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Ölverschmutzung durch den Deep Water Horizon Unfall an der Küste von Grand Terre Island, Louisana Quelle: Andrew Whitehead/National Science Foundation

Ölverschmutzung durch den Deep Water Horizon Unfall an der Küste von Grand Terre Island, Louisana Quelle: Andrew Whitehead/National Science Foundation

Ja diese Frage beschäftigt mich immer noch, immerhin traten beim 87 Tage andauernden Gulf Oil Spill im Jahre 2010 geschätzte 3,19 Mio. Barrel Rohöl und 218 Mrd. m³ Erdgas aus. Diese Zahlen die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte, umgerechnet entspricht allein die Menge des ausgetretenen Rohöls ca. 207.170 m³ oder 507.245.179 Liter. Immerhin ist dieses die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA die geschätzte 17,2 Mrd. US-Dollar Schäden an öffentlichen Werten verursachte. Will man die ökologischen Folgeschäden mit einbeziehen so werden mehr als 50 Mrd. US-Dollar veranschlagt. Das die untergegangene Bohrförderplattform Deep Water Horizon bis heute immer noch Öl verliert zeigt eigentlich nur das diese Umweltkatastrophe immer noch am Ticken ist. Der Ölteppich bedeckte 2010 immerhin Fläche von ca. 112.000 km² und verschmutzte die Küste der USA auf einer Länge von ca. 2.100 km. Zwar wurden zur Bekämpfung der Ölpest ca. 6,9 Mio. Liter Chemikalien ausgebracht, aber die Wirkung dieses Mixes aus Tensiden, Alkohol und Lösungsmitteln war doch eher zweifelhaft.    

Mal ganz abgesehen von den finanziellen Verlusten der Golf-Anrainer, weitest gehend unbestimmt sind bis heute die Schäden die der Unfall in der Tiefsee verursachte. Bekannt ist das Tiefseekorallen ebenso betroffen sind wie die der dort lebenden Fischen und Kleinstlebewesen. Da die Masse des ausgetretenen Rohöls und Gases nie an die Meeresoberfläche gelangte, sondern durch die dort vorhandenen Meeresströmungen in der Tiefsee verteilt wurde, beeinträchtigte diese Verschmutzung komplette Ökosysteme. Die Fläche der sauerstoffarmen Todeszonen im nördlichen Teil des Golfes vergrößerte sich zum Beispiel bis zum Jahr 2015 auf ca. 16.000 km². Zwar verringerte sich diese Fläche im Folgejahr um ca. 1.000 km², aber ob dieses nun Rückschlüsse auf eine Erholung der Meeresflora und -fauna in diesen Regionen zulässt ist meines Erachtens derzeitig noch ungewiss.   

An den Küsten des Golfes veränderte sich die biologische Diversität der Mikro- und Makrofauna, also die der Fadenwürmer, Pilze, Gliederfüßer und der Algen. Auch sind ca. acht Mrd. Krebstiere in der Folgezeit verendet. Die Anzahl der in der Barataria-Bucht lebenden Delphine halbierte sich und direkt von der Ölpest 2010 betroffen waren ca. 110.000 Küsten- und Zugvögel, die in der Folge verendeten.

Die küstennahen Gebiete betraf die Katastrophe genauso, so wurde an der Küste Louisanas eine stärkere Erosion der Küstenlinien festgestellt, die direkt auf die Verschmutzung durch Rohöl zurückzuführen war. Die Salzwassermarsche und Mangrovenwälder im Missisippi-Delta waren zum Beispiel sehr stark mit Rohöl kontaminiert worden, was zum Absterben größerer Teile der Küstenvegetation führte und dadurch die Erosion der Küsten erleichtert wurde. Inwieweit die Restaurierung des 2.100 km langen mit Ölrückständen kontaminierten Küstenabschnitts möglich ist? Naja darüber gibt es verschiedene Ansichten, aber allgemein akzeptiert ist die Vorstellung das die Nachwirkungen des Deep Water Horizon Desasters noch Jahrzehnte andauern werden. 

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