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Tropischer Zyklon ENAWO trifft Madagaskar

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Der spätere Tropische Zyklon Enawo beim Zeitpunkt seiner Entstehung am 3. März 2017 Quelle: NASA Goddard MODIS Rapid Response Team

Der spätere Tropische Zyklon Enawo beim Zeitpunkt seiner Entstehung am 3. März 2017 Quelle: NASA Goddard MODIS Rapid Response Team

Am 3. März wurde die Entstehung eines neuen tropischen Sturmtiefs vor der Nordwestküste Madagaskars beobachtet, sein Name TC 09S/Enawo. Er war der neunte tropische Zyklon der Saison 2016/17 im südlichen Indischen Ozean. Sein Zentrum befand sich 9 Uhr Weltzeit bei den Koordinaten 12,7 Grad südlicher Breite und 56,8 Grad östlicher Länge, ca. 924 Kilometer nördlich von Port Louis, Mauritius. Das Sturmtief bewegte sich mit 18,5 km/h in südwestliche Richtung und erreichte bereits Windgeschwindigkeiten von 62 km/h.

Bis zum 6. März intensivierte sich Enawo, er erreichte an diesem Tag Windgeschwindigkeiten von 166,7 km/h. Sein Zentrum lag um 9 Uhr Weltzeit bei den Koordinaten 14 Grad südlicher Breite und 53,8 Grad östlicher Länge, ca. 738 km nord-nordwestlich der Hauptinsel des französischen Überseedepartments La Reunion. Satellitenaufnahmen zeigten das um das Auge des Orkans starke Gewitterstürme zogen und deren Ausläufer bereits den Nordwesten Madagaskars erreichten.  

Am 7. März meldete das Joint Typhoon Warning Center das der Zyklon seinen Landgang um 8 Uhr Weltzeit bei den Koordinaten 14,6 Grad südlicher Breite und 50,2 Grad östlicher Länge auf dem halben Wege zwischen den Ortschaften Sambava und Antalaha gemacht hatte. Der Zyklon hatte sich vor seinem Auftreffen auf die Nordostküste rapide intensiviert, der minimale Luftdruck wurde mit 925 Millibar gemessen und der Durchmesser des Auges betrug 20 Kilometer. Eine Stunde nach seinem Landgang wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 231 km/h gemessen. Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke wurden bis in einen Radius von 83 Kilometern von Zentrum des Zyklons registriert. Damit entsprach TC09/Enawo einem Hurrikan der Kategorie IV auf der Saffir-Simpson-Skala. Unwetterwarnungen waren vor dem Auftreffen des Zyklons für ganz Nord-, Ost- und Zentralmadagaskar herausgegeben worden. An diesem Tage vermeldete der Deutschlandfunk bereits drei Tote durch den Wirbelsturm. 

Der tropische Zyklon Enawo am 7. März über Madagaskar Quelle: JTWC SatOps

Der tropische Zyklon Enawo am 7. März über Madagaskar Quelle: JTWC SatOps

Zugbahn des Zyklons Enawo Quelle:Meteo France

Zugbahn des Zyklons Enawo Quelle:Meteo France

Am 8. März befand sich das Zentrum des Zyklons 15,5 Grad südlicher Breite und 49,2 Grad östlicher Länge, über dem nördlichen Zentrum Madagaskars. Enawo bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 14,8 km/h in südwestliche Richtung. Seine Windgeschwindigkeiten erreichten über Land immer noch 166,7 km/h, Kategorie II auf der Saffir-Simpson-Skala. Enawo war der schwerste tropische Zyklon der letzten 13 Jahre, der Madagaskar traf. Inwieweit die Infrastruktur der Insel beschädigt oder zerstört wurde wird sich erst noch zeigen, laut Angaben der UN leben in dem Gebieten die Enawo traf aber rund 14,3 Mio. Menschen. Nach Angaben des Büros des UN Hilfskoordinators hatte der Zyklon im Norden der Insel eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Der Hafen von Antahala ist weitestgehend zerstört und die Hälfte der Häuser der Gemeinde entweder zerstört oder stark beschädigt. Die Ortschaft Farahalana wurde durch den Lohoko River überflutet. Laut Meteo France wird Enawo weiter in südlicher Richtung über die Insel ziehen und am 10. März gegen vier Uhr die Insel in der Nähe der Südspitze wieder verlassen. 

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