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"Super Zyklon" Enawo, nach der Dürre kam die Flut

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Die Verteilung der Regenmengen des Zyklons Enawo über Madagaskar bis zum 8. März 12 Uhr Quelle: NASA/JAXA, Hal Pierce

Die Verteilung der Regenmengen des Zyklons Enawo über Madagaskar bis zum 8. März 12 Uhr Quelle: NASA/JAXA, Hal Pierce

Das Zentrum des Zyklons Enawo überquerte am Morgen des 10. März die südliche Küstenlinie und lies Madagaskar hinter sich, nach dem er die Insel von Nord nach Süd überquert hatte und sich abschwächte zu einem tropischen Sturmtief. Immerhin traf er Madagaskar mit dem Äquivalent eines Hurrikan der Kategorie IV auf Land, im der Atlantischen oder pazifischen Region würde man von einem Major-Orkan sprechen. Entsprechend sind auch die Schäden in einem der ärmsten Länder der Erde. Laut dem Büro des UN-Nothilfekoordinators sind ca. 760.000 Menschen in neun Provinzen des Landes direkt von diesem Zyklon betroffen. Bis zum 9. März wurden fünf Menschen als getötet und neun verletzt gemeldet. Die heftigen Regenfälle die der Zyklon mit sich brachte lösten Überschwemmungen und Erdrutsche aus. In der Region von Analanjirofo wurden mehr als 10.000 Menschen von den Fluten vertrieben und Massen von Kadavern toter Zugvögel wurden an die Küste gespült. Meteo France berichtet von ca. 20.000 zerstörten Häusern im Nordosten der Insel.

Animation der Regenfälle Quelle: NASA/JAXA, Hal Pierce

Die NASA berichtet von Regenmengen von 200 bis 300 mm im nördlichen und östlichen Teil des Inselstaates. Regenmengen von 500 mm ließ Enawo bereits vor seinem Landgang über dem indischen Ozean niedergehen. Der nun zum tropischen Sturmtief herabgestufte Enawo traf auf Madagaskar nach einer mehrjährigen Dürrephase. Der Deutsche Wetterdienst kommentierte das die trockenen Flussläufe und Flüsse mit niedrigen Wasserpegel einen Teil der Wassermassen aufnehmen könnte, aber die ausgedörrten Böden können unmöglich die Wassermassen die der Zyklon niedergehen ließ aufnehmen. Die FAO beurteilte Ende letzten Jahres die Ernährungslage der Bevölkerung als nicht zufriedenstellend. 1,4 Millionen Madagassen in südlichen Provinzen Androy, Ansoy und Atsino-Andrefana hatten zur Jahreswende 2016/17 keinen sicheren Zugang zu Lebensmitteln, von diesen waren 860.000 Personen auf Lebensmittelhilfslieferungen angewiesen. Die Maisernte war in der Provinz Androy letztes Jahr um 80% eingebrochen, im gesamten Land ging die Ernte um 4% zurück, die der Maniokwurzel um 16%. Das Famine Early Warnings System Network berichtete das die Reisernte im Dezember bis Februar diesen Jahres weit unterdurchschnittlich ausfiel und die Preise in den Indikatormärkten der Hauptstadt um 25% gestiegen sind. Durch Enawo dürfte sich die Lage nochmals zuspitzen. 

Man wird erst in den nächsten Tagen sehen wie es auf Madagaskar weitergeht und welche Schäden der Wirbelsturm im ganzen Land anrichtete, aber eines dürfte sicher sein: Madagaskar wird dieses Jahr weiter auf Hilfe angewiesen sein.   

Der tropische Sturmtief Enawo am 10. März um 10 Uhr UTC über dem südlichn Indischen Ozean Quelle: NASA

Der tropische Sturmtief Enawo am 10. März um 10 Uhr UTC über dem südlichn Indischen Ozean Quelle: NASA

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