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Packeisausdehnung in Arktis und Antarktis auf Rekordminimum im Februar 2017

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Das Ochotskische Meer am 15. Februar 2017, gut zu erkennen die eisfreie offene Meeresoberfläch Quelle:  Copernicus Sentinel data (2017), processed by ESA

Das Ochotskische Meer am 15. Februar 2017, gut zu erkennen die eisfreie offene Meeresoberfläch Quelle: Copernicus Sentinel data (2017), processed by ESA

Wie ich gerade gelesen habe ist die Eisausdehnung im arktischen Ozean in Februar 2017 auf ein neues Rekordminimum gefallen. Ende Februar bedeckte Packeis lediglich 14,28 Mio. km², das ist der niedrigste Wert in 38 Jahren oder seit Beginn der permanenten Satellitenüberwachung über der Arktis. Dieser Wert liegt 40.000 km² unter dem Wert vom Februar 2016 und 1,18 Mio. km² unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1979 bis 2010.

Wie das National Snow and Ice Data Center mitteilte lagen die Temperaturen über der Arktis rund 2 bis 5°Celsius über den langjährigen Mittelwerten. Erstaunlich fand ich auch die Eis- und Schneeschmelze auf Grönland im letzten Jahr, diese begann bereits in der zweiten Aprilwoche im Südwesten der Insel. Den Höhepunkt erreichte die Schmelzsaison am 19. Juli und erfasste ca. 43% des Eisschildes Grönlands. Allein an diesem Tag verlor der Eisschild Grönlands 11 Gigatonnen an Masse. Besonders erstaunlich fand ich das im Nordosten der Insel an über hundert Tagen das Eis schmolz, eigentlich geht man davon aus je höher der Breitengrad um so kühler die Temperaturen und umso geringer der Eisverlust. 

Schnee- und Eisschmelze im Jahr 2016 in Tagen Quelle: NSIDC, Thomas Mote, University of Georgia

Schnee- und Eisschmelze im Jahr 2016 in Tagen Quelle: NSIDC, Thomas Mote, University of Georgia

Quelle: Polar Portal

Aber wie man sieht man lernt nie aus, aber in der Summe war die Eis- und Schneeschmelze 2016 wohl die intensivste seit Beginn der Überwachung. Der Masseverlust durch die Eisschmelze ist ebenso beeindruckend, aber da streiten sich die Gelehrten anscheinend oder je nach Modell das zugrunde gelegt wird. Der Durchschnitt der Jahre 1981-2010 lag laut dem NSIDC bei 144.000 Mio. Tonnen pro Jahr, für die Saison 2014/15 ermittelte CyroSat einen Masseverlust von ca. 250 Giga Tonnen Brutto durch die Schmelze. Nur mal ein Vergleich um die Größenverhältnisse darzustellen 1 Giga Tonne entspricht entspricht 1 km³ oder 1.000 Mio. Tonnen Wasser. Schmelzen 100 Giga Tonnen entspricht dies 0,28 mm Ansteigen des Meeresspiegels. Um die Sache mit der Massebalance besser zu verstehen ist es daher auch angebracht den Niederschlag und die Neubildung von Eis auf Grönland mit ein zu beziehen. Im Jahr 2014/15 betrug dieser Massezuwachs ca. 220 Giga Tonnen, also kommt man zu einem Nettomasseverlust an Eis von ca. 30 Giga Tonnen für 2014/15. Also beeindruckende Zahlen wie ich finde, da müssen die Klimaskeptiker sich ziemlich anstrengen um das zu wiederlegen. 

Das diese zur Zeit wieder Oberwasser bekommen könnten zeigen die Handlungen der Trump Administration in den USA. Diese kürzte der Budget der Environmental Protection Agency (EPA) um glatte 30%, damit einhergehend wird das 50 Mio. Dollar Programm für die Forschung an Umweltthemen eingestellt. Bei der NOAA wird das Budget um 17% gekürzt, hauptsächlich betroffen sind die Umwelt-Forschungsprogramme mit dem Verlust von 126 Mio. Dollar und die Gelder für den Betrieb und Bau von Erdbeobachtungssatelliten werden um 513 Mio. Dollar gekürzt. Bei der NASA werden die Erdbeobachtungsprogramme reduziert um 12%. Gestrichen wurde bereits die PACE Mission und das Orbiting Carbon Observatory-3. Ob es einen Nachfolger für das GRACE-Programm geben wird ist nun anscheinend wieder offen. Keine guten Voraussetzungen um das Verständnis und Wissen über unseren Planeten zu erweitern, denn das Wissen was wir in den letzten Jahrzehnten über die Vorgänge in der Arktis und Antarktis erlangt haben, verdanken wir zu einem Großteil den Erdbeobachtungssatelliten der NASA und NOAA. Man wird sehen wie es da weitergeht, ich persönlich mache mir für die nächsten vier Jahre keine großen Hoffnungen was die Forschung in den USA angeht. 

Quelle: NASA

Quelle: NASA

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