Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Vulkan Bogoslof, die Evolution einer vulkanischen Insel

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Bogoslof Island nach der Eruptionserie vom 30. Januar 2017, gut zu Erkennen der Schlot der Ausbruchsserie seit Dezember 2016.  Quelle: Chris Waythomas/Alaska Volcano Observatory / U.S. Geological Survey

Bogoslof Island nach der Eruptionserie vom 30. Januar 2017, gut zu Erkennen der Schlot der Ausbruchsserie seit Dezember 2016. Quelle: Chris Waythomas/Alaska Volcano Observatory / U.S. Geological Survey

Der Vulkan Bogoslof ist weiter aktiv und produzierte seit dem 26. Januar drei weitere größere Eruptionen. Am 27. Januar registrierten die Messgeräte zuerst eine Zunahme der seismischen Aktivität am Vulkan, die in einer Eruption um 8:24 Uhr Alaska Standard Time (AKST) gipfelte. Die Eruptionswolke des Ausbruchs erreichte eine Höhe von 7,62 Kilometern und wanderte ostwärts. Für den Flugverkehr wurden wurden Warnungen bis auf eine Flughöhe von 9,1 Kilometern herausgegeben.

Am 30. Januar ereignete sich am Bogoslof gleich eine größere Ausbruchsserie. Wie das Alaska Volcano Observatory am 31. Januar mitteilte begann die Serie um 20:20 Uhr AKST. Es wurden mehr als 10 Eruptionen in kurzer Reihenfolge registriert, die in ihrer Intensität zunahmen. Der Höhepunkt der Serie wurde zwischen 23:40 und 0:30 Uhr AKST am 31. Januar erreicht. Die Aschewolken der ersten Eruptionen stiegen bis in 6.100 Metern auf, die der Hauptserie stiegen bis 7.600 Meter auf. Um Mitternacht vom 30. zum 31. Januar dehnte sich eine Eruptionswolke bis nach Dutch Harbour aus, immerhin eine Entfernung von 125 Kilometern. Mit der dieser Ausbruchsserie schuf der Vulkan auch ca. 400.000 m² neues Land.

Eine weitere Eruption ereignete sich am Morgen des 3. Februar um 4:57 Uhr AKST. Es wurde jedoch keine Aschwolke bei diesem Ereignis beobachtet. Die registrierten Infraschallwellen dieser Eruption legt jedoch zumindest kleinere Emissionen vulkanischen Materials nahe. Am selben Tag erfolgte um 18:41 Uhr AKST eine größere Eruption, deren Aschewolke bis auf eine Höhe von ca. 7.600 Meter aufstieg.      

Veränderungen des Aussehens und Größe von Bogoslof Island während der Aktivitätsphase 2016/17 Quelle: Chris Waythomas / Alaska Volcano Observatory / U.S. Geological Survey

Veränderungen des Aussehens und Größe von Bogoslof Island während der Aktivitätsphase 2016/17 Quelle: Chris Waythomas / Alaska Volcano Observatory / U.S. Geological Survey

Ein recht interessantes Detail der Ausbruchsserie 2016/17 am Bogoslof ist die Evolution der Insel die der Vulkan schuf. Immerhin handelt es sich beim Bogoslof um einen unterseeischen Vulkan dessen Basis sich in einer Tiefe von 1.800 Metern, am Grund des Beringmeers befindet. Mit der Ausbruchsserie schuf der Vulkan bis zum 31. Januar immerhin etwas mehr als 0,7 km² neues Land, wobei sich der Schlot des Vulkans immer noch unter Wasser befindet.  Mit der Ausbruchsserie vom 30./31. Januar warf der Vulkan so viel Material aus, das der unterseeische Vulkanschlot nun komplett von einer Landbarriere umschlossen ist, die selber von Kanälen durchzogen ist. 

Aber es ist auch eine Veränderung der vulkanischen Aktivität fest zu stellen. In der Summe wurden vom 20. Dezember bis zum 31. Januar 2017 insgesamt 27 Eruptionen registriert, die in einen Abstand von ein bis vier Tagen erfolgten. Von Dezember an wurden die Ausbrüche des Bogoslof in ihrer zeitlichen Dauer immer länger und auch die Eruptionswolken veränderten sich in ihrer Zusammensetzung. Waren die ersten noch hauptsächlich angefüllt mit Wasserdampf und Eis, waren die letzten Eruptionen vom 30./31. Januar wesentlich Aschereicher, was darauf hindeutet das der Ausgang des Vulkanschlotes sich immer näher der Meeresoberfläche befindet. Ich bin gespannt wie es am Bogoslof Vulkan weitergeht, also Update folgt. 

Ein anderer unterseeischer Vulkan ist wahrscheinlich seit dem 23. Januar im Inselstaat Tonga aktiv. Entdeckt wurde diese Aktivität interessanterweise über Fotos des NASA/USGS Satelliten Landsat 8. Der Name des Deliquenten ist etwas ominös: Submarine Volcano III. Dieser war bereits  1911, 1923, 1970, 1998/99 und 2007 aktiv und bildete zumindest im Januar 1999 eine kleine Insel aus pyroklastischen Material über der Wasseroberfläche aus, die jedoch durch die Wellenaktivität schnell wieder abgetragen wurde. Viele Informationen über seine derzeitige Aktivität gibt es leider nicht, aber naja man kann bekanntlich nicht alles haben. 

Kommentiere diesen Post