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Supernova 1987A wurde 30 Jahre

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Supernova 1987A im Bildmittelpunkt Copyrigth: NASA, ESA, R. Kirshner, P. Challis, ESO/NAOJ/NRAO/A. Angelich, NASA/CXC/SAO

Supernova 1987A im Bildmittelpunkt Copyrigth: NASA, ESA, R. Kirshner, P. Challis, ESO/NAOJ/NRAO/A. Angelich, NASA/CXC/SAO

Das hatte damals schon etwas, als die Astronomen auf der europäischen Südsternwarte in Chile die Entdeckung der Supernova 1987A verkündeten. Immerhin war es die erste Supernova die von der Erde aus beobachtet werden konnte seit dem Jahre 1604. In diesem Jahr beobachteten weltweit Astronomen das Aufflammen eines neuen Sterns im Sternbild des Schlangenträgers. Der bekannteste Bericht über den "neuen Stern" stammte von Johannes Keppler. Dieser schrieb das Buch "De Stella nova in pede Serpentarii" und aus diesem Grunde wurde dieses Ereignis nach ihm benannt als Kepplers Stern. Dies war auch die letzte beobachtete Supernova in unserer eignen Galaxie. Frühere belegte Beobachtungen waren die Supernova von 1054 und die Supernova von 1572

Aber zurück ins Jahr 1987, die gigantische Sternexplosion ereignete weit außerhalb unserer Galaxie in der Großen Magellanischen Wolke in einer Entfernung von 168.000 Lichtjahren, +/-20.000 Lichtjahren und das beste daran war, der Vorgängerstern war bereits katalogisiert. Dieser nannte sich -69° 202, er war zur großen Überraschung aller Astronomen und Astrophysiker ein Blauer Überriese mit ca. 17 Sonnenmassen. Bis dahin nahm man an das nur Rote Überriesen als klassischen Vorläufersterne einer Supernova in Frage kamen. 

Aber mit der Entdeckung der Supernova kam man einem Punkt im Verständnis der Sternenevolution nicht näher, die große Frage lautet nämlich wie und warum solch massereiche Sterne überhaupt als Supernova explodieren? Bis heute ein nicht ganz verstandener Vorgang und eine bislang unbeantwortete astrophysikalische Fragestellung. Auch die Evolution der Supernova an sich ist bislang ebenso nicht ganz verstanden worden, so umgibt die Supernova 1987A gleich zwei Ringstrukturen, der äußere Ring ist jedoch wesentlich älter als der innere Ring, dieser wurde von der Supernova-Eruption erzeugt. Schätzungen zufolge hat der äußere Ring ein Alter von ca. 20.000 Jahren. Sein Material wurde von diesem Blauen Überriesen lange vor dem großem Ereignis freigesetzt und durch solare Winde fortgetragen. Erkennbar wurde dieses spätestens im Jahre 2001 als die Schockwellen der Sternenexplosion vom 24. Februar 1987 die äußere Ringstruktur durchlief. Eine der großen Fragen zu der Supernova 1987A ist: Was wurde aus den Überresten des massiven Blauen Riesen? Im Augenblick weis es keiner, denn der Blick auf das Zentrum ist durch die Auswurfmaterie der Sternenexplosion immer noch versperrt. Theoretisch möglich ist das die Restmaterie des Blauen Riesen zu einem Schwarzes Loch kollabierten oder das vielleicht auch ein Pulsar, ein extrem schnell rotierender Neutronenstern, entstanden ist. Beides recht gängige Modelle in der Astrophysik zum Ableben eines Sternes dieser Größe. Aber vielleicht ist auch was ganz anderes entstanden? Es gibt ja auch die Theorie eines Strange Star, zu gut deutsch Quarkstern. Wenn es denn ein Quarkstern wäre, ist es doch interessant zu erfahren welche Geschmacksrichtung dieser hat. Kein Scherz, theoretische Physiker reden des öfteren über Quarks und deren unterschiedliche Quarks-Flavours. Zuerst darüber gelesen hatte ich 1987 darüber in dem Buch Urknall, Quarks, Kernfusion. Dann gibt es noch die Möglichkeit das die Überreste der Supernova 1987A einen Holostern gebildet haben könnte. Immerhin wäre diese Möglichkeit eine wesentlich attraktivere als die eines Schwarzen Loches bzw. einer alles zermalmenden Singularität.  

Eine andere große Frage der Astronomie und Astrophysik ist, warum hat sich in der Milchstraße seit 1604 keine weitere große Sternenexplosion die von der Erde aus beobachtet werden konnte mehr ereignet? Zwar hat man mit dem Objekt G1.9+0.3 eine Supernova entdeckt die sich vor 150 Jahren in einer Entfernung von 27.700 Lichtjahren ereignet haben muss, aber nach allgemein anerkannten Berechnungen sollte sich alle 50 Jahre eine solche Sternenexplosion in der Milchstraße ereignen. Fragen über Fragen, es gibt also noch viel zu entdecken.  

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