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Exomars 1 ist im Marsorbit

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Der Mars am 16. Oktober 2016 Quelle: ESA - CC BY 3.0 IGO

Eigentlich schade das die Mission EXOMARS so wenig Resonanz in den Medien findet. Zwar ist der Lander Schiaparelli wohl hart auf den Mars aufgeschlagen und kreierte einen neuen Krater von 2,40 Meter Durchmesser und einer Tiefe von einem halben Meter. Aber hier sollte man sagen, okay Schiaparelli war ein Testmodul das die Landung des eigentlichen Rovers mit EXOMARS 2 2021 testen sollte. Ja dieser Test ist daneben gegangen, aber der Tras Gas Orbiter gelangte in eine Umlaufbahn um den Mars. Diese ist zwar stark elliptisch, aber der Orbiter funktioniert und sendete bereits erste Bilder zur Erde. Der Tras Gas Orbiter umrundet den Mars alle 4,2 Tage, seine Umlaufbahn lässt ihn zwischen 230 bis 310 km an die Marsoberfläche herankommen. Seine maximale Distanz zur Oberfläche beträgt immerhin 98.000 km, so das der Orbiter erst Ende 2017 seine Finale Umlaufbahn erreichen wird. Zwischen dem 20. und 28. November wurden vier wissenschaftliche Instrumente des Orbiters erstmals getestet.     

Erste Messreihen des Nadir and Occultation for Mars Discovery (NOMAD) Instruments Quelle: ESA/Roscosmos/ExoMars/NOMAD/BISA/IAA/INAF/OU

Erste Messreihen des Nadir and Occultation for Mars Discovery (NOMAD) Instruments Quelle: ESA/Roscosmos/ExoMars/NOMAD/BISA/IAA/INAF/OU

Besonders spannend finde ich das Colour and Stereo Surface Imaging System, kurz CaSSIS. Am 26. November konnte der TGO mit diesem Instrument ein paar beeindruckende Fotos vom Marsmond Phobos schießen. Außerdem werden die Bilder von der Oberfläche des Mars dazu verwendet einen geeigneten Landeplatz für den Marsrover zu finden, dessen Flug wohl 2020 starten soll. 

Marsmond Phobos am 26. November aus einer Entfernung von 7700 Kilometern Quelle: ESA/Roscosmos/CaSSIS

Marsmond Phobos am 26. November aus einer Entfernung von 7700 Kilometern Quelle: ESA/Roscosmos/CaSSIS

Mit dem Instrument Atmospheric Chemestry Suite misst der TGO die atmosphärische Chemie des roten Planeten. Technologisch weit fortgeschritten, immerhin ein drei in eins Spektrometer, recht platz- und Gewichtssparend. Besonders im Focus des Instruments stehen die Nachweise von Methan, Stickstoffdioxid, Wasserdampf und Acetylen. Man kann es förmlich erraten, man will den endgültigen Nachweis über Leben oder kein Leben auf den Mars führen. Naja seit dem der Astronom Giovanni Schiaparelli die berühmten Canali in seinem Marsatlas 1877 eintrug rankten sich die wildesten Gerüchte um den Mars und seinen Bewohnern. Na gut, die marsianische Zivilisation war wohl eine Erfindung von H.G. Wells und dem Astronomen Percival Lowell, aber auf die Spitze trieb es wohl Orson Welles mit seiner Radiosendung "The Mercury Theater on Air". Nach der Sendung vom 30. Oktober 1938 brach eine Massenpanik in New York und Umgebung aus, der Grund Welles spielte H.G. Wells "Krieg der Welten" so realistisch nach das viele meinten Marsianer greifen die Erde an. Das zeigt schon ein mal, der Mars beflügelt unsere Fantasie und vor allem die Kultur. Das Thema ist aber interessant, mal sehen wie es mit Exomars 1 weitergeht. Immerhin wurde am 1. Dezember auch die noch ausstehende Finanzierung von Exomars 2 in Luzern beschlossen.    

 

 

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