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Mysteriöser Gletscherkollaps in Tibet

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Die beiden Eislawinen im Aru Gebirge, am Aru Co Sees Quelle: NASA Earth Observatory
Die beiden Eislawinen im Aru Gebirge, am Aru Co Sees Quelle: NASA Earth Observatory

Dieses Jahr hat sich im Aru Gebirge im nördlichen Hochland Tibets gleich zwei Mal einen Gletscherkollaps ereignet. Der erste ereignete sich am 17. Juli, bei diesem Ereignis donnerten 100 Mio. m³ Eis und Fels zu Tal. Die Lawine tötete dabei neun Menschen und mehrere hundert Schafe und Yaks. Das Lawinenmaterial bedeckte, nach dem zu zum Stillstand gekommen war, eine Fläche von 10 km² bis zu einer Höhe von 30 Metern.

Das zweite Ereignis ereignete sich Ende September in der selben Region und riss wahrscheinlich eine ähnlich große Menge an Material zu Tal. Genaue Angaben zum zweiten Ereignis sind noch nicht bekannt. Das erstaunliche dabei ist, der Ausgangspunkt der Lawinen liegt in einer Höhe von 5.200 bis 6.200 Metern, also in einer Region in der man einen solch massiven Eisabgang nicht unbedingt erwarten würde. Wenn man sich die Menge an Material vor Augen hält scheint in beiden Fällen Teile eines Gletschers kollabiert zu sein, was an für sich immer noch einem Mysterium gleichkommt. Ein ähnliches Ereignis wurde bislang nur am Kolka-Gletscher im Kaukasus im Jahre 2002 beobachtet.

Ob das nun die Folgen des Klimawandels sind? Folgendes ist hierzu über Tibet bekannt:

- Die durchschnittlichen Temperaturen sind um ungefähr um 0,4°C seit 1960 gestiegen

- Die Eisflächen der Gletscher, im chinesischen Teil des Himalaya, reduzierten sich um 15% in den letzten 30 Jahren

- Im selben Zeitraum stieg der jährliche Abfluss an Schmelzwasser von 61,5 auf 79,5 Milliarden m³

- 2009 warnten bereits chinesische Wissenschaftler das wenn sich der Trend der Erhöhung der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit weiter geht, bis 2050 ca. zwei drittel der Gletscher auf dem Hochland Tibets verloren gehen werden.

Man wird wohl erst noch sehen ob diese Prognosen eintreten werden, aber das Mysterium von zwei massiven Eisabgängen in einer Region und dazu noch innerhalb weniger Monate lässt wohl nichts gutes Erahnen. Aber letztendlich wird wohl die Zukunft erst zeigen ob diese Eisabgänge einmalige Ereignisse waren oder auch nicht, interessant ist es auf jeden Fall. Man wird wohl nicht umhin kommen die Gletscher Tibets besser zu überwachen.

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