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Rosettas Grande Finale

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Die europäische Raumsonde Rosetta ist nun endgültig in die Analen der Geschichte der Erforschung des Sonnensystems eingegangen. Sie landete gestern um 13:20 mitteleuropäischer Sommerzeit auf 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Na gut gelandet ist sie eher nicht, eher kollidiert. Aber das tut der ganzen Sache auch keinen Abbruch, denn was vorher passierte war schon echt Atemraubend.

Am 24. September wurde Rosetta in einen neuen Orbit von 16 x 23 km um den Kometen befördert, um eine Position in 19 Kilometer über der Kometenoberfläche am 29. September zu erreichen und dann den finalen Abstieg auf den Kometen zu beginnen. Na gut, finaler Abstieg klingt zwar gut, real und von der Warte eines Physikers gesehen war es jedoch mehr ein freier Fall. Am 29. September wurde die finale Abstiegsphase um 22:50 Uhr MESZ eingeleitet.

Am 30. September sendete Rosetta auf ihrem Abstieg eine Serie von Bildern der Oberfläche vom Kometen die es meiner Meinung nach in sich hatten, näher gings wirklich nicht mehr. Um 10 Uhr MESZ wurden ihr die letzten Kommandos übermittelt und die letzte Stunde der Mission wurde live übertragen. Ob Rosetta wirklich so sanft auf Tschurjumow-Gerasimenko aufsetzte wie die ESA es sich so vorstellte? Wir werden es wohl nie erfahren, ich denke sie wird vielleicht ein paar Hüpfer noch gemacht haben. Das letzte Bild von Rosetta wurde aus einer Entfernung von 20 Metern über der Oberfläche des Kometen, aus 720 Mio. Kilometern Entfernung, übertragen. Da kann ich nur noch sagen, was für ein Finale einer 12,5 Jahre währenden Mission in den Tiefen des Sonnensystems. Auf jeden Fall kann ich eines sagen, die 768 Tage die Rosetta den Kometen umrundete waren voll spannender Momente, wie niedriger Vorbeiflüge, der Landung von Philae und dank der Öffentlichkeitsarbeit der ESA war es wohl auch die erste Deep Space Internet Mission of Mankind.

Gestern Abend habe ich mich eines gefragt, hat es Rosetta vielleicht in die Nähe von Philae verschlagen? Wäre doch ein nettes Ende, wenn die beiden zusammen auf der Oberfläche des Kometen lägen und wer weis, vielleicht fliegt doch eines Tages jemand hin um nach zu sehen. Wenn man ganz fantasievoll ist, startet vielleicht jemand eines Tages eine Mission um die Beiden Heim zu holen auf die Erde. Das wäre es doch oder?

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