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Matthew trifft Florida

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Infrarotaufnahme von Matthew am 7. Oktober, Aufgenommen von Sentinel 3A Quelle: ESA
Infrarotaufnahme von Matthew am 7. Oktober, Aufgenommen von Sentinel 3A Quelle: ESA

Hurrikane Matthew schlug wie erwartet eine Richtung ein, die ihn entlang der Küste von der US Bundesstaaten Florida, Georgia, South- und Nord Carolina ziehen lässt. Aber dieses soll kein Artikel über Matthew werden, sondern ein wenig über recht wenig beachtete Details werden.

Besonders Interessant finde ich die Öffentlichkeitsarbeit der US-Amerikaner. Immerhin wurden 1,5 Mio. Menschen aufgefordert die niedrig liegenden Gebiete in diesen Bundesstaaten zu verlassen. Auch wurden die Bundesstaaten aufgefordert Emergency Operations Centers (EOC) einzurichten um die Hilfsleistungen besser koordinieren zu können. Desweiteren reorganisierte die FEMA ihre Incident Support Bases (ISB) in Albany, Georgia und Fort Bragg. Allein in Fort Bragg 255.000 Liter Wasser und 441.000 Lebensmittelrationen, 8.000 Decken und 3.500 Feldbetten eingelagert. Wie ich finde haben die USA aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, aber die Zugbahn von Matthew ist eigentlich recht außergewöhnlich. Das Zentrum des Hurrikans zog mit 19 km/h nur wenige Kilometer entfernt der Küstenlinie nordwärts. Sein westlicher Augenwall traf dabei sogar mehrfach auf die Küste Floridas. Am 7. Oktober um 11 Uhr Ortszeit lag sein Zentrum 55 Nordöstlich von Daytona Beach.

Zentrum Matthews auf der Höhe von Cape Canaveral Quelle: NASA/JPL Caltech
Zentrum Matthews auf der Höhe von Cape Canaveral Quelle: NASA/JPL Caltech

Interessant finde ich auch über wie viele Messmethoden die Aktivität im inneren des Hurrikanes gemessen wird. Die erste Aufnahme im Artikel stammt von Sentinel 3A der ESA, die ausgedehnten blauen Bereiche zeigen Wolkenbänder mit stark unterkühlten Wasser, die Temperatur in diesen Bereichen liegt bei unter -80°Celsius, was auf sehr intensive Niederschlagsgebiete schließen lässt. Ebenso sind die Messungen des Soil Moisture Active Passive (SMAP) Satelliten der NASA recht interessant, von ihm stammt die zweite Aufnahme in Artikel. Sie wurde am 7. Oktober um 7:52 Ortszeit aufgenommen, die dunkelroten Bereiche zeigt ein Gebiet nahe der Küste in denen die Windgeschwindigkeiten von 59 Metern pro Sekunde, oder 212 km/h, zu diesem Zeitpunkt vorherrschten. In diesem Küstenbereich liegt das Kennedy Space Center der NASA. Trotz der massiven Bauweise der Gebäude richtet Matthew einigen Schaden auf dem Weltraumbahnhof an. Welche Intensität innerhalb der Wolkenbänder und Sturmfronten die Matthew erzeugte vorherrschten maß der Satellite Cloud Sat, ein Gemeinschaftsprojekt der NASA mit der Colorado State University.

Aufnahme von CloudSat vom 6. Oktober Quelle: NASA/JPL/The Cooperative Institute for Research in the Atmosphere (CIRA), Colorado State University
Aufnahme von CloudSat vom 6. Oktober Quelle: NASA/JPL/The Cooperative Institute for Research in the Atmosphere (CIRA), Colorado State University

CloudSat überflog am 6. Oktober nicht direkt das Zentrum des Hurrikans, sondern den östlichen Bereich des Orkans, wie auf oberen Bild dargestellt. Er maß dabei die Dicke und Volumen der Kumulus und Kumulonimbus Wolkenbänder und darüber liegenden Cirrus-Wolkenformationen (unteres Bild). Rosa und Rot gefärbte Bereiche zeigen eine stärkere Reflektion der Radarwellen. In diesen Bereichen sind starke Gewitter und Niederschläge, incl. Hagel, anzutreffen.

Wie man sieht sind die Gelder, die in die Satellitentechnologie gesteckt werden, recht gut angelegt. Immerhin ermöglichen sie ein besseres Verständnis der Vorgänge in einem Hurrikane, Taifun oder Orkan. Dem entsprechend verbessern die die Vorhersagemöglichkeiten der Meterologen und so helfen sie meiner Meinung nach Leben zu retten. Aber was Matthew anbetrifft vielleicht erleben wir das er vor der Küste Floridas eine Schleife dreht, ich will es mal nicht hoffen aber möglich wäre es.

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