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Matthew, der Hurrikane der Superlative

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Matthew am 28. September über den kleinen Antillen Quelle:NOAA/NASA Goddard MODIS Rapid Response Team
Matthew am 28. September über den kleinen Antillen Quelle:NOAA/NASA Goddard MODIS Rapid Response Team

Gestern hat der Hurrikan Matthew Haiti erreicht und wie zu erwarten war sehr große Zerstörung angerichtet. Immerhin ist Haiti das ärmste Land der Karibik, was erschwerend hinzu kommt es ist politisch instabil. Matthew ist auch der stärkste Hurrikan der letzten 50 Jahre der über das Land hinweg zog und der stärkste der letzten neun Jahre in der Karibik. Das National Hurricane Center der USA nannte 380 bis 500 Millimeter Niederschlag für die Regionen des südlichen Haiti und in den Regionen der südwestlichen Dominikanischen Republik.

Matthew ist seit dem 28. September aktiv, er wurde an diesem Tag als schwerer tropischer Sturm bezeichnet und bildete sich über den kleinen Antillen mit Windgeschwindigkeiten von 110 km/h. In seiner weiteren Zugbahn zog direkt am 30. September über Bonaire, Curacao und Aruba mit einer Geschwindigkeit von 26 km/h hinweg. Seine Windgeschwindigkeiten erreichten am 30. September bereits ca. 195 km/h, das entsprach bereits Kategorie III.

Regenband das Matthew am 2. Oktober um 5:45 Uhr erzeugte Quelle: NASA/JAXA, Hal Pierce
Regenband das Matthew am 2. Oktober um 5:45 Uhr erzeugte Quelle: NASA/JAXA, Hal Pierce

In der Nacht zum 1. Oktober erreichte Matthew zwischen 23 Uhr und 5 Uhr Morgens die Kategorie V, verlor danach kurzzeitig an Kraft und wurde zurückgestuft auf Kategorie IV. Matthew begann seine Zugrichtung am Sonntag den 2. Oktober zu ändern, von einer West-südwestlichen auf eine Nord-nordwestlichen, und steuerte seit Sonntag Abend auf Jamaica, Haiti und Kuba zu. Er näherte sich den großen Antillen mit einer Geschwindigkeit von 7 km/h, zu diesem Zeitpunkt wurden nahe des Auges Windgeschwindigkeiten von 215 km/h gemessen.

Am 3. Oktober um 8 Uhr lag das Zentrum des Hurrkians bei 15,4 Grad nördlicher Breite und 74,9 Grad westlicher Länge. Das Auge des Orkans befand sich 355 km südöstlich von Kingston, Jamaika, und 450 km südwestlich von Port Au Prince, Haiti. Der Luftdruck im Auge erreichte 943 Millibar, Winde mit Orkanstärke wurden noch in 45 km vom Augenwall gemessen, Winde mit Sturmstärke noch in einer Entfernung von 315 km.

Infrarotaufnahme von Matthew am 4. Oktober um 2:10 Ortszeit Quelle:  NASA/NRL
Infrarotaufnahme von Matthew am 4. Oktober um 2:10 Ortszeit Quelle: NASA/NRL

Am frühen Morgen des 4. Oktober machte Matthew seinen ersten Landfall um 7 Uhr morgens Ortszeit (11 Uhr Weltzeit) in der Nähe der Gemeinde Les Anglais im Departement Sud, westliches Haiti. Seine weitere Zugrichtung war auf die kubanische Provinz Guantánamo gerichtet, welche er in der Nacht vom 4. zum 5. Oktober erreichte. Die USA evakuierten von ihrer Marinebasis 700 Familienangehörige des dort stationierten Personals.

Matthews weitere Zugbahn zeigt weiter auf Nord-Nordwest, er befindet sich derzeitig wieder über dem Meer. Er schwächte sich zwar leicht ab, aber es wird erwartet das er sich wieder intensiviert. Heute um 2 Uhr Morgens wurde er zurückgestuft auf Kategorie III, erreichte aber immer noch Windgeschwindigkeiten von 201 km/h, der Luftdruck im Zentrum lag bei 962 Millibar.

Nun nähert er sich der Inselgruppe der Bahamas, welche er im Laufe des Tages erreichen wird. Sturmwarnungen betreffen die Inseln Abacos, Andros Island, Berry Islands, Bimini, Eleuthera, Grand Bahama Island und New Providence. Morgen wird Matthew auch Florida erreichen, sein Zentrum wird zwar über dem Ozean bleiben, bei der Ausdehnung des Hurrikanes dürfte er einige Zerstörung an Land anrichten. Seinen Status als Major-Hurrikane wird er erst am Samstag verlieren, danach zieht er aber immer noch als Hurrikane der Kategorie I oder II an der Küste von South- und North Carolina entlang. Mal sehen was Matthew noch für Überraschungen bereithält.

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