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Rosetta, Ende der Mission

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Schweifentstehung auf Tschuri (August 2016) Quelle:ESA
Schweifentstehung auf Tschuri (August 2016) Quelle:ESA

Eigentlich traurig, das das Ende der Rosetta-Mission nun am 30. September bevorsteht, aber im Grunde genommen waren es zwei tolle Jahre mit vielen Informationen zu einem Himmelkörper der im kalten Weltraum recht einsam seine Kreise zieht und von dem wir sonst wohl nicht viel gehört hätten. Irgendwie habe ich auch eine gewisse Beziehung zu P67p Tschurjumow-Gerassimenko, der Raumsonde Rosetta und seinem Lander Philae entwickelt. Besonders beeindruckt war ich persönlich von den vielen erstaunlichen Fotos die Rosetta heim schickte, immerhin hatte ich damit die Gelegenheit diesen erstaunlichen Himmelkörper genauer zu betrachten. In aller erster Linie muss ich der ESA danken, denn ohne deren hervorragende Öffentlichkeitsarbeit wäre der Mission wohl sehr schnell aus meinen Augen geraten. Immerhin betrieb die ESA für die Mission einen eignen Blog, über die sozialen Netzwerke, wie Facebook und Twitter, wurden Informationen veröffentlicht, so das ich wöchentlich upgedatet wurde über den Missionsverlauf.

Im Grunde genommen erweiterte Rosetta den Horizont der Menschheit, denn was wussten wir vorher über Kometen? Eigentlich nicht viel, es gab zwar viele Theorien, wie die Theorie woher kommt das Wasser auf der Erde usw., aber handfestes war eher Mangelware. Rosetta und Philae analysierten das Eis auf Tschuri und fanden dadurch heraus das das Wasser auf der Erde ein anderes Isotopenverhältnis zu dem Eis auf diesem Kometen hat. Erstaunlich fand ich auch das ein Komet einen eignen Wasserkreislauf hat, zuvor dachte ich immer das Eis verdampft in Sonnennähe einfach in den Weltraum, aber wohl falsch gedacht.

Rosetta und Philae fanden außerdem heraus das die gesamte Menschheit ausserirdische Wurzeln hat, okay etwas übertrieben aber auf Tschurjumow-Gerassimenko wurden die Grundbausteine des Lebens gefunden, die Bausteine der Aminosäuren. Tja wer hätte das gedacht, da werden sich die Truther und Ufologen bestätigt fühlen, es gibt Ausserirdische auf der Erde (keep smiling). Zumindest diese Theorie das Kometen das Leben auf die Erde brachten konnte zumindest erhärtet werden.

Aber am erstaunlichsten fand ich, wie entsteht der Schweif der Kometen. Die 1986 am Kometen Halley vorbeigeflogene Sonde Giotto, so zu sagen Rosettas Großvater, konnte dazu wenig zum Erkenntnisgewinn beitragen. Aber Giotto war trotzdem ein voller Erfolg, dank Giotto wusste man damals wie der Kometenkern von Halley aussah, die Staubteilchengröße und das Masseverhältnis. Aber wie ein Komet ausgast wissen wir erst seit letztem Jahr, als Rosetta diesen Vorgang aus der Nähe analysieren konnte. Bei seiner Annäherung an die Sonne legte Tschurjumow-Gerassimenko ein wahres Feuerwerk hin. Jede Sekunde verlor der Komet 300 Liter Wasser und wie ich zumindest fand ein spektakulärer Anblick. Ein Hangout mit Rosetta gönnte ich mir am 13. August 2015, an diesem Datum erreichte der Komet seinen Sonnennächsten Punkt und das war doch ein Erlebnis, wenn auch nur über Internet.

Auch erstaunlich fand ich wie der Komet die Farbe seiner Oberfläche verändern kann und diese Beobachtung zeigte mir eigentlich welche Dynamik auf der Kometenoberfläche herrscht. Tja fasst hätte ich den Lander Philae vergessen, immerhin ein kleiner Held der sich todesmutig am 12. November 2014 auf die Oberfläche des Kometen stürzte. Das die Landung nicht programmgemäß vollzog hatte ich schon erwartet, denn was wusste man schon über die Kometenoberfläche damals? Eigentlich nichts, denn wie Philae herausfand war sie wesentlich härter als zuvor angenommen. Während dessen das Innere des Kometen als weiches Material herausstellte war die Oberfläche des Kometen betonhart und ganz anders als erwartet. Nach längerer Zeit erwachte Philae im Juni 2015 wieder kurz zum Leben und im August 2016 fand man seine eigentliche Landestelle. Eigentlich übertraf Philae meine Erwartungen, ohne den Lander wüssten wir sehr viel weniger über den Kometen.

Aber wie dem auch sei, jeder urteilt anders über diese Mission, aber mein Fazit lautet ein voller Erfolg. Immerhin hat Rosetta nach 12 Jahren mehr als 6 Milliarden Kilometer zurückgelegt, hat uns Erkenntnisse gebracht die einzigartig sind und auch dem Steuerzahler erklären, wo denn die enormen Kosten für dieses Projekt hin geflossen sind. Mein persönliches Resümee Rosetta und Philae waren jeden Cent wert.

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