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Ein Sommerrückblick

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Dieses Jahr hatte es wieder in sich, Wettertechnisch gesehen. Aber nehmen wir nur mal die drei Sommermonate, dieser war abwechslungsreich, trocken bis feucht und es schien sehr häufig die Sonne, so mein gefühlter Eindruck. Nimmt man Gera-Leumnitz als Bezugspunkt war es mit 18,2°Celsius erfreulich warm, immerhin 1,1° wärmer als im Vergleichszeitraum von 1990-2010. Der September schlug dabei voll ins Kontor mit einer Durchschnittstemperatur von 17,9°C oder satten 4,3°C wärmer als im Vergleichszeitraum. Der Juli und August waren da mit 19 bzw. 18,2°C im wesentlichen mit +1 bzw. +0,5°C sehr viel näher am Vergleichszeitraum.

Beim Niederschlag hätten die drei Monate nicht unterschiedlicher sein können, gefühlt war der Juli mäßig trocken, der August sehr trocken und der September ein Mix von sehr feucht bis trocken. In Zahlen war der bisherige September wohl der feuchteste, mit 64,1 Liter oder 112% im Vergleich zum Durchschnitt von 1990-2010. Der August erreichte gerade einmal 30,3 Liter oder 43% und der Juli 53,7 Liter oder 73%. Man konnte sich hier zu Lande nun wirklich nicht beschweren, auch wenn die Leute ein wenig wehleidig bei den Hitzeperioden werden.

Waldbrände in Sibirien, die Ausdehnung der Feuer betrug ca. 2.000 km Quelle: ESA

Waldbrände in Sibirien, die Ausdehnung der Feuer betrug ca. 2.000 km Quelle: ESA

Unter ungewöhnlicher Trockenheit und hohen Temperaturen hatte in diesen Sommer Sibirien zu leiden, ein Umstand der in den borealen Wäldern der Region zu ausgedehnten Waldbränden seit Juli führte. Diese erzeugten gigantische Aschewolken mit einer horizontalen Ausdehnung von über 2.000 Kilometern, was in einigen Städten Sibiriens wie Ust-Kut zu Ascheniederschlag führte. Am 20. September maß der NASA-Satellit CALIPSO eine Wolkenhöhe über den Waldbränden von bis zu 9 Kilometern, welche durch die große Ausdehnung und den vorherrschenden Windsystemen in weiten Teilen des westlichen Sibiriens zu stark erhöhten Aerosolbelastungen der Atemluft führte.

Ein anderer Hotspot von Waldbränden war Südamerika. In Bolivien wurde sogar der Notstand erklärt. Zwar sind Waldbrände in der Region nichts ungewöhnliches, immerhin werden tausende Hektar jedes Jahr durch Brandrodung in Ackerland umgewandelt. Jedoch führten ungünstige Witterungsverhältnisse diesen August dazu das diese Brände außer Kontrolle gerieten. Der 2015–2016 El Niño führte in den tropischen Regionen Südamerikas zu geringeren Niederschlägen, während die gemäßigten Breiten Südamerikas zu viel Niederschlag erhielten. Diese ungewöhnlichen klimatischen Verhältnisse begünstigen nun die Ausdehnung der Waldbrände, Experten vermuten auch das diese Waldbrandsaison intensiver ausfallen wird als Normal. Wir werden sehen wie es weitergeht, ich bleibe auf jeden Fall am Ball.

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