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Arktisches Meereseisminimum September 2016

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Meereseisminimum 10. September 2016 Quelle: NASA Earth Observatory
Meereseisminimum 10. September 2016 Quelle: NASA Earth Observatory

Das Minimum der Eisausdehnung auf dem arktischen Ozean wurde am 10. September diesen Jahres erreicht. Wie das National Snow and Ice Data Center der USA mitteilte erreichte es nunmehr eine Ausdehnung von 4,14 Mio. km², nach 2007 mit 4,15 Mio. km² die zweitgeringste Ausdehnung die gemessen wurde. Die geringste Ausdehnung wurde 2012 gemessen mit 3,39 Mio. km².

Mit dazu beigetragen haben dürften zwei polare Zyklone die im August mit Windgeschwindigkeiten von 61 bzw. 78 km/h über die Barents- und Beaufortsee fegten. Soweit bekannt sorgen starke Winde für Wellenbewegungen, die dafür sorgen das Eisflächen aufbrechen und somit schneller Abschmelzen. Die beiden Zyklone hatten zwar nicht die selbe Auswirkung wie der große von 2012, ich denke aber das die beiden Zyklone einen Einfluss, wenn auch verspätet, auf den starken Meereisrückgang Anfang September entwickelten. Immerhin erreichte der Rückgang in den ersten zehn Tages des Septembers rekordverdächtige 34.100 km² pro Tag. Der Mittelwert des Meereisschmelze der Jahre 1980-2010 liegt bei 21.000 km² pro Tag. Im Normalfall verlangsamt sich die Schmelze Anfang September durch die Abkühlung der Lufttemperaturen, so lag dieser Wert im September des Rekordjahres 2012 bei 19.000 km² pro Tag.

Wie dem auch sei, die Entwicklung zeigt wohl eindeutig das die Arktis sich am stärksten auf der Erde erwärmt, was wohl auch Rückwirkungen auf die Wind- und Meeresströmungen haben dürfte. Eigentlich bedenklich ist welche Auswirkungen zwei intensive Tiefdrucksysteme auf die Meereseisbedeckung dieses Jahr hatten. Ob das die Auswirkungen eines sich verändernden Polarfront-Jetstreams sind ist wohl auch schwierig zu ermitteln. Fakt ist seine Lage schwankt zwischen dem 40. und 70. Breitengrad, wenn die Temperaturdifferenz zwischen den Polen und Äquator größer werden fängt er an zu Mäandern. Diese als Rossby-Welle bekannte Wellenbänder treten in der Höhe von ca. 10 Kilometern auf, in Bodennähe entsteht dabei auf der Polzugewanden Seite ein Tiefdruckgebiet (Zyklon), auf der Polabgewanden Seite des Jetstreams bildet sich ein Hochdruckgebiet (Antizyklon) aus. Beide tauschen Luftmassen miteinander aus und die Druckdifferenz der beiden bodennahen Systeme erzeugt den Wind. Je größer die Druckdifferenz um so größer die Windgeschwindigkeit. Je stärker der Polarfront-Jetstream mäandriert um so mehr Zyklone werden erzeugt, naja wir werden sehen wie es weiter geht.

Aber es werden sich wohl die Erwartungen bestätigen das vielleicht schon in den nächsten Dekaden der arktische Ozean im Sommer eisfrei sein wird. Das hat nichts mit Propheterie zu tun, dazu braucht man eigentlich nur das Alter und die Dicke des Meereises einmal an zu sehen. Älteres Eis das fünf bzw. älter als fünf Jahre ist bedeckt nur noch ca. 3% der Oberfläche. es ist eigentlich nur noch nördlich von Grönland und des arktischen kanadischen Archipels zu finden. Eis im Alter von zwei bis vier Jahren bedeckte ein Fläche von unter 20% der Meeresoberfläche, in beiden Fällen ist seit den 1980er Jahren ein steter Rückgang zu beobachten. Über 70% der Meereises ist unter einem Jahr alt und dem entsprechend dünn. Auch dieser Umstand trug dazu bei das die maximale Ausdehnung am 24. März 2016 gerade einmal 14,52 Mio. km² erreichte, oder anders ausgedrückt die geringste je beobachtete maximale Ausdehnung im Frühjahr erreichte. Die Dicke des Eises in diesem Frühjahr wurde als relativ dünn bezeichnet, in der Beaufort-See wurde sie zum Beispiel mit unter einem Meter gemessen. Wie sich der Rückgang auf die Meeresströmungen auswirkt ist eigentlich noch nicht richtig verstanden wurden, ebenso auf die atmosphärische Zirkulation. Es könnte sein das uns recht unruhige Zeiten in Europa ins Haus stehen.

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