Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Linke Politiker im Querfront-Format

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Vielleicht könnte es auch heißen Politiker der Linken im Pegida-Format, was jedoch nicht ganz zutreffend wäre. Also heute las ich bei Facebook die Jürgen Elsässer Seite, recht interessant behauptet er immerhin: >>Endlich – in der Linken wachen die Asylkritiker auf – die Fans von Claudia Roth, Bodo Ramelow und Gregor Gysi erhalten Contra! Ein Kreisvorstand der Linkspartei kritisiert in COMPACT den Multikultikurs, ein Kommentar in der Jungen Welt die Gleichschaltung in der Asylfrage.<<

Soweit so gut, liest man sich die Wortmeldung von Klaus Fischer in der Jungen Welt vom 04. 09. einmal durch ist es schon erstaunlich welche Geisteshaltung dort zu tragen kommt und auch publiziert wird. Klaus Fischer schmeißt einfach einmal Asyl- mit der Migrationspolitik zusammen, wie das auch alle machen so mein Eindruck. Er kritisiert eigentlich auf PEGIDA-Niveau und vergisst ganz nebenbei das in Syrien Krieg herrscht, in dem EU-Protektorat Kosovo haben sich die Lebensumstände der dortigen Bevölkerung negativ entwickelt und zwar seit 1999. Dazu erst einmal kein Wort von ihm. Seine Kritik ist im Ansatz zwar richtig, nur in der Ausführung harpert es gewaltig. Er übernimmt dabei Positionen die ich persönlich nur von der Querfront her kenne, also jener Fraktion die linke Einstellungen mit nationalistischen bisweilen faschistischen Gedankengut übertüncht.

Es ist vollkommen richtig das »Buntheit« oder »Willkommenskultur« allenfalls Marketinginstrumente der Regierung unter Merkel und in weiten Teilen der Medien in Sachen Migrationspolitik sind, nur verrät uns Herr Fischer nicht was er mit den Flüchtlingen nun veranstalten will. Dahinter ein gewaltiges Fragezeichen, denn die Flüchtlinge sind Real und keine Fiktion. Auch sehr verwunderlich, er spricht die Flüchtlinge primär als Wirtschaftsflüchtlinge an, was mich an die PEGIDA oder Querfront-Argumentation zum Thema Asyl- und Migrationspolitik erinnert. Er behauptet auch mit vermeintlich linken Phrasen, dass Migranten vom Kapital ins Land geholt werden, um die Arbeiterklasse zu spalten bzw. zu unterdrücken. Das kann man noch nicht einmal als Schmalspurmarxismus bezeichnen, das ist eindeutig ein Querfrontformat. Doch das Ende des Beitrags lässt auch wenig Raum für wohlwollende Vermutungen, denn Klaus Fischer behauptet allen Ernstes:

"Meinungsinquisitoren wachen über eine politisch korrekte Verarbeitung des Themas. Diskussionen, womöglich solche, die nach den materiellen Hintergründen des ganzen Komplexes fragen, werden nicht geduldet, bestraft wird mit Shitstorm und medialem Mobbing."

Das ist nun wirklich PEGIDA-und Querfront-Format in einem, den Shitstorm und das mediale Mobbing hat dieser Beitrag allemal verdient. Da hat sich einer in der allgemeinen Panik um die Flüchtlinge in das Boxhorn rechter Rhetorik jagen lassen. Das Problem sehe ich primär darin das in den Medien schon ein Hype um die Flüchtlinge produziert wird, es wird ja der Anschein produziert das nun alle syrischen Flüchtlinge nach Deutschland kommen würden, was meines Erachtens ein wenig weit her geholt ist. Lass es mal 100.000 Personen sein, dann ist das schon recht hoch gegriffen.

Primär sollte sich die Linke-Kritik an den Ursachen der Flüchtlingsmisere festmachen, denn die Kapitalien haben mit ihrer Politik diese Flüchtlingsströme nun einmal ausgelöst, das ist ein Faktum aber das dahinter ein Masterplan steht möchte ich einmal bezweifeln. Auch ist zu hinterfragen was die Medien und konservative Politik damit bezwecken mit ihrer eher hohlen Logik des Fachkräftemangels in Deutschland? Müsste man nicht erst einmal die Fachkräfte hier ausbilden? Denn die einzige Berufsgruppe die ich kenne die wohl ohne größere Probleme integriert werden können sind die Ärzte, alle anderen Fachkräfte wie Ingenieure, Facharbeiter usw. der verschiedensten Fachrichtungen dürften sich wohl nicht so einfach finden lassen, weder im Irak, Syrien oder dem Kosovo. Zu unterschiedlich sind die Ausbildungsniveaus, das wird meines Erachtens gerne vergessen.

Eine andere Problematik ist eigentlich auch folgende: Würden denn Fachkräfte nicht beim Wideraufbau der Länder fehlen, denn selbst der längste Bürgerkrieg findet irgend wann ein Ende selbst wenn diese Länder in ihrer territorialen Ausdehnung dann ganz anders aussehen.

Kommentiere diesen Post