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Fracking löst Erdbeben aus

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Hydraulik Fracturing löst nach Meinung von US-Wissenschaftlern Erdbeben aus, so umwerfend neu ist die Nachricht nun auch wieder nicht. Wie ich bereits einmal geschrieben habe ahmt man mit der Methode des Aufbrechens von Gestein die Natur nach, der Name verrät es ja auch schon. Was mich persönlich jedoch überraschte war die Magnitude der Erdbeben. Ich dachte es entstehen Mikroerdbeben bis Magnitude 2, maximal Magnitude 3 wäre drin, jedoch Erdbeben mit der Magnitude 4 und höher?

Die Wissenschaftler der USGS gingen der Frage nach und kamen zu einem überraschenden Ergebnis. Sie schreiben das zwischen 1973 und 2008 im Durchschnitt 21 Erdbeben die östlichen und zentralen USA erschütterten. Diese Aktivität steigerte sich ab 2008 bis 2013 auf durchschnittlich 99 Erdbeben/Jahr. Allein 2014 erschütterten 659 Erdbeben der Magnitude 3+ die Regionen der Great Planes und der Appalachen.

The increase in seismicity has been found to coincide with the injection of wastewater in deep disposal wells in several locations, including Colorado, Texas, Arkansas, Oklahoma and Ohio

USGS

Zone mit verstärkter Erdbebenaktivität und Fraking Explorationegebiete in den Great Planes QUElle:USGS.gov
Zone mit verstärkter Erdbebenaktivität und Fraking Explorationegebiete in den Great Planes QUElle:USGS.gov

Interessant ist dabei das gerade in diesen 17 Regionen die großen Schiefergesteinserdgas und -erdöllagerstätten liegen. In den Appalachen finden sich die Explorationsgebiete Marcellus, Devonian und Utica und in den Great Planes die Explorationsgebiete Barnett, Woodford und Faycetteville. Das beunruhigende ist, das die USGS-Wissenschaftler die größeren Erdbeben des Jahres 2011 im Raton-Bassin Magnitude 5,3 und das Prag-Beben Magnitude 5,6 direkt mit dem FRAKING-Vorgang in Verbindung bringen.

Auch die Zunahme an Beben der Magnitude 3+ ist eigentlich schon erschreckend, jedoch die USGS-Wissenschaftler schließen auch nicht aus das Erdbeben mit einer Magnitude 6+ in diesen Regionen auftreten können, wohlgemerkt ausgelöst vom Fracking-Vorgang, also dem Einbringen und unter Drucksetzen der Fracking-Flüssigkeit. Also diese Analyse des USGS wirft nun wiederum ein paar weitere Fragen auf in Bezug auf die Sicherheit der Grundwasservorkommen in diesen Regionen, denn wenn der Frac-Vorgang Erdbeben der Magnitude 4+ auslösen kann stellt sich die Frage wie groß die Verwerfungen in den Gesteinsschichten nun sind und ob der im Bohrloch verbleibende Flow-Back nun auch da bleibt wo er bleiben sollte?

Interessant wäre es zu erfahren wie die Bundesregierung auf die Feststellung des USGS reagiert, denn in der vergangenen Woche fand bekanntlich die erste Lesung zum Fracking-Gesetz im deutschen Bundestag statt. Die Bundesregierung will immerhin diese Technologie unter Auflagen und unter Ausschluss sensibler Gebiete erproben lassen und schließt auch eine kommerzielle Nutzung nicht aus, ob diese Betrachtung der sensiblen Gebiete auch die Gefährdung durch Erdbeben beinhaltet, dahinter steht wohl ein großes Fragezeichen. Laut Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) schafft der Gesetzentwurf eine neue Rechtssicherheit zum Schutz des Grundwassers und der Gesundheit der Bürger. Zumindest verbietet man Fracking in der BRD zumindest bis Ende 2018, dann nämlich soll eine unabhängige Expertenkommission entscheiden ob kommerzielles Fracking in der Bundesrepublik erlaubt wird oder nicht. Mal sehen wie es weiter geht.

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