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Zyklon Pam, das danach

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Wolkenformation über dem Pazific Quelle: Flickr
Wolkenformation über dem Pazific Quelle: Flickr

Während nun der erste Super-Taifun der Saison, Namens Maysak, Kurs auf die Philippinen genommen hat ist es meines Erachtens etwas still geworden um die Folgen des Zyklons Pam der immerhin Vanuatu zahlreiche Zerstörungen brachte und um den 13. März diesen Jahres in allen Medien präsent war. Ich meine das schnelle Vergessen in den Medien ist generell nichts neues, aber etwas mehr Konsistenz in der Berichterstattung ist zwingend nötig. Einige Kommentatoren behaupten das Auftreten von Pam wäre vom Klimawandel hervorgerufen worden, richtiger wäre es wohl zu sagen tropische Zyklone werden nicht vom Klimawandel verursacht, nur ihre Stärke wird vom Klimawandel beeinflusst. Eine recht neue Studie des Australian Research Council Centre of Excellence for Climate System Science (ARCCSS) und der NASA zeigt wie höhere Temperaturen und ein erhöhter Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre in der Tropen heftigere Gewitter-, Sturmfronten und Niederschläge kreieren und eine Ursache von Kategorie 5 Zyklonen sein können. Dabei zeigen die Daten das es eine Zunahme der Niederschläge im Bereich des westlichen Pazifik gibt, jedoch auch eine Abnahme der Niederschläge jeweils im östlichen indischen und südöstlichen pazifischen Ozean.

Ebenso in die Betrachtung warum Pam in dieser Intensität auftrat sollte das Klimaphänomen El Niño mit eingebunden werden. Unbestritten ist das es sich bei tropischen Stürmen prinzipiell um Ausgleichsströmungen handelt, sie kühlen das Meer und bei El Niño strömt wärmeres Wasser vom Ost- in den Westpazifik. Nur in diesem Jahr haben wir es mit einem recht moderaten bis schwach ausgeprägten El Niño zu tun. Im mittleren Pazifik liegen die Meerestemperaturen rund um den Äquator um 0,6°C über dem langjährigen Durchschnitt. Nördlich von Vanuatu und östlich der Philippinen findet man jedoch zwei ausgeprägte Kältetaschen, d.h. die Meerestemperaturen liegen unter dem langjährigen Durchschnitt. Das ist einer der Gründe warum sich der tropische Sturm Bavi letzten Monat vor den Philippinen abschwächte, von Maysak wird das selbige erwartet und warum sich Pam kurzzeitig am 11. März sich abschwächte., bevor sie wieder volle Fahrt aufnehmen konnte.

Der Fiji Meteorological Service gab an, das der Luftdruck im Auge von Pam mit 896 Millibar gemessen wurde, dieses war der zweitniedrigste gemessene Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Südpazifik. Nur der Zyklon Zoe erreichte einen noch niedrigeren im Jahr 2002, sie erreichte 890 Millibar.

Die Inseln Erromango und Tanna, am 17. März Quelle NASA
Die Inseln Erromango und Tanna, am 17. März Quelle NASA

Ebenso sind die Zerstörungen die Pam anrichtete verheerend gewesen, nicht nur die der menschlichen Behausungen, sondern auch die Zerstörungen die die Ökosphäre der Inseln betreffen. Bevor Zyklon Pam die Inselgruppe der Neuen Hebriden traf, waren diese mit einer tropischen Vegetation überzogen. Zwei Inseln mit einer Gesamtpopulation von 33.000 Menschen wurden direkt von Pam getroffen, dieses waren Tanna und Erromango. Diese beiden Inseln wurden praktisch entwaldet, wie das Satellitenfoto der NASA vom 17. März zeigt. Die frische grüne Farbe einer intakten tropischen Ökosphäre wich einem bräunlichen Farbton und die größeren Fluss- und Bachläufe sind nun sehr gut zu erkennen. Auf Erromango wurden Böen mit Windgeschwindigkeiten von 320 km/h gemessen, auf Tanna immerhin noch Böen mit Windgeschwindigkeiten von 260 km/h. Beide Inseln lagen im Durchzugsgebiet des Augenwalls des Zyklons, praktisch fräste dieser die Inselvegetation heraus und hinterließ kahle Böden. Ein Wiederaufforstungsprogramm wäre dringend erforderlich um die Böden zumindest zu stabilisieren.

Pam forderte immerhin in die Inselrepublik Vanuatu insgesamt nur 24 Todesopfer, im Nachhinein betrachtet ist Vanuatu recht glimpflich davon gekommen was die menschlichen Tragödien betrifft. Nur jetzt kommt es wohl auch darauf an neben den Zerstörungen an Gebäuden, die natürlichen Regeneration der Inselvegetation zu unterstützen, immerhin leben von den 262.691 Einwohnern Vanuatus immerhin 80% von der Landwirtschaft und Fischfang.

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