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Meereseismaximium 2015 verfehlt

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Meereisrückgang im Ochoskischen Meer und vor Alaska Quelle: NASA's Earth Science News Team
Meereisrückgang im Ochoskischen Meer und vor Alaska Quelle: NASA's Earth Science News Team

Das das Meereis in der Arktis seit längerer Periode immer weiter zurückgeht ist nichts Neues, im Februar/März 2015 erreichte die maximale Ausdehnung gerade einmal 14,54 Millionen Quadratkilometer und war die zweitniedrigste Ausdehnung seit 1979, dem Beginn der regelmäßigen Überwachung durch Satelliten.

Von 1979 bis zum Jahr 2000 betrug die durchschnittliche maximale Meereseisbedeckung der Arktis immerhin noch 15,7 Mio. km². In der Saison 2005/2006 wurde der niedrigste Wert der maximalen Ausdehnung mit 14,4 Mio. km² erreicht. Im Sommer 2007 war erstmals in den Wetteraufzeichnungen die Nordwestpassage komplett eisfrei gemeldet. Dann im Jahr 2012 erreichte das Meereseisminimum ein absoluten Tiefpunkt mit 3,6 Mio. km², der eigentlich wichtigste Grund waren damals das junge und dünne Eis, welches durch Wind und Wellen aufgebrochen wurde so das es schneller abschmolz. Der Grund für Heftige Wind und Wellenbewegung war ein Orkan der im Sommer 2012 über der Arktis sich herausbildete und sich als drittstärkster Sturm über der Arktis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen über der Region herausstellte. Am 6. August wurde sein niedrigster Druck mit 964 Millibar gemessen und er dehnte sich von der Beaufort-, über die Tschukschen- bis zum Ostsibirischen See hin aus.

The thick component of the perennial ice, called multiyear ice, as detected by satellite data during the winters of 1979–2011 was studied, and results reveal that the multiyear ice extent and area are declining at an even more rapid rate of −15.1% and −17.2% decade

Josefino C. Comiso

Orkan im August 2012 über der Arktis Quelle: NASA
Orkan im August 2012 über der Arktis Quelle: NASA

Interessant ist auch das das arktische Meereis immer jünger, besser gesagt mehrjähriges Eis immer seltener wird ganz im Unterschied zur Situation in der Saison 1979/80. Damals dehnte sich das mehrjährige Meereis von Grönland bis zum Lena-Delta aus. In der Saison 2011/12 war das mehrjährige Eis an der Küste Sibiriens komplett verschwunden und dehnte sich nunmehr nur noch vor der Nordküste Grönlands aus. In der im Februar 2012 erschienenen Studie "Large Decadal Decline of the Arctic Multiyear Ice Cover" geht Josefino C. Comiso von einem Rückgang von mehrjährigen Meereseis von 15,1 bis 17,2% pro Dekade aus. Also das die Arktis im Sommer künftig vom Meereseis befreit ist scheint ziemlich wahrscheinlich. Ebenso sind die Messungen der Luftfeuchtigkeit über der Arktis interessant, sie nimmt zu wie Satellitenmessungen belegen. Am deutlichsten in den Randmeeren der Arktis, aber auch über der Beaufort-See. Das korreliert mit der Annahme das mit dem zurückweichen des Eisschildes auf dem Meer der arktische Ozean immer mehr erwärmt wird.

Diese Veränderung allein mit natürlichen Klimaschwankungen oder Zyklen der Arktischen Oszillation zu erklären ist meiner Meinung nach ziemlich weit hergeholt. Natürliche Zyklen und die von menschlichen Aktivitäten verstärkte Klimaerwärmung arbeiten eigentlich zusammen und sind in der Arktis am deutlichsten sichtbar.

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