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Vier Wirbelstürme über dem Indischen und pazifischen Ozean aktiv

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Wetterlage über Ozeanien und Australien am 14. März Quelle:Metoffice
Wetterlage über Ozeanien und Australien am 14. März Quelle:Metoffice

Zurzeit sind im Pazifik und im Indischen Ozean insgesamt vier tropische Wirbelstürme aktiv: Bavi, Nathan, Olwyn und Pam. Der stärkste, ein aktuell noch Kategorie 5 Wirbelsturm, ist Pam. Sie brachte vor allem Vanuatu schwere Verwüstungen und ist einer der stärksten je im Seegebiet östlich von Australien beobachteten Wirbelstürme. Immerhin erreichte das Auge von Pam eine Ausdehnung von 75 Kilometern und erzeugte Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h, in einzelnen Böen über 300 km/h. Wie schwer der Inselstaat Vanuatu getroffen wurde ist zu Zeit noch völlig unklar. Auf jeden Fall ist die Kommunikation von und nach Vanuatu nicht möglich. Interessant an Pam ist das sie bereits am 12. März die Kategorie 5 erreichte, sich zwischenzeitlich abschwächte und erneut sich über wärmeren Wasser verstärkte.

Bavi verstärkt sich nicht weiter, bleibt recht schwach und wird wahrscheinlich als tropisches Tiefdruckgebiet weiter über den Pazifik ziehen.

Olwyn hingegen erreichte bei ihrem Landgang an der Pilbara coast immer noch die Kategorie 2. Sie löst sich über dem westlichen Australien langsam auf, bringt aber immer noch heftige Regenfälle mit sich die zu Überschwemmungen führen können.

Tropensturm Nathan soll sich dagegen zu einem Wirbelsturm der 2. Kategorie (von 5) verstärken, und nach kurzem Landgang auf der York-Halbinsel wieder auf das Meer ziehen, bevor er endgültig seinen finalen Landgang in Richtung des Bundesstaates Queensland macht.

Interessant ist das aus den langjährigen Aufzeichnungen jedes Jahr ungefähr vier Zyklone Australien erreichen, die meisten wurden an der Nordwestküste zwischen Broome und Exmouth registriert, davon machten zwei pro Jahr ihren Landgang in der Region. Zyklone an Australiens Ostküste waren relativ selten in den letzten Jahrzehnten, jedoch in den letzten fünf Jahren erreichte jährlich mindestens einer die Küstengewässer. Erstaunlich ist auch das im Februar zwei Zyklone mit Namen Lam und Marcia Australien erreichten, nahezu zeitgleich machten sie ihren Landgang nordöstlich der Kimberlys und im Bundesstaat Queensland, Der Zeitunterschied lag lediglich bei sechs Stunden, während Lam seinen Landgang mit Windgeschwindigkeiten um die 165 km/h am 19. Februar um 2 Uhr bei Milingimbi machte war Marcia der fünftstärkste Zyklon in den Wetteraufzeichnungen, der zudem südlich des 22. Breitengrades auf Land traf was eigentlich noch seltener vorkommt. Marcia machte ihren Landgang am 19. Februar um 8 Uhr morgens zwischen Rockhampton und Yeppoon , die Windgeschwindigkeiten erreichten immerhin 205 km/h und die Stromversorgung für 50.000 Haushalte brach zusammen, die Sachschäden waren beträchtlich, Tote wurden keine gemeldet.

Aber in der Summe hat sich anscheinend etwas verändert, nicht nur das Pam mich persönlich an die Taifune Haiyan (Yolanda) und Hagupit (Ruby) erinnert, der erstere zerstörte 2013 immerhin Tacloban und rund 6000-7000 Filipinos starben, während der zweite fast exakt die gleiche Zugbahn im Jahr 2014 über die Visayas einschlug. Was mich besonders überrascht ist das gleichzeitige Auftreten von tropischen Wirbelstürmen an Australiens Ost und Westküste. Wenn sich dieser Trend fortsetzt stehen der Region Ozeanien, Südostasien und Australien noch stürmische Zeiten bevor.

Die Zyklone Lam und Marcia am 19. Februar Quelle: NASA

Die Zyklone Lam und Marcia am 19. Februar Quelle: NASA

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