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Reise der Zyklone

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Bavi am 16.März um 1:35 Weitzeit Quelle: NASA
Bavi am 16.März um 1:35 Weitzeit Quelle: NASA

Die Reise der Zyklone rund um Australien war letzte Woche recht interessant, davon war einer eigentlich ein Taifun der nördlich des Äquators über die Inselrepublik Kiribati und der Insel Guam in Richtung der Philippinen zog. Dieser hatte den netten Namen Bavi, der auf den Philippinen Betty genannt wurde. Aber sehr präsent in den Medien war nun einmal Pam die Vanuatu mit der Kraft eines Kategorie 5 Orkans heimsuchte und zahlreiche Verwüstungen auf den Inseln und 11 Tote hinterließ, ob es mehr werden wird sich erst zeigen. Der interessante Zyklon Nathan war kaum in den Medien präsent und Olwyn die immerhin in Westaustralien für einige Zerstörung und Überschwemmungen sorgte war dank Pam nur ein mediales Hintergrundschimmern. Aber in der Summe muss man wohl sagen, es war eine recht stürmische Woche im noch frühen Kalenderjahr 2015, in der Region Australien und Ozeanien.

Der Taifun Bavi entstand am 11. März in Form des tropischen Sturmtiefdruckgebietes TD 03W und war das dritte Sturmtief der Westpazifischen Taifunsaison des Jahres 2015, daher die Bezeichnung Tropical Depression 03 West. Das Zentrum des Sturms befand sich 7.2 Grad nördlicher Breite und 168.2 Grad östlicher Länge. Bavi erreichte bereits Windgeschwindigkeiten von 55 km/h und zog mit immerhin flotten 33 km/h westwärts. Am 12. März wurde das Zentrum von Bavi bei 8.4 Grad nördlicher Breite und 165.6 Grad östlicher Länge lokalisiert, er erreichte schon Windgeschwindigkeiten von 62 km/h und zog mit 22 km/h nach Nordwesten. Bereits am 13. März erreichte Bavi Windgeschwindigkeiten vom 93 km/h und zog mit 27 km/h weiter gen Guam, es wurde erwartet das er mit Taifunstärke am 15. März dort eintrifft. Doch Bavi verstärkte sich nicht, am 16. März erreichte er Windgeschwindigkeiten von nunmehr 55 km/h, sein Zentrum lag nun bei 14.2 nördlicher Breite und 138.4 Grad östlicher Länge, 254 nautische Meilen nördlich der Insel Ulithi. einer Insel des Carolinen Archipels. Jedoch hatte Bavi das Potenzial heftige Niederschläge zu erzeugen, die Temperaturen an seinen Wolkenobergrenzen lagen bei -52C und die gemessenen Niederschläge lagen bei 40 mm pro Stunde. Am 17. März näherte sich Bavi der philippinischen Hauptinsel Luzon weiter an, er wurde ca. 1453 km nordöstlich von Manila lokalisiert und erreichte Windgeschwindigkeiten von 55 km/h. Am 18. März erlahmte Bavi weiter, die Winde zogen mit moderaten 46 km/h um sein Zentrum, es wurde erwartet das er am 19. März 2015 zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abschwächen würde.

Zyklon erreicht Neu Seeland Quelle:NASA
Zyklon erreicht Neu Seeland Quelle:NASA

Bereits am 9. März bildete sich der Zyklon Pam aus, der sich wie bereits erwähnt zum stärksten je gemessenen Zyklon östlich von Australien entwickeln sollte. Bereits in seiner Entstehungsphase war Pam sehr kraftvoll und zog sämtliche Provinzen des Salomonen-Archipels in Mitleidenschaft. An diesem Tag wurden bereits Windgeschwindigkeiten vom 83,3 km/h gemessen und Pam sollte sich weiter verstärken. Bereits am 10. März wurden Niederschläge von 133 mm pro Stunde auf den Banks Islands gemessen, die Gewitterwolken erreichten eine Höhe von über 16 km und Pam entwickelte nun bereits Windgeschwindigkeiten mit 148,2 km/h, d.h. Orkanstärke. Bereits an diesem Tag warnte das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) das Pam in den nächsten zwei Tagen Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h entwickeln werde. Jedoch schwächte sich Pam im Laufe des 10. März leicht ab, es wurden nun Windgeschwindigkeiten von 126 km/h nördlich und östlich des Auges gemessen. Am 11. März legte Pam jedoch wieder zu, das Zentrum des Zyklons lag bei 11.2 Grad südlicher Breite und 169.7 Grad östlicher Länge, 1.209 km nordöstlich von Suva, Fiji, und erreichte Windgeschwindigkeiten von 194 km/h. Am 12. März erreichte Pam um 15 Uhr Weltzeit bereits Windgeschwindigkeiten von 250 km/h und war damit bereits ein starker Zyklon der Kategorie 4. Im Durchmesser erreichte Pam bereits eine Ausdehnung im Durchmesser von 629,7 km, wobei die stärksten Winde in einem Umkreis von 55 Kilometern um das Auge gemessen wurden. Am 13. März wurden Wellenhöhen von über 12 Metern gemessen, Pam erreichte nun eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 277,8 km/h in einem Zehnminuten Intervall. Für Vanuatu wurden vorsorglich in den Distrikten Torba, Penama, Sanma, Malampa, Shefa und Tafea die rote Warnstufe für diesen Tag ausgegeben und ganz ehrlich, die Bevölkerung befolgte größtenteils die Warnungen der Behörden. Das Auge von Pam hatte an diesem Tag einen Durchmesser von 27,7 km und ich muss mich selber korrigieren, im Post zuvor sprach ich 75 km. Das lag daran das ich einer Meldung von ARD Info glauben schenkte, im englisch sprachigen Original war hingegen vom Zentrum des Zyklons die Rede. Aber lag wohl daran das der Glaube öfters wohl größer ist als der Wahrheitsgehalt der Nachricht selber. Aber wie dem auch sei, am 15. März zog Pam weiter südwärts und beeinträchtigte auch New Seeland, besser gesagt die Nordinsel. Im Laufe dieses Tages wurde Pam zu einem außertropischen Zyklon der immerhin noch Windgeschwindigkeiten von 148 km/h erreichte. Pam zeigte aber neben den zerstörerischen Seiten eines tropischen Zyklons auch die Wechselwirkungen mit marinen Leben die ein Orkan mit sich bringt. Pam wirbelte den Ozeanboden bis in einige hundert Meter Tiefe auf und erzeugte eine Schwemme an organischen Nährstoffen die den Ozean düngen. Was für den Menschen eine Katastrophe kann für andere Organismen ein Segen sein.

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