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Gaza, ein Landstrich im Abseits

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Gaza, ein Landstrich im Abseits

So kommt es einem zumindest einmal vor wenn man sich die Nachrichtenlage zum Gazastreifen einmal so durchliest. Immerhin hat der UN-Nahost-Gesandte Tony Blair hat am 15.02.2015 vor einer katastrophalen Verschlechterung der Lage im Gazastreifen gewarnt, das ist noch keine zwei Wochen her.

Der Wideraufbau wird mehr oder weniger blockiert, die im Oktober in Kairo zugesagten Gelder der Weltgemeinschaft werden nicht bzw. sehr sehr zögerlich ausgezahlt und auch die Sicherheitslage ist alles andere als Zufriedenstellend. Anfang Februar wurde das Auto des Hamas-Vertreters Scheich Sami Hams im Flüchtlingslager Nuseirat in die Luft gesprengt, wie AFP berichtete. (1) Aber anscheinend orientieren sich nun einige palästinensische Gruppen am islamischen Staat und entführten auch einen Journalisten.(2)

Aber es geht noch weiter, Ägypten schafft einen sogenannten Sicherheitskorridor zum Gazastreifen, angeblich um bewaffnete Kämpfer den Grenzübertritt zu erschweren. Ägypten macht zum Teil die in Gaza dominierende Hamas damit für die Eskalation der Gewalt auf dem Sinai mitverantwortlich. Zusätzlich setzte ein Gericht Ägyptens nun die Hamas auf ihre eigne Liste der terroristischen Organisationen. Aber eigentlich riegelt Ägypten gemeinsam mit Israel den Gazastreifen nun weitestgehend ab. Damit werden die bekannten Tunnel die für die Versorgung der Bevölkerung in Gaza in der Vergangenheit so wichtig waren nun praktisch eliminiert.(3) Ebenso haben die Palästinenser mit Ägypten nun einen wichtigen Vermittler anscheinend verloren. Auch bedenklich die Versorgung des Gazastreifens kann nun nur noch über die Checkpoints zu Israel erfolgen. Das die Israelis selbst Baustoffe nicht in den Gazastreifen lassen zeigt eigentlich, Israel hat anscheinend kein sonderliches Interesse an einem Wideraufbau des Gazastreifens. Immerhin wurden im letzten Jahr über 100.000 Wohnungen zerstört, über 100.000 Personen wohnen in Notunterkünften, bei Verwandten oder unter freien Himmel. Die Versorgung mit elektrischen Strom fällt Tageweise aus und der Zugang zu Trinkwasser ist dabei extrem erschwert.

Der UN-Sekretär Jeffrey Feltman beschrieb außerdem die fortgesetzte Zerstörung von palästinensischer Infrastruktur im Westjordanland, incl. Ost-Jerusalem, durch israelische Sicherheitskräfte. Er kritisierte außerdem die Entscheidung der Regierung Netanjahu 450 weitere Wohneinheiten im Westjordanland bauen zu wollen(4).

Sieht man einmal von der Lage auf den Golanhöhen und an der Grenze zum Libanon ab, sieht für mich persönlich es so aus, als wenn Israel und nun auch Ägypten der Bevölkerung des Gazastreifens langsam aber sicher die dort zum Leben notwendigen Güter vorenthalten wollen. Also der Ghetto klingt vielleicht etwas hart, aber ist meiner Meinung nach durchaus zutreffend.

(1)http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/6116242/hamas-verliert-offenbar-kontrolle-ueber-den-gazastreifen.html

(2) https://de.nachrichten.yahoo.com/journalist-gazastreifen-mutma%C3%9Flichen-is-mitgliedern-entf%C3%BChrt-174853407.html

(3) http://www.tagesschau.de/ausland/rafah-101.html

(4) http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=50117#.VPdSWpAtHrc

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