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Gaza, ein Landstrich im Abseits Teil 2

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Nun werde ich einmal die Lage im Gazastreifen etwas genauer analysieren. Wie die OCHA mitteilte werden die Restriktionen die Israel und nun anscheinend auch Ägypten über das Gebiet verhängten immer schärfer und erschweren das Leben der Bewohner des Gazastreifens immer mehr. Die Bewegungsfreiheit der Bewohner ist nur noch auf den Gazastreifen eingeschränkt, der Personenverkehr von und nach Gaza ist seit 2004 (521.277 tausend Personen) nach Israel auf 85.453 Personen in 2014 reduziert. Laut der OCHA betrifft dieser Personenverkehr fast ausschließlich Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, palästinensisches medizinisches Personal, Kaufleute und Händler und sogenannte autorisierte Reisende. Nach und von Ägypten reduzierte sich die Anzahl der Grenzübertritte von 419.899 Personen in 2012 auf 97.690 in 2014. Interessant ist auch das der Grenzübergang Rafah im Jahr 2014 nur noch an 158 Tagen geöffnet wurde. Auf israelischer Seite sind die Kontrollpunkte Karni und Sufa dauerhaft geschlossen. Somit hat der Gazastreifen nur drei Kontrollpunkte über den Personen und Waren den Gazastreifen betreten und verlassen können.

Während 2004 noch 111.478 LKW-Ladungen die Kontrollpunkte passieren konnten, erreichten 2014 gerade einmal 51.679 LKW-Ladungen mit Waren verschiedenster Art den Gazastreifen. Der Prozentsatz der Baumaterialien ging ebenso zurück, während dieser 2007 noch 48% betrug wurden 2014 nur noch 23% erreicht. Zu den Baumaterialien gehören seit 2008 auch Farbe, Dachziegel und Fliesen, so das der Prozentsatz von Beton, Maschinen und Stahlarmierungen wahrscheinlich noch geringer ausfiel. Problematisch ist auch das der Anteil der humanitären Hilfe für die Bewohner eigentlich viel zu gering ist. Von den 51.679 LKW-Ladungen die den Gazastreifen 2014 erreichten waren nur 14.614 LKW`s mit humanitären Hilfsgütern beladen, der Rest, also 37.065 LKW-Ladungen, waren sogenannte kommerzielle Transporte, diese umfassten auch Benzin und Diesel-Lieferungen.

Nimmt man die Exporte des Gazastreifens so reduzierten sich diese von 2005 mit immerhin 9.319 LKW-Ladungen auf 228 LKW-Ladungen in 2014. Ergo die Wirtschaft des Gazastreifens liegt einfach gesagt danieder. Also wenn man sich die Zahlen die die OCHA, also die UN-Organisation für humanitäre Angelegenheiten, zusammengetragen hat so einmal ansieht kann man durchaus im Falle des Gazastreifens von einem Ghetto sprechen und zwar im übertragenen Sinne, einer Separation. Den Begriff Ghetto kann man auch auf Siedlungsräume mit einer ausgeprägten eignen sozialen, ökonomischen und ethnischen Struktur anwenden, der räumlich bzw. geographisch bewusst Separiert wurde, wie dieses in Gaza der Fall ist oder im südlichen Afrika zur Zeit der Apartheid der Fall war. Außerdem spricht die UN selber im Falle des Gazastreifens von einer Blockade von humanitären Gütern die von Israel und Ägypten über das Gebiet verhängt wurde.

Der 51 Tage andauernde Krieg im Juli/August 2014 zerstörte immerhin über 100.000 Wohneinheiten, tötete über 2.300 Palästinenser und 73 Israelis, darunter befanden sich über 500 Kinder. Das der Gazastreifen in Deutschland in Medien wieder einmal in der Versenkung verschwunden ist hängt wohl in der allgemeinen Ausrichtung unserer Medien wahrscheinlich zusammen, denn Kriege um und in Gaza sind wohl attraktiver für die Berichterstattung für ein sich selber verteidigendes Israel. Also die offizielle Staatsräson wird beachtet, nur die Palästinenser fallen dabei mehr oder weniger durch das Gitter des moralisches Anspruchs, denn hungernde Palästinenser sind nicht gut für das Bild von Israel das ständig um sein Überleben kämpft.

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