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Bárðarbunga 2014, Zusatzinformationen

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Größe des Lavafeldes am 3. Januar Quelle:NASA
Größe des Lavafeldes am 3. Januar Quelle:NASA

Die Flutbasalteruption im Holurhaun-Lavafeld des Bárðarbunga-Vulkankomplexes geht auch nach Weihnachten weiter. Das Lavafeld wuchs zwischen dem 24. Dezember 2014 bis zu 6. Januar 2015 von 80 auf 84 km² und bedeckt nun eine Fläche die weit größer als Manhattan-Island, 59,5 km², ist. Wie auf Sattelitenfotos der NASA sehr schön zu sehen ist befindet ein Lavasee im westlichen Teil des Lavafeldes. Von ihm dringt der Lavafluss durch Basaltröhren unterirdisch an das östliche Ende des Feldes in dem Gebiet der Flüsse Jökulsá und Fjöllum. Die Lava verliert auf ihrem Weg durch die Basaltröhren lediglich 1°C. Durch ihr zusammentreffen mit den Flüssen entstehen ausgeprägte Wasserdampffontänen, die einige hundert Meter in den Himmel aufragen.

Inzwischen gibt es auch ein paar weitere Informationen zum Basaltfeld selber. Im östlichen Sektor des Feldes erreicht es ein Dicke von ca. 10 Metern, im Zentrum 12 Meter und im westlichen Sektor, rund um den Lavasee über der Erdspalte der Eruption, nun ca. 14 Metern. Vorläufige Schätzungen gehen von einem Volumen von ca. 1,1 km³ ausgetretener Lava aus, das ist genug um die Eruption als Flutbasalt-Eruption zu bezeichnen.

Evolution des Lavafeldes bis 24. Dezember 2014 Quelle::Vedur.is
Evolution des Lavafeldes bis 24. Dezember 2014 Quelle::Vedur.is

Ausflussrate der Flutbasalteruption verringerte sich seit Ende August kontinuierlich, zu Beginn Ende August betrug sie ca. 1.000 m³/s, erreichte einen Durchschnitt im September von 200 m³/s und lag im November bei 100 m³/s. Das ist wie gesagt ein Anzeichen das diese Eruption gewaltig ist und noch lange andauern wird, denn die durchschnittliche Flussrate der Lava am Kīlauea auf Hawaii beträgt ca. 5 m³/s und an der Themse in London sind es immerhin 60 m³/s. Ich denke dieser Vergleich ist angebracht um die Größenordnung zu verdeutlichen.

Ebenso ist das Einsinken der Caldera des Bárðarbunga, zu Beginn der Eruption sank sie mit einer Rate von 80 cm/Tag ein, dieser wert erreichte derzeitig einen Wert von 25 cm/Tag. Durch dieses Einsinken werden auch die meisten Erdbeben hervorgerufen, von denen jeden Tag dutzende bis hundert registriert werden und die auch bis zur Magnitude Fünf auf der Richterskala ausschlagen können. Auch die Wärmeemissionen der Eruption sind gewaltig, am Anfang der Eruption lag diese bei ca. 20 Gigawatt. Dieser Wert sank bis Ende November auf 5 Gigawatt, nur mal zum Vergleich die Gesamtproduktion an elektrischer Energie lag in Großbritannien im Jahre 2012 bei ca. 36 Gigawatt. Erstaunlich für mich persönlich war, das die Analysen der entnommenen Lava ergaben das sie aus großer Tiefe aufsteigen und nicht wie ich am Anfang annahm aus einer oberflächennahen Magmakammer. Sie steigt nämlich aus einer Tiefe von 9 bis 20 Kilometer auf.

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