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Rosetta und Philae

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Philaes Landepunkt Agilkia Quelle:ESA
Philaes Landepunkt Agilkia Quelle:ESA

Eigentlich ist es Schade das die ESA-Mission Rosetta gerade jetzt ihre finale Phase erreichte und die Nachrichten darüber im Hintergrundrauschen der Nachrichtenagenturen fast schon untergehen. Nun ist es soweit das der Lander Philae seinen Landeplatz erreichen soll, der Touch down soll nun am 12. November erfolgen, zehn Jahre nach ihrem Start. Aber die letzten drei Monate waren auch recht Erfolgreich für die ESA mit ihren Tiefraummissionen, neben dem erfolgreichen Einschwenken von Rosetta in einen Orbit um den Kometen P67/Churyumov–Gerasimenko meldete sich auch die Sonde Mars-Express wohl zum letzten Mal zu Wort.

Sie hatte ein Rendevous mit einem besonderen Himmelkörper, dem Kometen Siding-Spring oder C/2013 A1. Dieser ist ein besonderer Komet, vielleicht sehen wir ihn erst in ein paar Millionen Jahren erst wieder, denn er gehört zu den langzyklischen Kometen. Diese haben ihren Ursprung in der Oortschen Wolke und am 19. Oktober 2014 näherte er sich mit 56 km/s dem Mars bis auf 140.000 km. Mars-Express studierte dabei den Kometenkern und analysierte den Kometenschweif. Mit diesem Rendevous erlebte diese ESA-Mission einen würdigen Abschluss, denn Mars-Express wird im Dezember 2014 endgültig abgeschaltet(1)(2)(3). Nach zehn Jahren hatte diese Mission einiges zu unserem heutigen Wissen über den roten Planeten beigetragen und stellt anders als in unserer Presse dargestellt einen Höhepunkt der europäischen Raumfahrt dar.

Siding Spring und der Mars am 19. Oktober gesehen vom Hubble Weltraumteleskop Quelle:NASA
Siding Spring und der Mars am 19. Oktober gesehen vom Hubble Weltraumteleskop Quelle:NASA

Aber jetzt wieder zurück zu Rosetta und Philae, gerade die letzten drei Monate gehören wohl spannendsten der ganzen Mission. Nach ihrem Einschwenken in eine Umlaufbahn um den Kometen am 6. August stellten die Wissenschaftler einige erstaunliche Neuigkeiten fest. Der Kern des Kometen besteht anscheinend aus zwei Kometenbruchstücken, die miteinander Kollidierten und ineinander verschmolzen. Er so unregelmäßig geformt das Rosetta eine fast schon dreieckige Umlaufbahn um den Kometen beschreibt. Auch sieht die Oberfläche des Kometenkerns ganz anders aus als erwartet. So findet man zahlreiche Krater, Ebenen und mit Schotter bedeckten Flächen. Eigentlich empfinde ich das er der Oberfläche unseres Mondes sehr ähnlich aussieht. Problematisch für Philae den richtigen Landeplatz auszusuchen. Diese sollte nicht in einem Krater landen und auch die mit Schotter bedeckten Ebenen fielen als Landeplatz aus. Aber im Oktober fand man einen und nannte ihn Zuerst, recht einfallslos, einfach J. Mitte Oktober benannte man ihn um in Agilkia, nach der Insel im Nil auf dem zahlreiche Tempel des antiken Ägyptens heutzutage zu finden sind. Im drei Tagen werden wir wissen ab es geklappt hat, wollen wir es mal hoffen(4).

(1)http://www.esa.int/spaceinimages/Images/2014/10/Siding_Spring

(2)http://www.nasa.gov/press/2014/october/close-encounters-comet-siding-spring-seen-next-to-mars/

(3)http://www.esa.int/Our_Activities/Operations/Mars_Express_ready_for_comet_encounter

(4)http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Rosetta/Farewell_J_hello_Agilkia

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