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Klimawandel, im September geht es weiter Teil 3

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Meereisbedeckung in der Arktis September 2014 Quelle NASA
Meereisbedeckung in der Arktis September 2014 Quelle NASA

Der September hatte es in sich, in einigen Teilen Deutschlands war zu trocken, selbst der Niederschlag auf dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze, fielen nur 108,5 mm Niederschlag, was 74 % der normalen Regenmenge beträgt. Andern Ortes war es zu nass, in Gera fielen zwar mit 108,2 mm ähnlich viel Regen wie auf der Zugspitze, nur das waren gleich einmal 190% der normalen Niederschlagsmenge. Auf dem Fichtelberg im Erzgebirge und in Nürnberg wurden gleich einmal über 200 % der normalen Niederschlagsmenge erreicht, aber insgesamt war der September recht Wolkenverhangen nur in Hamburg, Emden, Fehmarn und Greifswald wurden mehr Sonnenstunden verzeichnet, als die Mittelwerte in den Jahren 1980 bis 2001. Auch bei den Temperaturen lagen die monatlichen Durchschnittswerte mit 1 bis 2°C Deutschlandweit über den Durchschnittswerten, nur die Daten der Wetterstation auf der Zugspitze bildet hier eine Ausnahme mit 0,1°C.

Rückblickend war der August 2014 mit einer Abweichung von 0,75 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts weltweit gesehen der wärmste August seit Beginn regelmäßiger Messungen vor 135 Jahren. In Großbritannien verzeichnete man dagegen den kühlsten August seit 1993. In Österreich war der letzte Sommermonat 1,1 Grad zu kühl und damit der kühlste August seit 2006. In der Schweiz war der August 2014 mit einer negativen Abweichung von 1,6 Grad einer der kältesten der letzten 30 Jahre. Besonders kalt und sonnenscheinarm war es dabei im Tessin. In Deutschland war es mit durchschnittlich 16°C um 1,5°C zu kühl und mit 97,2 mm Niederschlag ganze 25 mm zu viel zu den Durchschnittswerten der Jahre 1980-2010. (1)(2)

In Großbritannien war der September ein trockener und sonnenreicher Monat, in Nordirland fielen gerade 6,5 mm, in Schottland, England und Wales jeweils 9,7mm Niederschlag. Diese Mengen brachen die bisher erreichten Minimumwerte, die seit 1910 beobachtet wurden. Die durchschnittliche Temperatur in Großbritannien lag im September mit 13,9°C um 1,2°C über den langjährigen Mittel, es war der achtwärmste September seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen(3).

Am 17. September erreichte die Eisbedeckung des Arktischen Ozeans sein Minimum. In diesem Jahr erreichte die minimale Eisbedeckung 5,02 Mio. km² und lag damit unter dem Mittelwert der Jahre 1980-2010 mit 6,22 Mio. km². Es war das sechstkleinste Minimum seit Beginn der regelmäßigen Messungen im Jahre 1978. In diesem Jahr brach das Meereis in der Nord-West-Passage nicht auf, jedoch war die Eisbedeckung entlang der sibirischen Küste nicht mehr vorhanden. Der Sommer über der Arktis begann zu kühl, jedoch entwickelten sich heftige Stürme über dem Ozean, die dafür sorgten das das Meereis aufbrach und dadurch schneller abschmelzen lies(4)(5).

(1)http://www.welt.de/newsticker/news1/article132396347/August-2014-war-heissester-August-seit-1880.html

(2)http://www.dwd.de/klima

(3)http://www.metoffice.gov.uk/news/releases/archive/2014/early-september-stats

(4)http://www.nasa.gov/press/2014/september/2014-arctic-sea-ice-minimum-sixth-lowest-on-record/

(5)http://nsidc.org/news/newsroom/arctic-sea-ice-reaches-minimum-extent-2014

Veränderung der Gravitation über der Westantarktis Quelle ESA
Veränderung der Gravitation über der Westantarktis Quelle ESA

Auch der Schwund an Eis in der Westantarktis nimmt immer größere Ausmaße an, wie die ESA mitteilte liegt der Nettoeisverlust bei ca. 125 km³ pro Jahr. Sattelitenmessungen konnte diesen Eisverlust bestätigen, außerdem verändert sich die Gravitation über der Westantarktis durch den Masseverlust. Dadurch verändert sich auch das Wetter über dem sechsten Kontinent. Mit diesen Daten können nun wesentlich genauere Daten über den Klimawandel über der Antarktis, speziell über der Westantarktis, gewonnen werden(6). Auch war die Meereisbedeckung beim diesjährigen Meereismaximum mit ca. 20 Mio. km² ein Zuwachs zu vermelden, jedoch ist dieses nicht unerwartet. Verschiedene Klimamodelle sagten diese Zunahme bei gleichzeitiger Abnahme der Gletscherdicke auf dem Festland bereits voraus. Zu einem wurden in der Antarktis kältere oberflächennahe Lufttemperaturen gemessen, außerdem wurden diese Luftmassen feuchter, zum anderem erreichen die Zunahme nur ein drittel des Meereisverlustes in der Arktis(7). Bei den Festlandsgletschern Alaskas und der nördlichen Hemisphäre lässt Wissenschaftler ein ähnliches Muster vermelden, während sie in der 1960er bis 70er Jahre eine Zunahme des Gletschereises melden konnten, sind seit den 1980er Jahren die Gletscher auf dem Rückzug. Die legen die Messungen die auf den Inlandsgletschern seit dem vorgenommen wurden nahe(8).

Der Hurrikane Odile machte seit seinem Landgang immer noch mit sintflutartigen Regenfällen von sich Reden. Sie brachte dem Nordwesten Mexikos und dem Nordwesten des Bundesstaates Texas eine Niederschlagsmenge von 840 mm bzw. 160 mm und beendete vorerst die Trockenperiode(9). Jedoch im westlicheren Kalifornien hält die Trockenperiode weiter an, Analysen der Wetterbedingungen in Kalifornien lassen vermuten das Hochdrucksysteme ein permanentes Wetterregime übernommen haben. Die letzte Wintersaison brachte dem höchsten Bergzug der USA immerhin kaum nennenswerten Niederschlag, die Gebirgszüge Kaliforniens waren nahezu Schneefrei. Die diesjährige Feuersaison setzte dementsprechend bereits im Januar ein, was recht ungewöhnlich ist, aber jedoch in das Bild eines Klimawandels der regional extreme Auswirkungen haben kann. Ein Team von Us-amerikanischen Wissenschaftlern analysierten die klimatischen Einflüsse auf Extremwetterereignisse und kamen zu dem Eindruck das die bereits 12 jährige Trockenperiode über Kalifornien eine Folge der klimatischen Veränderungen über dem Pazifik und dem nordamerikanischen Kontinent ist(10)(11).

Während dessen machte das tropische Tiefdruckgebiet Fung-Wong, auch 16W genannt, von sich reden. Es entstand am 17. September ca. 1.076 km östlich von Manila, beeinflusste das Wetter danach das Wetter über den nördlichen Philippinen und zog nordwärts Richtung Taiwan. Dieses erreichte der tropische Sturm am 20. September und am 21. September befand sich das Zentrum des Sturms ca. 60 km nordöstlich von Taipeh. Es wurde erwartet das er seinen finalen Landgang am folgenden Tag in der nähe von Shanghai macht. Jedoch bog er ab in Richtung Südkorea und Japan in Richtung des Gelben Meeres. Der Sturm entwickelte dabei gewaltige Sturmfronten, über Ryuku wurden Temperaturen in den oberen Wolkenfronten von -53°C gemessen. Am 24. September wurde es als außertropischer Sturm gemeldet(12).

Ebenfalls am 24. September wurde der tropische Sturm 98W in der Nähe von Guam gemeldet. Noch am selben Tag erhielt er den Namen Kammuri. Am 26. September befand sich das Zentrum des Sturms rund 466 km ost-Südost der Insel Iwo To, Sattelitenmessungen ergaben das er 30 mm Niederschlag der Region um die Insel brachte(13).

(6)http://www.esa.int/Our_Activities/Observing_the_Earth/GOCE/GOCE_reveals_gravity_dip_from_ice_loss

(7)http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD/view.php?id=84418&src=eoa-iotd

(8)http://www.nsf.gov/news/special_reports/science_nation/denaliglaciers.jsp?WT.mc_id=USNSF_51

(8)http://www.nasa.gov/content/goddard/odile-eastern-pacific/

(9)http://www.nsf.gov/news/news_summ.jsp?cntn_id=132709&WT.mc_id=USNSF_51&WT.mc_ev=click

(10)http://www2.ametsoc.org/ams/assets/File/publications/BAMS_EEE_2013_Full_Report.pdf

(11)http://www.nasa.gov/content/goddard/tropical-depression-16w-nw-pacific/

(12)http://www.nasa.gov/content/goddard/kammuri-northwestern-pacific-ocean/

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