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Mysteriös bleibt es

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Mysteriös bleibt es beim Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs MH-17, das am 17. Juli über der Ostukraine niederging. So ist es nicht verwunderlich das die Spekulationen um den Absturz weiter ins Kraut schießen.

Während die Ukraine und die US-Amerikaner bei diesem Thema anscheinend an einem Strang ziehen und außer Statements eigentlich keine Beweise vorlegen wollen oder können, hat bislang nur Russland seine Daten zur Lage im Luftraum über der Ostukraine veröffentlicht. Der Flugdaten- und der Voicerecorder wurden gefunden und sollen anscheinend nun ausgewertet werden, das es dabei vielen nicht schnell genug gehen kann ist verständlich, nur hier sollte auch gelten: Sorgfalt muss walten bei der Auswertung und es sollte eigentlich niemanden überraschen wenn nach der Auswertung das Mysterium immer noch nicht aufgeklärt ist.

Es ist eigentlich vollkommen verständlich endlich Aufklärung über den Absturz der Maschine verlangen, immerhin sind 298 Menschen dabei umgekommen. Für viele nicht gänzlich verständlich das in der heutigen Zeit eine Untersuchung mehrere Wochen dauern soll. Nur hier sollte man sich nicht täuschen. Nimmt man zum Beispiel den Trans-World-Airlines-Flug 800, der am 17. Juli 1996 vor New York ins Meer stürzte, erschien der Abschlussbericht am 23. August 2000, mehr als ca. 4 Jahre später(1). Beim Flug MH-17 dürfte es auch ein paar Tage länger dauern, immerhin müsste man die Maschine rekonstruieren um heraus zu finden ob die Maschine von einer Rakete getroffen wurde oder nicht. Dazu müsste man alle relevanten Wrackteile einsammeln, nur bekanntlich verhindert die ukrainische Regierung und ihr Militär dieses Ansinnen. Der von Poroschenko veröffentlichte Waffenstillstand über 40 km² rund um die Absturzstelle wurde bekanntlich am nächsten Tag von dem ukrainischen Militär gebrochen um dieses Gebiet militärisch zu erobern. Welches Ansinnen hinter dieser Aktion steckt, wissen wahrscheinlich nur die Verantwortlichen in Kiew.

Es kursieren auch immer wieder Gerüchte um eine SU-25, die vom russischen Radar in der Nähe des Flugweges von MH-17 gesichtet wurde. Viele behaupten sie könne nicht so hoch fliegen wie MH-17 es tat, nämlich in 11.000 Metern. Es stimmt und es stimmt auch wieder nicht. Die ursprüngliche Versionen die in der Roten Luftflotte in den 1980er Jahren eingeflottet wurde erreichten Gipfelhöhen um die 7.000 Metern. Jedoch wurden die SU-25 immer wieder Modernisierungen unterzogen. So existiert eine modernisierte Version die speziell für die Ukraine entwickelt und im Flugzeugwerk Zaporozhye umgerüstet wurde, die SU-25 M1(2). Diese Version der SU-25 erreicht eine Gipfelhöhe von 10.000 Metern und kann auch mit Lenkwaffen des Typs Wympel R-60 und R-3 bestückt werden, deren Reichweite 6 bis 8 Kilometer. Die modernisierte Version M1 sollte ab 2011 der ukrainischen Armee zur Verfügung stehen, es ist jedoch nicht bekannt in welchen Stückzahlen dieses Vorhaben auch umgesetzt wurde(3).

Die von der malaysischen Presse lancierte Meldung das die ukrainische Regierung den Abschuss beauftragt haben könnte, steht immer noch im Bereich des möglichen(4)(5). Nur hier steht man wieder vor einem Dilemma, ohne Beweise sind diese Vermutungen nichts weiter als eine Verschwörungstheorie. Dazu muss wie gesagt das Wrack selber forensisch untersucht werden, aber ob dieses jemals geschehen wird ist zu bezweifeln. In einem Kriegsgebiet können diese Arbeiten nur schwerlich durchgeführt werden, denn es muss sichergestellt sein, das diese Spezialisten in Sicherheit und ungestört arbeiten können.

Die zuerst öffentlich von der Ukraine, Nato, EU-Offiziellen und USA vorgebrachten Behauptungen über die Schuld Russlands oder der Separatisten am Absturz konnte diese Partei bislang nicht belegen. Die von Russland vorgelegten Ergebnisse über die Verhältnisse im Luftraum sind dahingehend die Glaubwürdigeren Informationen, die zur Zeit zur Verfügung stehen. Somit ist der Absturz von MH-17 Teil einer Propagandamaschinerie geworden und es wird immer schwieriger das Geflecht aus Lügen, sinnfreien Behauptungen und gezielten Desinformationen zu durchschauen. Ob die Wahrheit über den Absturz von MH-17 in nächster Zeit an das Tageslicht kommt, ist indes zu bezweifeln, denn Flugunfalluntersuchungen sind langwierig und Kostenintensiv, schnelle Ergebnisse sind hier nicht zu erwarten. Das ist besonders Bedauerlich für die Angehörigen der Flugunfallopfer, diese hätten zumindest den Anspruch auf Aufklärung warum und wieso ihre Angehörigen auf dem Flug ums Leben kamen.

(1) http://www.ntsb.gov/doclib/reports/2000/AAR0003.pdf

(2) http://www.redstar.gr/Foto_red/Eng/Aircraft/Su_25M1.html

(3)http://de.wikipedia.org/wiki/Suchoi_Su-25

(4) http://www.opednews.com/articles/Malaysian-press-charges-Uk-by-Alex-Lantier-Government-Corruption_Malaysia-Airlines-Flight-17_Putin_Russia-140809-576.html

(5) http://www.opednews.com/articles/2/Flight-17-Shoot-Down-Scena-by-Robert-Parry-Intelligence_Mh17-Airline-Crash_Politicians_Putin-140803-675.html

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