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Ebola, ansteckender als gedacht?

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Bestätigte Erkrankungen in Westafrika
Bestätigte Erkrankungen in Westafrika

Wie die WHO am Dienstag in Genf mitteilte sollen sich beim derzeitigen Ebola-Ausbruch in Westafrika mehr als 240 Ärzte, Pfleger und anderes Personal mit dem Virus infiziert haben, von diesen sollen 120 gestorben sein. Gründe für die beispielslose Infektionsrate unter den Helfern seien vor allem die unzureichende Ausrüstung, so sind oftmals Schutzausrüstung völlig veraltet, defekt, Handschuhe und Mundschutz nur in unzureichender Anzahl vorhanden. Das medizinische Personal ist mit der Menge an infizierten Personen auch oftmals überfordert und überarbeitet. Es kann also keine Rede davon sein das die Ebola-Erkrankung ansteckender ist, als ursprünglich angenommen. Laut dem Entdecker des Ebola-Virus Piot würden Ebola-Viren sich keineswegs so leicht verbreiten wie etwa der Grippe-Erreger. Gründe dafür das die Epidemie noch nicht eingedämmt werden konnte liegen in den drei Ländern selber begründet. Liberia und Sierra Leone litten unter einem langen Bürgerkrieg, staatliche Strukturen gelten allgemein als unterentwickelt. Das Gesundheitssystem in allen drei Ländern ist unterentwickelt, das gleiche gilt für das Bildungssystem. Des weiteren gilt für alle drei Länder, das die Unterernährung größerer Bevölkerungsteile ein Problem darstellt.

Hinzu kommt das die drei Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia von vielen internationalen Airlines nicht mehr angeflogen werden. Daher ist es der UN-Organisation nur in begrenzten Maße möglich Engpässen Abhilfe zu leisten(1). Insgesamt waren bis zum 14. August 1975 Erkrankungen und 1069 Tote gemeldet worden. Damit erreicht die Mortalitätsrate bei diesem Ausbruch den Wert von 53%. Allein vom 19. zum 20. August wurden 143 neue Erkrankungsfälle und 77 Tote vermeldet(2). In der Summe sind zwar von der WHO, Liberia, Guinea und Sierra Leone die richtigen Maßnahmen eingeleitet worden, jedoch die finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt. Es müsste eine von der kommerziellen Luftfahrt unabhängige Versorgungslinie eingerichtet werden, um die benötigten Ausrüstungsgegenstände in die Länder zu bringen, auch müsste die Welternährungsorganisation mit eingebunden werden, da Unterernährung, Mineralien- und Vitaminmangel es dem Ebola- und allgemein viralen Erkrankungen einen idealen Nährboden für eine rasche Verbreitung bietet. Es wäre jetzt noch möglich die Epidemie zu einem geringen Kostenaufwand einzudämmen, die Problematik ist es die benötigten finanziellen Mittel zu beschaffen. Zwar die EU-Kommission ihre Hilfen auf 11,9 Mio. € im August aufgestockt, aber in wie weit die Hilfen für die Prävention der noch nicht betroffenen Bevölkerungsgruppen zu gute kommen ist eigentlich bislang unbekannt.

Ein anderer Aspekt in diesem Zusammenhang ist es, das viele Menschen in den betroffenen Regionen an Hexerei glauben und die Ebola-Erkrankung wird von den meisten Afrikanern eben mit Hexerei in Verbindung gebracht. Was dazu führt dass zahlreiche geheilte Menschen und auch Kinder aus ihren Dörfern verstoßen werden. Die allgemeine Panik geht so weit, dass jede Erkrankung potenziell als Ebola verdächtigt wird, obwohl es sich um Malaria oder Typhus handelt. Auch wird berichtet, das das medizinische Personal aus Angst vor Ebola zuhause bleibt oder die Menschen die Krankenhäuser meiden, aus Angst vor Ansteckung.

Das im Demokratischen Republik Kongo jetzt zwei bestätigte Fälle von Ebola aufgetreten sind, dürfte wohl daran liegen das es sich um einen anderen Virenstamm handelt. In der Provinzen Equateur und Orientale die meisten Ebola-Ausbrüche in der Vergangenheit vermeldet wurden. Es ist das siebte Mal, dass die Seuche in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976 ausbricht(3)(4).

(1)http://diepresse.com/home/panorama/welt/3847204/Ebola_UN-kritisiert-Streichen-von-Flugverbindungen?from=rss

(2)http://www.who.int/csr/don/2014_08_22_ebola/en/

(3)http://www.dw.de/ebola-im-kongo-mehr-als-nur-ein-virus/a-17877727?maca=de-rss-de-top-1016-rdf

(4)http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59858/Ebola-Faelle-nun-auch-im-Kongo

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