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MH-17 Teil 4

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

MH-17 Teil 4

Nun verstärkt die NATO, USA und die Ukraine ihre Anstrengungen den Absturz des Fluges MH-17 den Separatisten und damit auch direkt Russland anzulasten. Fragt sich nur wie stichhaltig die Beweise nun sind. Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte dazu noch am Donnerstagabend den Mitschnitt eines Telefonats zwischen zwei Rebellenführern an diverse Medien weitergegeben. Darin sagt ein "Major" genannter Mann, dass "die Jungs vom Kontrollposten Tschernuchin das Flugzeug abgeschossen haben" und dieses "in der Luft zerbrochen" sei. Sein als "Grek" identifizierter Gesprächspartner fragte zurück "Na und?", und bekam die Antwort: "Es war hundertprozentig ein ziviles Flugzeug!" (1)

Nimmt man den veröffentlichten Inhalt so müsste sich die gesuchte BUK-M1 an einem Kontrollposten oder in seiner Nähe aufgestellt worden sein. Das dieses ein recht ungewöhnlicher Platz für eine BUK-M1 darstellt sollte eigentlich jedem einleuchten, da erstens mit Kontrollposten ein Straßenkontrollposten gemeint sein kann und diese nicht nur von den Luftverbänden der Ukraine sondern auch von Bodentruppen angegriffen werden können. Zweitens entspricht solch ein solcher Standort nicht gerade dem was einem schlecht einsehbaren Ort bezeichnen würde, Fahrzeuge und Zivilisten passieren diese Kontrollposten und könnten auch das Luftabwehrsystem oder eines seiner Komponenten im Umfeld des Kontrollpostens entdecken. Ein denkbar schlechter Ort um ein Waffensystem aufzustellen, das geheim gehalten werden soll. Die Raketen einer BUK-M1 welche 9K317 genannt werden haben zudem eine Reichweite von bis zu 42 km und können Ziele bis in 25.000 Metern bekämpfen, ist es vollkommen unnötig solch ein Waffensystem in der Nähe eines Kontrollpostens aufzustellen. Es ist auch nicht ganz klar, wie der SBU dieses Telefonat aufgezeichnet haben will, mittels direkter Überwachung, wobei er hierzu Zugang zum Kommunikationsnetz der Separatisten haben müsste oder über sogenannte ELINT Aufklärung, über solche Möglichkeiten verfügen die Streitkräfte der Ukraine, jedoch ist wohl nicht auszuschließen das die Informationen eventuell von der US-AIR-Force oder der NATO stammen (2)(3).

Das vom SBU veröffentlichte Foto vom vermutlichen Abschuss der 9K317 lässt sich jedoch auch nicht genau einordnen, es zeigt lediglich den Kondensstreifen einer Rakete in einem steppenartigen Gebiet. Die Aussagekraft tendiert eigentlich gegen Null, da der Startplatz nicht einsehbar ist.

Ebenfalls unklar sind die Aussagen von US-Außenminister Kerry zu NBC, wenn er meint "es sei ziemlich klar, dass das gegen Flug MH17 eingesetzte Abschusssystem von Russland in die Hände der Separatisten gelangte". "Wir haben Bilder vom Raketenabschuss, wir wissen über die Flugbahn Bescheid." Wobei das mit den Bildern eigentlich immer so eine Sache ist, man kann Bildern vertrauen oder auch nicht oder meinte er Satellitenfotos? Diese sind jedoch nicht immer aussagefähig, es kommt dabei immer auf die Auflösung dieser Fotos an und über die Flugbahn der Rakete könnte er nur Bescheid wissen wenn es Radaraufzeichnungen gäbe, diese wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht.

Laut Kerry gebe es Aufnahmen von "prahlenden" Separatisten nach dem "Abschuss". Das Verhalten der prorussischen Rebellen am Absturzort der Boeing nannte Kerry "grotesk". Sie behinderten die Arbeit der Ermittler. "Betrunkene Separatisten" würden "ohne jede Zeremonie" Leichen aufeinanderstapeln und "Spuren verwischen". Wenn man seinen letzten Aussagen folgt wird es Pitoresk und entspricht nicht von Pietät gegenüber den Opfern und deren Angehörigen. Wenn ich mich recht erinnere herrscht derzeitig auf der nördlichen Halbkugel Hochsommer und in der Ukraine herrschen Temperaturen von über 30°C, jeder kann sich ausmalen was mit Leichen passiert wenn sie mehrere Tage solchen Temperaturen ausgesetzt sind, sie platzen auf aufgrund der schnell einsetzenden Verwesung, das ist Grundschulwissen.

Auch die Behauptung von Poroschenko das Beweise vernichtet würden, kann so wohl kaum stimmen, denen müsste daran gelegen sein die Absturzstelle möglichst unversehrt zu lassen bis zum eintreffen der Flugunfallermittler. Das zum anderen die OSZE-Beobachter behindert sein sollen, darüber kann man geteilter Meinung sein, denn es sind keine Flugunfallermittler.

Immerhin bezeichnete Poroschenko den Absturz kurz nach bekannt werden als Terroranschlag und begründete dieses mit Geheimdienstinformationen. Zwei Stunden nach dem Absturz wurden von der EURO-MAIDAN-Bewegung die ersten Videos ins Netz gestellt, teilweise bereits mit englischen Untertiteln versehen, was zwar möglich ist aber genauso sehr merkwürdig ist, denn die Aufnahmen korrelierten nicht mit dehnen die später ins Netz gelangten.(4)

Es gibt also viele gute Fragen die eigentlich unbeantwortet sind und wahrscheinlich auch bleiben werden. Zum einen sind Geheimdienstinformationen ziemlich fragwürdig, auf welche Fakten oder Indizien sind die Aussagen von Kerry stützen, da besteht ein großes Fragezeichen. Das Geheimdienste auch Dienstleister der Politik sind dürfte jedem klar sein, denke ich ein mal und das deren Analysen und Beweise oftmals dem Wunsch seines Auftraggebers entsprechen und das wissen wir ja nicht erst seit dem Irakkrieg 2003.

(1)http://www.focus.de/politik/ausland/newsticker-zum-flug-mh17-der-malaysia-airlines-separatisten-transportieren-leichen-in-kuehlwaggons-ab_id_4004194.html

(2)http://www.dtic.mil/doctrine/new_pubs/jp2_0.pdf

(3)http://defense-update.com/products/b/buk.htm

(4)http://www.youtube.com/watch?v=ho3S38i1Nsw

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