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Erdbebenregion Thüringen/Sachsen

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

Am Samstag den 31. Mai rumste es im sächsischen, tschechischen und thüringischen Vogtland, ein Erdbeben der Magnitude 4.2 bis 4.5 auf der Richterskala erschütterte die Region. Überrascht hat es mich nicht, denn ist es historisch gesehen keine Seltenheit, das in der Region Erdbeben auftreten. Im tschechischen Teil der Region gibt es sogar vulkanische Aktivitäten rund um den erloschenen Vulkan Kammerbühl. Wer nun einen feuerspeienden Berg erwartet, leider Fehlanzeige. Aber es gibt Gasaustritte in verschiedenen Mooren und Seen und im letzten Jahrzehnt war die Region um Cheb bekannt für ihre Schwarmbeben.

Die Erdbeben gefährdete Region erstreckt sich über Ostthüringen und den westlichen Teilen Sachsens, vom Schwarmbebengebiet des Vogtlandes über den Raum Gera bis nach Leipzig.

Das wahrscheinlich stärkste vogtländische Erdbeben in der Geschichte hatte sein Epizentrum in der Nähe von Gera, genauer gesagt zwischen Ronneburg und Schmölln. Geschätzt wurde es auf Magnitude 5.3 bis 5.7 und einer Intensität von VII, im Jahre 1872. Es richtete verbreitet schwere Gebäudeschäden an, einige Häuser stürzten ein, in Burgen und Brücken bildeten sich meterlange Risse. Das Beben wirbelte auf Schloss Osterstein, die reußische Bibliothek durcheinander. Einige Menschen sollen bei dem Beben ums Leben gekommen seien. Die Erschütterungen waren bis nach Hannover, Berlin, Prag, München und Stuttgart spürbar. "Die Menschen rannten aufgeregt aus den Häusern und manche glaubten, der Anfang vom Ende aller Dinge sei gekommen", schrieb ein Chronist aus Gera über das Beben. Oder nehmen wir das Jahr 1896, über das ganze Jahr verteilt leichte bis moderate Erdbeben im Vogtland, die vor allem im Raum Plauen verspürt wurden. In den folgenden 20 Jahren immer wieder teils intensive Erdbebenschwärme, vor allem in den Jahren 1898, 1900, 1903 und 1908, teils mit hunderten spürbaren Beben innerhalb weniger Tage. Einige Erdbeben wurden auch in anderen Teilen von Sachsen und Bayern lokalisiert. Die Beben erreichten eine maximal gemessene Magnitude von 4.7 und Intensitäten von VI-VII.

Das letzte registrierte Erdbeben in der Region fand im übrigen am 17. Januar 2013 in der Nähe von Altenburg statt. Es erreichte ein Magnitude von 2.4 und sein Epizentrum lag nach Messungen des Geophysikalischen Observatoriums Collm der Universität Leipzig in fast 15 Kilometern Tiefe.

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