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Flut-Report

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

In diesem Post gehe ich ein mal auf die großen Überflutungen ein, die dieses Jahr bereits stattfanden, ein. Ob nun in Brasilien, Bolivien, Namibia, Neu Seeland oder wie aktuell auf dem Balkan, zeichnet sich wohl ein Trend ab, so zumindest das Met-Office. Diese machte am 17. Dezember 2013 auf eine Studie aufmerksam, in der eine Zunahme des Risikos von Überflutungen durch Starkregenfälle gewarnt wird. Als Grund gibt das Office den allmählich abzeichnenden Klimawandel an.

Brasilien, Dezember 2013/Januar 2014:

Ende Dezember 2013 kam es in den Bundesstaaten Espírito Santo, Minas Gerais, Brasilien, zu einer riesigen Überflutung, in deren Folge 45 Menschen starben und 70.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Voraus gegangen waren Regenfälle, die eine Niederschlagsmenge von 714 mm brachten und ein All Zeit Rekord darstellen. Die beiden großen Flüsse Doce und Cotaxé schwollen an und traten über die Ufer und ihre braunen Wassermassen trieben mehre hundert Kilometer entlang der Küste des Atlantischen Ozeans. Der Kontrast zur Situation im benachbarten Argentinien hätte nicht größer sein können, Buenos Aires verzeichnete zur selben Zeit eine Hitzewelle, wie auf Weather Underground am 30. Dezember berichtet wurde.

Neu Seeland, März 2014:

Ein kraftvoller Sturm zog Anfang März 2014 über die Südinsel Neu Seelands hinweg und brachte der Stadt Christchurch eine Jahrhundertflut, so zumindest war es dort in den Medien zu lesen. Insgesamt fielen 74 Millimeter Regen am 3./4. März auf die Region und ließen die Flüsse Waimakariri, Rakaia, Heathcote und Avon anschwellen und über die Ufer treten. Diese überfluteten die Küstenregion um Christchurch und trugen ihre reich mit Sedimenten angereicherten Wassermassen weit auf den Ozean hinaus. In der Folge wurden mehr als 100 Häuser evakuiert und über 4.000 Häuser verloren ihre elektrische Energie. Die durch die Erdbebenserie 2010 und 2011 geschädigte Flutkontrollanlagen, wie Dämme und Rückhaltebecken waren mit den Wassermassen überfordert. Im Umland und in der Stadt selber, das im Schwemmland des Waimakariri errichtet wurde, wurden zahlreiche Straßen unterspült und für den Verkehr unbrauchbar.

Bolivien, März 2014:

Wie jeden Jahr erreicht im Februar/März die Schneeschmelze in Anden ihren Höhepunkt, gepaart mit reichlich viel Regen, Diese Kombination lässt die Flüsse im Amazonasbecken anschwellen. Doch dieses Jahr erreichten die Regenfälle ein noch nicht da gewesenes Ausmaß und ließ in der Beni Region die Flüsse Beni und Mamoré über ihre Ufer treten. Beide überfluteten zusammen ein Gebiet von 400 km², töteten 60 Menschen, zerstörten und beschädigten ca. 60.000 Häuser. Es wurde von mehreren Schlammlawinen berichtet, die unter anderem im Norden der Region Teile eines Dorfes verschüttete. Ca. 100.000 Rinder und andere Nutztiere verendeten, zusätzlich berichteten die bolivianischen Medien das zwischenzeitlich befürchtet wurde das Seuchen in der Region ausbrechen könnten. Die Regierung schickte Armeeeinheiten, um die Rettungskräfte zu unterstützen und Präsident Evo Morales meinte, "das Bolivien noch keine solche Flut erlebt hätte".

Namibia, Mai 2014:

Anfang Mai überflutete der Sambesi große Teile der gleichnamige Region im äußersten Nordosten Namibias. Aber jetzt ein mal eine positive Nachricht, sie fiel nicht so schlimm aus wie im April 2009. Bei der diesjährigen Überflutung berichteten Medien jedoch auch von zweiundzwanzig überfluteten Dörfern, die evakuiert werden mussten, geschlossenen Schulen und Krankenhäuser. Das Zambezi Regional Council, in Kooperation mit dem Roten Kreuz, verteilte Moskitonetze, Trinkwasser und Nahrungsmittel an die betroffenen Gemeinden. Über Todesopfer wurde bisher nichts bekannt, jedoch von den Behörden eine Warnung aufgrund der nun erhöhten Malariagefahr herausgegeben.

Balkan, Mai 2014

Das außertropische Tiefdruckgebiet „Tamara“ brachte dem westlichen und zentralen Balkanstaaten Rekordregenfälle, innerhalb von drei Tagen in Belgrad 190 Liter und in der Stadt Loznica sogar 216 Liter gemessen. In Bosnien, Serbien und Kroatien wurden über 3.000 Erdrutsche vermeldet und die Fluten zerstörten über 100.000 Häuser, Brücken, Straßen und andere Infrastruktur. Noch in der Erde vergrabene Minen, aus den Balkankriegen der 1990er Jahre, explodierten oder wurden freigelegt und weggeschwemmt. Mehr als 40 Menschen und mehrere tausend Nutztiere wurden getötet, fast eine Million Menschen wurden von der Wasserversorgung abgeschnitten, so das die Behörden eine Seuchenwarnung herausgaben. Die Region um die Flüsse Bosna, Sava, Drina und der Donau wurden zu Notstandsgebieten erklärt. Die Überschwemmungen richtete Schäden, wie man sie in der Region noch aus den Bürgerkriegen her kannte.

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