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Die USA ein Land der Waffen

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

und der Todesfälle infolge des Schusswaffengebrauchs. Täglich veröffentlicht das Gun Violence Archive auf Facebook die Todesfälle, die infolge des Schusswaffengebrauchs in den USA sterben, aber es interessieren sich anscheinend wenige dafür.

Aufmerksam wurde ich darauf durch einen Artikel von Joe Nocera auf seinem Blog in der New York Times, veröffentlicht am 27. Mai unter dem Titel: Holiday Weekend Gun Report: May 23-26, 2014.

Dabei geht der Autor auch auf das von Elloit Rodger verübte Massaker an der University of California in Santa Barbara ein, das es medial bis in die Nachrichten nach Deutschland schaffte. Bei dem Massaker am 23. Mai kamen vier Personen zu Tode und Elliot Rodger plante dieses Massaker bereits seit drei Jahren. Er hinterließ ein 140 seitiges Manifest unter dem Titel: "My Twisted World", in dem er darlegte warum, wieso und weshalb er diese Tat beging und gleichzeitig seine wohl eher traurige Lebensgeschichte erzählte, die wohl auch geprägt war von der Abstinenz von Liebe, also zwischenmenschlicher Liebe und Zuneigung.

Viel erschreckender wie ich meine, ist jedoch die Zahl der täglich in den USA durch den Schusswaffengebrauch verletzten und getöteten Personen. Vom 01. Januar bis 28. Mai kam es zu 16.829 Vorfällen bei den Schusswaffen Vorsätzlich oder Ausversehen eingesetzt wurden. Darunter war auch der Fall des deutsch-türkischen Austauschschülers, der im Bundesstaat Montana erschossen wurde. Insgesamt wurden bis zum 28. Mai 2014 4316 Personen durch den Schusswaffengebrauch getötet, 7518 Personen wurden verletzt, 469 Kinder wurden getötet bzw. verletzt, 190 Selbsttötungen und 4219 Raubüberfälle mit Schusswaffengebrauch wurden vermeldet usw..

Aber im Grunde genommen sind dieses bekannte Tatsachen, vor allem interessant ist unter diesem Aspekt das Demokratieverständnis in den USA. Große Teile der Bevölkerung, aber nicht die Mehrheit, wollen striktere Waffengesetze. Das gleiche gilt wohl auch für die Repräsentanten in Senat und Kongress der USA. Nach jedem Massaker das bekannt wird folgt das gleiche Ritual, der Präsident verspricht sich für strengere Waffengesetze einzusetzen, alle Senatoren und Abgeordnete bekunden ihr Beileid und Mitgefühl den Angehörigen der Getöteten und nach einer Weile passiert gar nichts, jeder Versuch die Waffengesetze zu verschärfen scheitern immer recht grandios in einem Medienspektakel der gegenseitigen Schuldzuweisungen und dann wird es still, bis zum nächsten größeren Massaker.

Eine besondere Rolle in den USA hat wohl die National Riffle Association, kurz NRA. Sie ist eine Vereinigung der Waffenproduzenten und deren Kunden, den Waffenkäufern und Besitzern. Auf ihrer Webseite kann man sogar die berühmte Rede von Charlton Heston sich ansehen, in der er aufrief sich gegen strengere Waffengesetze zu wehren. Seine Worte klingen mir heute noch im Ohr: "Sie wollen euch eure Waffen wegnehmen". Die Argumente der NRA sind eigentlich seit Jahrzehnten die gleichen: das Recht Waffen zu tragen wurde bekanntlich in der Rigth of Bulls von 1776 erstmals erwähnt, dann das Selbstverteidigungsrecht eines jeden US-Citizens, dann Arbeitsplätze und überhaupt Amerika zu verteidigen, scheint der Organisation irgendwie am Herzen zu liegen und das selbstverständlich mit Waffengewalt.

Anscheinend sehen sich die Unterstützer der NRA in einen imaginären Krieg zu ihren Nachbarn, denn jeder zweite US-Citizen ist ein stolzer Besitzer einer Waffe. Besonders bedenklich ist eigentlich, das es die NRA versteht durch ihre Lobbyarbeit Gesetze zu blockieren die kurzzeitig auch von einer Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert würden. Die Losung der NRA mit immer mehr Waffen Sicherheit für den einzelnen zu schaffen funktioniert nur so lange, wie der Einzelne von der latenten Gewalt die von Waffen nun mal ausgeht nicht betroffen ist.

Quelle: https://www.facebook.com/GunViolenceArchive

Quelle: https://www.facebook.com/GunViolenceArchive

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