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Der Europäische Mythos oder wie erfinde ich eine europäische Identität

Veröffentlicht am von Gerald Tauber

In historischer Zeit der Anfänge des alten Griechenlands war „Europa“ kein geographischer Begriff, sondern bezeichnete eine Königstochter in einer griechischen Sage. Die Geschichte der griechische Sagengestalt der Europa besagt, dass sie als Tochter des Königs Agenor im Land von Tyron und Sidon, also im heutigen Libanon lebte. Eines Tages verwandelte sich Zeus in einen Stier aus Agenors Herde. Er lockte Europa zu sich, sie setzte sich auf seinen Rücken und er entführte sie nach Kreta, wo er sich wieder in Zeus zurückwandelte. Dort wiederum erschien Aphrodite der Königstochter. Sie erklärte Europa, dass sie von nun an die irdische Gattin Zeus´ sei und sie unsterblich werden würde, da der fremde Erdteil ihren Namen erhalten solle. Später bekam Europa drei Söhne (Minos, Rhadamanthys und Sarpedon) und heiratete den kretischen König Asterios.

Entstehung des Begriffs Europa und die Saga Europa

Die Sage selber wurde aber oft umgedeutet und interpretiert, um die Gewalttätigkeit der Entführung Europas, darin zu verharmlosen. Zum Beispiel zeugte Zeuss und nicht der Stier die Kinder mit Europa. Man kannden Mythos auch dahingehend interpretieren, dass es zwischen Asien und Europa ursprüngliche eine Verbindung gab, die dann gewaltsam (durch die Entführung) getrennt wurde.Kontinent durchaus bedeutende, weil fest in das europäische Bildgedächtnis verankerte Erzählung in mehreren Varianten widergegeben und in einem frühaufklärerischen Sinn durchaus kritisch unter die Lupe genommen. Hierbei zeigt sich eine für das frühe 18. Jahrhundert nicht untypische Ambivalenz in der Haltung gegenüber diesem Mythos, der weder rundweg als Phantasieerzählung verworfen, noch auf naive Weise als ‚historische Tatsache‘ hingenommen wird. Dass es sich bei Europa um eine phönizische Königstochter handelte, steht für den unbekannten Verfasser eines Europaartikels in Zedlers Lexikon, erschienen 1754, außer Frage. Allerdings hegt er hinsichtlich des Stiers/Ochsen einige Zweifel und vermutet, dass es sich vielleicht um einen kretischen Seeräuber oder General namens Taurus(gr. Stier) gehandelt habe. Eine andere Variante weiß von einer Gruppe kretischer Kaufleute, die den Stier in ihrer Flagge geführt habe, so dass die entsprechende Erzählung entstehen konnte.

Bereits in der Antike existierte ein Europa-Begriff, welche eine Herkunftsbezeichnung illustrierte, bei Homer gibt es eine Ambivalenz: die Europäer sind nicht europäischer Herkunft, sondern aus dem Nahen Osten und dann „domestiziert“ worden, er meinte eine unterschiedliche Entwicklung einschlugen. Hippokrates war der Ansicht, dass in Europa das Gesetz herrschte, während in Asien die Despoten herrschten. Europa sah er als den Ort, an dem viele kleine freie Staaten erblühen konnten. Etwa um das Jahr 400 v. Chr. betonte Klesias von Knidos, ein griechischer Geschichtsschreiber beim Perserkönig Artaxerxes II., die Unterschiede der beiden Kontinente, indem er Asien als unterwürfig und Europa als tapfer beschrieb. Auch der Philosoph Isokrates verwendete Europa als Abgrenzung zu den Persern. Herodot verwendet bereits ein geographisches Europa-Konzept: Asien und Europa erhalten quasi natürliche Grenzen durch die verschiedene politische Herrschaft. Dennoch wirkte diese Idee noch nicht identitätsstiftend. Außerdem überschätzte Herodot die Größenverhältnisse. Er sah Europa viel größer als Asien oder Afrika. Auch Aristoteles sah wie so viele den Unterschied Europas und Asiens in Freiheit und Knechtung, wobei das Griechische Sklavenhaltergesellschaft als freie Gesellschaft angesehen wurde.

Hinzu kommt noch, das die Griechen sich abgehoben sahen vom Orient, teilweise sogar missionarisch wie in Athen oder zum Beispiel bei der Hellenisierung Ägyptens oder auch Baktriens, während das Persische Kerngebiet weitentgehend ausgespart blieb. Das griechische Europabewusstsein war elitär, es wurde unterschieden zwischen Hellas und den Kolonien und dem Rest, der nichtgriechischen Welt. Auch bei den Römern gab es einen Europabegriff. Dieser bot eine Art Grundstock für einen umfassenden Begriff, dem römischen Bürgerrecht. Mit diesem römischen Bürgerrecht sollte die Integration der eroberten Gebiete erreicht werden. Bei den Römern gab es keine Unterscheidung zwischen Europa gegen Asien sondern Römer gegen Nicht-Römer, später auch römische Kultur und Zivilisation gegen das Barbarikum.

Daraus wird eigentlich ersichtlich, dass der Europabegriff in der Antike hauptsächlich zur Abgrenzung gegenüber anderen Reichen und Bevölkerungspopulationen genutzt wurde, die man als nicht gleichwertig betrachtete. Dieser Begriff wurde vor allem verwendet wenn eine Gefahr oder Bedrohung an den Reichsgrenzen sich etablierte, verlor sich die Gefahrenlage verschwand auch der Begriff Europa aus der öffentlichen Argumentation, ein europäisches Selbstverständnis existierte jedoch nicht, vielmehr sah man sich selber als Römer oder Griechen. Auch die geographischen Grenzen veränderten sich fortlaufend, so zum Beispiel in der Spätantike als llyrien und Thrakien, aufgrund der Expansion von Byzanz, nicht mehr zu Europa zugehörig beschrieben werden. In der Folge der Auflösung des römischen Westreiches im 5. und 6. Jahrhunderts, begann der begriff Europa immer mehr mit dem ausbreitenden Christentum assoziiert zu werden. So bezeichnete Papst Gregor, der Große, Europa, als den Teil des zerfallenen römischen Reiches, der römisch christlich war. Das war auch der Zeitpunkt als am in byzantinischen Orient und Römisch Katholischen Okzident immer mehr unterschied und damit das römische Konzept der vier Weltgegenden teilweise wieder aufleben lies.

Als im Anfang des 8. Jahrhunderts eine neue Bedrohung durch die Arabische Expansion heraufzog und der arabische Emir Abdelrahman, Beutezüge ins Frankenreich unternahm und bei Poiteirs auf ein Frankenheer unter Karl Martell traf, in dessen Heer befanden sich sowohl romanischen Gallier als auch fränkischen Germanen, die als Gesamtheit „europenses“ bezeichnet wurden. Diese Bezeichnung galt nur so lange wie das Heer als Gemeinschaft auf dem Schlachtfeld handelte. Nach Auflösung des Heeresverbandes wurde die Bezeichnung wieder aufgegeben . Die Begründung eines einheitlichen Volkes wurde im merowingischen und karolingischen Frankenreich nie vollzogen, erst die Nachfolger Karls des Großen legten die Grundlagen für die späteren Franzosen, Deutsche und Italiener. Im Zuge der Ausbreitung des Christentums trat der Europamythos nicht in den Hintergrund sondern bekam eine konkurriende Geschichte aus dem Buch Moses zur Seite gestellt, um eine einheitliche christliche Identität zu verbreiten: bezugnehmend auf die Jafet-Legende (1.Buch Mose, 9, 18-27), diese besagt, dass sich die drei Söhne Noahs aufteilten: Sem bekam Afrika, Ham Asien und Japhet den Westen, welches so dem heutigen Europa entspricht. Dieses „Japhetien“ wurde als konform mit der chr. Lehre angesehen, im Gegensatz zum antiken und nicht in der Bibel vorkommenden Begriff Europa, ein weiterer Punkt war das im Mittelalter die Kontinente als weiblich galten, außer dem männlichen „Japhetien“, so können die restlichen Kontinente von männlichen Eroberern erobert werden und sozusagen eine Eheschließung vollzogen werden. Generell war die Berufung auf Jafet bei den Gelehrten weit verbreitet, aber Europa hatte eine größere Bedeutung, es war positiv, weil griechisch annonciert. (Nur selten wurde die Geschichte als Ehebruch und Schändung gesehen). Der Vorteil der Jafet-Legende gegenüber dem Europa-Mythos war, dass es sich bei ihr um einen richtigen christlichen Gründungsmythos handelte. Außerdem war es ein christlicher Ursprung und frei von Gewalt. Deshalb wurde „Japhetien“ auch immer wieder bis ins 18. Jahrhundert aufgegriffen, bevor sich der Name „Europa“ endgültig im Zuge der Aufklärung und der Säkularisierung durchsetzen konnte.

Die Reiche der Merowinger und Karolinger sahen sich in der Nachfolge des Römischen Reichs und der Verwendung des Namens „Europa“. Das Christentum wurde im Jahr 395 zur Staatsreligion im römischen Reich avanciert und auch die Legitimation beruhte auf der allgemein gültigen Norm als Staatskirche des römischen Reiches, daher wurde auch eine Neudefinition als notwendig erachtet. In der damaligen Zeit wurde der Osten gut und der Westen dämonisch, das bekannte Ende der Welt befindet sich zum damaligen Zeitpunkt im Westen. Das wurde unter den Karolingern grundlegend geändert und hat bis heute seine Gültigkeit behalten, die großen Bedrohungen kamen seit dem immer aus dem Osten. Ein Berater Karl des Großen mit Namen Alkuin, setzte das Christentum mit der römischen Staatskirche und damit mit Europa gleich, das Amtsmotto lautete unter anderem Beschützer des Glaubens. Alkuin erreichte dieses indem er eine Bereinigung der Vulgata des Hieronymus durchführte; diese korrigierte Fassung blieb das ganze Mittelalter hindurch der verbindliche Bibeltext. Insgesamt gab es aber unter den Karolingern kein besonders ausgeprägtes Europabewusstsein. Der Karlskult (Karl als „pater europae“) wurde allerdings im 19. Jahrhundert für Europa- und Nationalstaatsideologien neues Leben eingehaucht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gewann die Zuschreibung des Reiches Karls des Großen für Europa an Bedeutung und spielte auch bei der Gründung der Montanunion eine Rolle, die Grenzen der Montanunion spiegelten zum großem Teil die Grenzen des Reiches Karls wieder.

Allein an diesem Punkt sieht man, dass die Idee der Europäischen Union keine geographische Tatsache, sondern eine politische Idee darstellt. Unter den Ottonen, unteranderem, glaubte man daran, dass Gott das Imperium den Ottonen übertragen hatte. Seit dem wurde in Europa die kaiser- und königliche Herrschaft als ein göttliches Lehen aufgefasst. Der Kaiser wurde zum „maximus regum Europae“, Europa wurde also durch die Herrschaft des Kaisers territorial verortet und somit zum politischen Willensakt. Im 14./15. Jahrhundert geriet das Papsttum in die Krise, durch den Einfluss der Reformationsbewegungen, dadurch wurde der ideelle Europabegriff wichtiger für die römisch katholische Kirche. Dabei ging es aber wiederum um die Abgrenzung zu Asien/Muslimen, den Reformbewegungen und zum orthodoxen Christentum. Seit dem Verlust Palästinas wurde dabei das Bollwerk gegen den Islam unter anderem immer stärker betont. Im Mittelalter wird der Mythos weiter mit dem Christentum verbunden und als Auserwähltheit, Glück und Fruchtbarkeit interpretiert. Die Darstellung des Kontinents erfolgt körperlich als „Regina Europa“. Der Stier steht für Kraft, Stärke, Zielgerichtetheit, Leidenschaft und Schönheit. In Abbildungen werden die beiden gemeinsam dargestellt, aber Zeus oft zu Christus uminterpretiert. Der Mythos war besonders im 12. Jahrhundert in Frankreich beliebt, die Europa stand als Metapher für die menschliche Seele. Teilweise wurde der Mythos auch moralisiert, überhöht und auch ideologisiert.

Das Bild der Europa auf dem Stier wurde zu einem Handelsobjekt. Auf Darstellungen konnte sich der Mythos weit verbreiten und hat sich bis heute in der Kunst gehalten. So wurde zum Beispiel im Mittelalter der Mythos umgedeutet: der Stier wurde von Zeus zu Christus. Im 16. Jahrhundert stand die „Dame Europa“ als Allegorie für den Kontinent. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Europamythos wieder populär und wurde vor allem für Karikaturen oder Werbung verwendet. Die Wahrheit, die in diesem Mythos liegt, ist, dass Europa hybrid ist. In dem Mythos versammeln sich verschieden Kulturen, die Homogenität Europas ist eine nachträgliche politische Erfindung des letzten Jahrzehntes des 20. Jahrhunderts, wobei die Grenzen sehr fließend sind. Durch die Bildung des osmanischen Reiches wurde der europäische Fernhandel im 14./15 Jahrhunderts mit Asien unterbrochen. Aber mit spanischen Entdeckung Amerikas und den portugiesischen Handelsexpeditionen bis nach Indien und den Molukken eröffneten sich neue Begehrlichkeiten und Partizipationsbestrebungen der europäischen Handelsnationen. Mit dem Kennenlernen neuer Wege und anderer Kulturen, aus dem europäischen Blickwinkel niederer Kulturen in Afrika entstand auch ein neues europäisches Selbstbewusstsein. Dieses manifestierte sich zunächst in einem neuen Überlegenheitsgefühl und war gegenüber der Kulturen Asiens bis zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.

Als in der Renaissance die antike Kultur wieder entdeckt wurde, kamen auch alte griechische Ideen in Bezug auf Europa wieder zum tragen. So betont auch Machiavelli unter anderem die „Unterwürfigkeit“ Asiens und die „Tapferkeit“ der Europäer. Die Aufklärer und Humanisten wollten keine allerdings keine politische Einheit Europas, sondern viele einzelne aufgeklärte Herrscher im Gegensatz zu der europäischen Sichtweise auf Asien, wo es wenige Alleinherrscher geben sollte, aus der europäische Sichtweise, das innere der Kontinente Afrika und Asien war faktisch unbekannt. Im 17. Jahrhundert wurden zunehmend Werke zu Wissenschaften, Philosophie und der neuen Sichtweise auf Europa thematisiert und veröffentlicht. Es begann die europäische Blütezeit der Wissenschaft, Philosophie und vor allem eine neue Sichtweise auf den Menschen selber. Dadurch entwickelte sich so etwas wie ein Europabewusstsein allerdings im Gefüge und nicht wie oft angenommen in Konkurrenz zum Nationalbewusstsein. Die Entdeckungsfahrten eines James Cook, Banks, Humboldt, Bouganville usw. und dem daraus folgenden Erweiterung des Wissens führten zu der Einschätzung der Intellektuellen Einheit und kulturellen Überlegenheit Europas. Wobei hier anzumerken ist das dieses eine neue fatale Entwicklung darstellte und den europäischen Eurozentrismus vorantrieb und damit einhergehend den modernen europäischen Kolonialismus weitestgehend mit begünstigte.

Faktisch war der Eurozentrismus mit daran schuld das man die für Europa neuentdeckten Länder allesamt für kulturell, intellektuell und wirtschaftlich für unterlegen hielt. Der Begriff „Europa“ gehört erst seit dem Beginn des 19. Jahrhundert zum allgemeinen Wortschatz, das bedeutet, er ist erst seit diesem Zeitpunkt eine allgemein anerkannte Bewusstseinsgröße. Zwei wichtige Akteure gehörten jedoch noch nicht zu Europa, England und Russland. Ein dritter Akteur war das Osmanische Reich, dieses war jedoch muslimisch geprägt und galt deshalb nicht zu Europa zugehörig, Europa entwickelte sich ganz langsam zu einem Club der westlich orientierten christlichen Kräfte. Den Zusammenhalt gegen diese drei Übermächte boten neben der Kultur und die Sozialverfassung, vor allem das Militär und der Nationalismus und damit einhergehend der Rassismus und Chauvinismus in Europa. Außerdem war es nach Auffassung der damaligen Zeit die Aufgabe der Preußen und der Donaumonarchie, die Russen und Osmanen vom Eindringen in den Westen abzuhalten.

Das Verhältnis zu Russland entspannte sich zwar unter Peter dem ersten, aber spätestens mit der Zerschlagung Polens und dem Vordringen am Schwarzen Meer wurde Russland wieder zu einer Bedrohung des Clubs westlich christlicher Staaten angesehen. Ende des 18. Jahrhunderts war es auch das die geographischen Grenzen Europas bis an den Ural, das Kaspische Meer, dem Kaukasus und dem Bosporus verschoben wurden und somit eine Trennung von der bis dahin üblichen politischen Einteilung und Europavorstellung vorgenommen wurde. In Zedlers Lexikon von 1754 war die östliche Grenze Europas noch der Don. Im Gefüge der Nationalstaatsbildung in Europa entwickelte sich auch ein gewisser Europäismus bei den Geistesgrößen dieser Zeit, dieser bezog seine Anziehungskraft aus der Antike und der allmählichen Demokratisierung der Gesellschaft im Laufe des 19. Jahrhunderts. Der Europäismus bezog damals und bezieht heute seine Energie aus dem Selbstverständnis, eine höhere Stufe der Zivilisation erreicht zu haben, welche sich jedoch damals im modernen Nationalstaat nun wiederum ausdrücken sollte, heute drückt sich dieser postnationale Gedanke der „europäischen Einigung“ innerhalb der EU, welches eine Homogenität Europas ausdrücken soll, auch eine Identität suggerieren soll.

Wobei ich nun beim eigentlichen Thema angekommen bin, der europäischen Identität. Wobei hier zu sagen ist es gibt keine europäische Identität als solches, weil eine gemeinsame Identität setzt folgendes erst mal voraus, die gemeinsame Sprache. Da es in Europa fünf große Sprachfamilien gibt, nämlich Germanische, Romanische, Ural Sprachen, Turksprachen und slawische Sprachen, kommt dieser Teil der Identität schon mal nicht in Frage, um eine gemeinsame Identität zu konstruieren. Der nächste Punkt wäre nach einer gemeinsamen Religion zu fahnden. Zwar wird Europa auch christlich bezeichnet, dieser christlicher Glaube ist jedoch zersplittert in römisch katholisch, Lutheraner, Evangelische, Orthodoxe usw., alle diese Gruppen zeichnet eines aus, sie vertreten allesamt auch eine eigene religiöse Lehrmeinung und demzufolge verfügen sie auch über ein eigenes Glaubensbekenntnis, das sie von den anderen christlichen Gruppen abgrenzt. Abgesehen davon das man mit dieser Einteilung große Teile des europäischen Kontinents einfach als nicht dazugehörig ausklammert, wie z. B. Albanien, Bosnien, des Kaukasus und Russlands also dem Teil Europas indem es eine muslimische Majorität existiert. Dieser Teil der gemeinsamen Identität kommt ebenfalls nicht in Frage, wobei hier anzumerken ist der sogenannte christliche Kultur oder besser gesagt der prägende Einfluss des Christentums auf die bildende Kunst, existiert wohl seit einigen Jahrhunderten nicht mehr. Der nächste Punkt wäre nach einer gemeinsamen Kultur zu suchen. Wenn man davon ausgeht das Kulturleistungen alle formenden Umgestaltungen eines vorhandenen Materials darstellen, wie in der bildenden Kunst, aber auch geistiger Gebilde wie etwa im Recht, in der Moral, der Religion und dem Wissensstand des Menschen entsprechenden in der Wirtschaft und der Wissenschaft kann man der Kultur zurechnen, aber alle diese Leistungen benötigen die Sprache, um diese Leistungen zu transportieren und zu kommunizieren. Dieser gemeinsame Teil der Identität kommt aus diesem Grund wohl auch nicht in Frage, daraus ergibt sich folgendes: Europa ist pluralistisch in seiner Identitätsfindung. Der einzige gemeinsame Nenner den uns als Europäer auszeichnet ist ein geographischer: der europäische Kontinent und das Wissen das wir alle unterscheiden in unserer Identität. Wenn ich den einzigen gemeinsamen Nenner als den Identitätsstiftenden Grundgedanken annehme bin ich schon wieder 400. Jahrhundert vor Christus bei Klesias von Knidos angelangt als Abgrenzung zu den Anderen in Afrika und Asien lebenden Menschen. Eventuell kann die europäische Identität als eine Willensbekundung ansehen, gemeinsam zu handeln, wie in der Europäischen Union, aber das war es dann eigentlich schon. Eine gemeinsame Identität zu konstruieren, durch Kultur und Religion scheitert doch schon daran, das Europa und seine Einwohner doch ziemlich verschieden sind. Bei der europäischen Union liegt wohl der Identitätsfaktor eher in der wirtschaftlichen Integration und der Integration in einen einheitlichen Währungsraumes, mehr scheint der europäische Gedanke der EU nicht zu sein.

Der Europäische Mythos oder wie erfinde ich eine europäische Identität

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